Archivierter Artikel vom 22.12.2020, 06:00 Uhr
Rheinland-Pfalz

Die Faszination der Welt im Kleinen: Die schönsten Modelleisenbahnen unserer Leser

In der Advents- und Weihnachtszeit rollt sie durch so manches Wohnzimmer – für viele ist sie aber auch ein Ganzjahreshobby. Und gerade jetzt, wo sich die Menschen Corona-bedingt ins Häusliche zurückziehen (müssen), erlebt sie einen kleinen Boom: die Modelleisenbahn.

Frank Helm aus Koblenz hat eine ganz besondere Beziehung zu Modellbahnen – seit seinem sechsten Lebensjahr. „Damals bekam ich meine erste Märklin Eisenbahn HO und mittendrin war auch noch eine Märklin Sprint (Carrera Bahn von Märklin). Damit begann alles, jede freie Minute gespielt, rangiert“, erinnert er sich. Mit steigendem Alter und höherem Taschengeld fing er an, die Bahn zu erweitern, umzubauen. Heute sagt er: „Dieses Hobby faszieniert, lenkt von manchem Alltagsproblemen ab und beruhigt die Nerven. Kann es jedermann nur empfehlen.“

Frank Helm

Karl-Ernst Klee aus Hettenrodt ist seit etwa 60 Jahren Modellbahner. „Ich habe mich auf Schweizer Bahnen spezialisiert, da ich im Urlaub oft in die Schweiz fahre und mir da die Vorbilder anschaue. Ich besitze eine Schmalspuranlage die digital gesteuert wird“, erklärt er. Und weiter: „Ich baue auch Dioramen von Bahnbrücken, die bis ins letzte Detail dem Vorbild entsprechen. Das macht sehr viel Spaß und erfordert viel handwerkliches Geschick.“

Karl-Ernst Klee

„Ich baue zur Zeit an einer Spur 0 Modulanlage. Ich betreibe das Hobby seitmeiner Kindheit und seit 1995 fahre ich im Maßstab 1:45 Spur 0“, schreibt Peter Jung. Als Vorbild hat er die bayerischen Lokalbahn gewählt.

Peter Jung

Auch Waldemar Reuschenbach aus Neuwied baut sich eine eindrucksvolle Miniatur-Welt. „Bin aber noch lange nicht fertig“, schreibt er.

Waldemar Reuschenbach

Angefangen hat alles vor über 60 Jahren und wird vermutlich bis an mein Lebensende anhalten. Davon ist Jürgen Moritz überzeugt. „Dabei war es wohl eher mein Vater, der sich eine Modellbahn wünschte und an der er Jahre lang baute. Das Ergebnis konnte sich damals schon sehen lassen (siehe Foto von 1959)“, berichtet er.

Jürgen Moritz

Da aus bekannten Gründen in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte stattfinden, hat sich Werner Stüber einen eigenen gebaut. So entstand in etwa 80 Arbeitsstunden das Diorama „Weihnachtsmarkt in Budenheim“ im HO Maßstab 1:87...

Werner Stüber

„Viele Sachen, wie zum Beispiel die Buden , sind Eigenbau aus Fotokarton“, schreibt er.

Werner Stüber

Jörg Kasper aus Moschheim ist ein großer Eisenbahnfreund. Er schreib: „1975 zu Weihnachten bekam ich mit fünf Jahren meine erste Märklin H0 Bahn, heute mit fünfzig Jahren bin ich immernoch Modellbahner. Kernstück ist die Brexbachtalbahn mit dem Bahnhof Grenzau dem sich dann im weiteren Verlauf in einem zweiten Raum der Bahnhof Wirges und Dernbach anschließen.“

Jörg Kasper

Auch Wilfried Schmidt (83) aus Nastätten ist begeisterter Modelleisenbahnfreund. „Seit über 60 Jahren sammle ich Lokomotiven, Wagen und anderes der Spur N. Diese Spur ist fast um die Hälfte kleiner als die bekanntere Spur HO“, schreibt er....

Wilfried Schmidt

„Die kleinen Räume im Haus haben mich damals zu dieser Spurweite gebracht“, erklärt er. In den Regalen stehen gut 260 Triebfahrzeuge (Lokomotiven und Triebwagen), etwa 420 Personenzug- und D.-Zug- bzw. ICE-Wagen. Dazu noch über 1000 Güterwagen...

Wilfried Schmidt

Die Anlage besteht in der Mitte oben aus einem siebengleisigen Bahnhofsbereich und unten ist ein sechsgleisiger Schattenbahnhof, der linke Schenkel Landschaft und der rechte Schenkel zeigt ein Betriebswerk und einen Rangierbahnhof.

Wilfried Schmidt

„Ich selbst habe eine Bahn bei uns zu Hause auf dem Speicher, die schon 20 Jahre alt ist. Ich fahre das System HO Digital von Märklin“, schreibt uns Leser Dieter Sill aus Saffig und schickt ein Foto einer Brücke mit, die in Eigenbau gefertigt wurde.

Dieter Sill

Hans-Georg Kunz aus Dernbach hat die Modelleisenbahn seit 1978 als Hobby, im Maßstab 1:220. Das entspricht der Spur Z von Märklin. „Am Anfang baute ich Anlagen, die nie fertig wurden, dann kam die Zeit der Module und heute habe ich mich den Brettchen verschrieben, die sehr flexibel und auch sehr überschaubar in der Gestaltung sind“, schreibt er.

Hans-Georg Kunz

Seit nunmehr 20 Jahren baut Wolfgang Krudwig aus Rheinbrohl an seiner Modelleisenbahn mit dem Thema: Brücke von Remagen. Im Maßstab 1:87 (H0) ist die Bahn gehalten. Anfangs nur ein Vorhaben und nun eine begleitende Lebensaufgabe. „Mittlerweile ist der Weg das Ziel, denn ob ich damit jemals fertig werde?“, fragt er sich. Für ihn steht bei der Modelleisenbahn nicht die Bahn, sondern die Gestaltung der Landschaft im Vordergrund.

Wolfgang Krudwig

Bernd Wenig aus Koblenz-Güls hat Anfang Juli (Corona bedingt) mit dem Aufbau seiner Eisenbahn im Format HO begonnen und ist nun vorerst mit den finalen Bastelarbeiten fast fertig, wobei man fast sagen kann, es ist eine niemals endende Bastelarbeit. „Der größte Teil der Häuser und Loks sind teilweise mehr als fünfzig Jahre alt! All diese Teile waren über die Jahrzehnte hinweg ordentlich in Wachspapier“, schreibt er.

Bernd Wenig

„Das Eisenbahn-Hobby ist mir vor über 60 Jahren von meinem Vater quasi in die Wiege gelegt worden. Dann ruhte aus familieären und beruflichen Gründen das Interesse am Bauen einer eigenen Anlage, bis ich nach meiner Pensionierung endlich die Zeit dafür wieder fand“, schreibt uns Leser Hubert Schönhoff aus Ötzingen. Seine Anlage steht auf dem Speicher. Sie umfasst unter anderem zwei Bahnhöfe, goßes Bahnbetriebswerk mit drei Lokschuppen, Haupt- und Nebenbahn, ein Oldtimertreffen, eine brennende Brauerei mit Feuerwehr- und Polizeieinsatz, aber auch eine intakte Brauerei mit Anschlußgleis, einen schweren Autounfall und natürlich schöne Strecken durch die Landschaft. Ein startender und bereits fahrende (!) Heißluftballon mit Gasflamme nebst altem Lufthansa-Flugzeug fehlen auch nicht.

Hubert Schönhoff

Im Gegensatz zu anderen Spielzeugen unterliegt sie keinen Trends, sie begleitet Anhänger oft ein Leben lang – und braucht vor allem Zeit, die viele Menschen seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr wieder mehr haben. Das bekommen auch die Hersteller zu spüren, wie unsere Zeitung vor einigen Wochen berichtete.

Beim Marktführer Märklin jedenfalls klingelt es in diesen Zeiten besonders häufig an der Servicehotline. (Wieder-) Einsteiger fragen nach Aufbauhilfe. „Bauen auch Sie die Welt im Kleinen nach?“, fragten wir deshalb unsere Leser. „Dann schicken Sie uns ein Foto.“

Dutzende folgten diesem Aufruf – darunter viele, die ihr Hobby schon ein Leben lang begleitet, und einige, die es erst vor Kurzem entdeckt haben. Manche wollten ihren Kindern eine Freude machen und sind dabei selbst der Faszination erlegen. Und einige lieben es, reale Landschaften und historische Szenen nachzustellen.