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Rheinland-Pfalz

Die Corona-Sorgen: Welche Fragen unsere Leser bewegen

Von Christian Kunst
Röhrchen für einen Test auf das Virus SARS-CoV-2
In Corona-Ambulanzen können sich Patienten testen lassen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Eineinhalb Stunden lang haben Hausärzte und Landesgesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Montag die Fragen unserer Leser zum Coronavirus beantwortet.

Lesezeit: 4 Minuten
Am Ende unseres Gesprächs will Dr. Klaus Korte, Hausarzt in Ahrbrück (Kreis Ahrweiler) noch etwas loswerden: „Wir sollten die Menschen unbedingt beruhigen. Da kommt jetzt nicht die Pest, sondern ein neuartiges Virus, von dem wir aber noch nicht einmal wissen, ob es sich am Ende überhaupt von der Influenza unterscheidet. ...
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Immungeschwächte Patienten sind in Sorge

Wenn derzeit im Zuge der Corona-Epidemie von besonders gefährdeten Risikogruppen die Rede ist, dann geraten oftmals ältere Menschen in den Fokus. Doch auch jüngere Menschen sind betroffen. Dazu zählen besonders immungeschwächte Personen.

Um solche Patienten kümmert sich die Immunologische Ambulanz am Koblenzer Kemperhof am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM). Laut deren Leiter Dr. Ansgar Rieke kümmert sich die Ambulanz schwerpunktmäßig um derzeit etwa 2000 Patienten mit lebensbedrohlichen Infektionserkrankungen wie Aids, Hepatitis oder Tuberkulose. „Unsere Patienten sind wegen der Corona-Epidemie in großer Sorge und haben eine Fülle an Fragen. Das kann ich gut verstehen. Denn es sind Patienten, die bei einer Infektion einen schweren Krankheitsverlauf haben können.“ Laut Rieke gelten aber auch für diese Patienten die gängigen Hinweise des Robert-Koch-Instituts, allerdings in verschärfter Form: „Betroffene sollten ganz besonders auf die persönliche Hygiene der Hände achten. Sie sollten Reisen in Risikogebiete unbedingt vermeiden. Und sie sollten sich sehr genau überlegen, ob sie Veranstaltungen besuchen, bei denen das Infektionsrisiko groß ist.“ Und dennoch sollten auch diese Patienten laut Rieke nicht in Panik geraten. „Auch sie müssen keinen Mundschutz tragen oder Desinfektionsmittel bei sich haben.“

Warum der Piks gegen Influenza so wichtig ist

Corona-Experten haben derzeit Hochkonjunktur. Die Aussagen zweier Fachleute in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ führten bei Medizinern aber zu Kopfschütteln: So erklärten Virologe Alexander Kekulé und Angstforscher Borwin Bandelow, dass sie sich nicht gegen die Influenza geimpft hätten, weil sie schon mehrmals eine schwere Grippe durchlebt hätten und daher immun seien. „Das ist falsch und gefährlich“, sagt Prof. Dr. Jens Lutz, Chefarzt für Innere Medizin am Koblenzer Kemperhof. „Man muss sich jedes Jahr neu impfen lassen, weil sich das Influenzavirus jedes Jahr verändert. Dagegen wird man nicht immun.“ Zwar könne man auch nach einer Impfung an Influenza erkranken, die dann aber wegen des aktivierten Immunsystems milder verlaufe. Zur gefährlichen Herzmuskelentzündung komme es dann in den meisten Fällen nicht. Und: „Menschen, die Angst vor dem Coronavirus haben, sollten sich erst einmal die empfohlenen Impfungen geben lassen. Denn wenn die aktuelle Influenzawelle mit der Corona-Epidemie zusammentrifft, besteht die Gefahr, dass beide Viren ihre genetische Information austauschen und dass dadurch ein Virus entsteht, das eventuell nicht mehr zu kontrollieren ist und eine hohe Krankheitsaktivität hat.“

Über 80 könnte jeder vierte Infizierte sterben

Jede Familie sollte sich derzeit vor allem um ihre älteren Mitglieder Gedanken machen, sagt der Berliner Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast. Nach einer Datenanalyse aus mehreren Ländern sterben laut Drosten bei den 60- bis 70-Jährigen etwa 3 Prozent aller mit Sars-CoV-2 Infizierten. Bei den 70- bis 80-Jährigen seien es 7 bis 8 Prozent, bei den über 80-Jährigen 20 bis 25 Prozent, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité. Diese Daten böten Familien wichtige Anhaltspunkte für Entscheidungen – etwa, ob ein 90. Geburtstag mit vielen betagten Gästen gefeiert werden sollte oder besser nicht. ck/dpa

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