Archivierter Artikel vom 23.06.2017, 21:09 Uhr
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Speyer

Musikalische Stadt: Ein Ständchen für die Wittenbergische Nachtigall

Luther liebte die Musik. Er spielte Laute und war ein guter Sänger. Der Meistersinger Hans Sachs soll ihn als „Wittenbergische Nachtigall“ bezeichnet haben. Was Luther in Sachen Musik von Reformatoren wie Calvin oder Zwingli unterschied, brachte er mit diesem Satz auf den Punkt: „Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes, sie vertreibt den Teufel, sie macht die Leute fröhlich, und man vergisst über sie alle Laster.“ Ein Büchlein mit Luthers Liedern nahm der junge Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy mit auf seine Italienreise. In einem Brief aus Rom schreibt Mendelssohn 1831 an einen Freund über seine Begeisterung für Luther: „Wie da jedes Wort nach Musik ruft, wie jede Strophe ein anderes Stück ist, wie überall ein Fortschritt, eine Bewegung, ein Wachsen sich findet, das ist gar zu herrlich, und ich komponiere hier mitten in Rom sehr flüssig daran und betrachte mir das Kloster, wo er gewohnt hat und sich damals von dem tollen Treiben der Herren überzeugte.“

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