Archivierter Artikel vom 17.08.2010, 12:19 Uhr
Bernkastel-Kues

18.300 Liter Alkohol an der Mosel schwarz gebrannt?

An der Mosel ist ein Schwarzbrenner aufgeflogen, der offenbar über Jahre nebenbei kräftig Kasse gemacht.

Das wird teuer: In dieser Anlage hat ein Betrieb im Raum Bernkastel-Kues nach Angaben des Zolls mehr als 18.000 Liter Alkohol schwarz gebrannt. 240.000 Euro Steuern wird er nachzahlen müssen, dazu wird eine Strafe kommen. Foto: Zollfahndungsamt Frankfurt
Das wird teuer: In dieser Anlage hat ein Betrieb im Raum Bernkastel-Kues nach Angaben des Zolls mehr als 18.000 Liter Alkohol schwarz gebrannt. 240.000 Euro Steuern wird er nachzahlen müssen, dazu wird eine Strafe kommen.
Foto: Zollfahndungsamt Frankfurt

Bernkastel-Kues. An der Mosel ist ein Schwarzbrenner aufgeflogen, der offenbar über Jahre nebenbei kräftig Kasse gemacht. Die Behörden hatten einen Tipp bekommen:

Die Zollfahndung Frankfurt, die dem Betrieb im Raum Bernkastel-Kues am Montag einen überraschenden Besuch abgestattet hatte, geht davon aus, dass der Mann rund 18.300 Liter Alkohol schwarz gebrannt hat. Als Betreiber einer sogenannten Abfindungsbrennerei hätte er im Jahr für den eigenen Ge- und Verbrauch ein Kontingent von 300 Litern gehabt. Für die illegal erzeugte Menge werden jetzt nachträglich Steuern in Höhe von rund 240.000 Euro fällig. „Außerdem muss er mit einer empfindlichen Strafe rechnen“, so Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher der Frankfurter Zollfahndung. Die Strafen für die Steuerhinterziehung können sich zwischen einer Gelstrafe und bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bewegen. Sichergestellte Unterlagen belegen offenbar, dass der Mann sich über Jahre „eine beträchtliche Summe zusätzlich“ verdiente, so Schmidt.

Bei der Durchsuchung entdeckten die Fahnder, dass der Brennereibesitzer Manipulationen am Brenngerät
vorgenommen hat. Er hatte die Zollplombe offenbar sehr geschickt entfernt, ohne sie zu beschädigen. Bei Kontrollen war nichts aufgefallen. Dann hatte er die Technik außerhalb der genehmigten Brennzeiten eingesetzt.

Den schwarzgebrannten Alkohol verkaufte er direkt an drei Abnehmer, die nach Angaben des Zolls „offensichtlich keine Kenntnis über die illegale Herkunft“ hatten. Erst kurz vor der Razzia hatte er den letzten Branntwein ausgeliefert.

Neben verschiedenen Obstsorten hat der Brenner hauptsächlich Zuckermaische zum

Abbrennen gebracht. Den Obstmaischen wurden Zucker zugesetzt. Das erhöht die Ausbeute beträchtlich, es lässt sich mehr Branntwein aus der Obstmaische gewinnen. Brenner melden vor der Prozedur an, wie viel Maische sie brennen möchten, daraus wird die zu versteuernde Menge errechnet. In sonnenreichen Jahren kann der Alkohol-Ertrag dann deutlich höher ausfallen als errechnet – gut für den Brenner. Wenn er Zucker oder andere Hilfsmittel zusetzt, um mehr Ertrag zu erzielen, ist das aber auch Steuererziehung. „Die Qualität war aber offenbar nicht zu beanstanden“, so der Zoll-Sprecher. Er geht davon aus: „Das meiste ist schon die Kehle runter.“ (law)