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Butzweiler

Römerpfad und Eifelsteig: Hängebrücken und Höhlenspinnen

Das Konterfei von keinem Geringeren als Kaiser Maximinus Thrax ist auf der alten römischen Münze, die in der Nähe von Butzweiler gefunden wurde, zu sehen. Sie ziert heute die Wegmarkierung des Römerpfades, der mit einer zehn Kilometer langen Runde zu den Pützlöchern eines römischen Kupferbergwerkes, zu einem antiken Steinbruch, zu Höhlen, zum Aussichtspunkt Geyersley, zu den Wasserfällen im Butzerbachtal und zur Burg Ramstein eine Wanderung vom Feinsten verspricht. Auch der Eifelsteig nutzt auf seiner 15. und letzten Etappe von Kordel nach Trier zum Teil den Römerpfad.

In die Natur integrierte Hängebrücke im malerischen Butzerbachtal.  Fotos: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz Tourismus
In die Natur integrierte Hängebrücke im malerischen Butzerbachtal. Fotos: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz Tourismus
Foto: Heidrun Braun/ R

Für eine kürzere Wanderrunde bietet sich der Wanderparkplatz unterhalb der Burg Ramstein als Startpunkt an. Von hier geht es auf Römerpfad und Eifelsteig durch eines der romantischsten Täler der Südeifel. Von der Quelle in Butzweiler fließt der Butzerbach mit starkem Gefälle in den 170 Meter tiefer gelegenen Fluss Kyll. So entstanden auf seinem Weg Wasserfälle und Kaskaden im Buntsandstein. Sie machen den ganz besonderen Reiz des Tales aus. Das Wasser wusch im Talgrund einladende Becken aus, die wie stylische Badewannen anmuten. Verschiedene Farne und Moschuskraut wachsen unter Buchen, Erlen, Kastanien und Haselnussbäumen. Der Pfad durch das Butzerbachtal führt über Stufen, Stege und Hängebrücken immer nah am Butzerbach entlang und wechselt mehrfach das Ufer. Gleich zu Beginn ist am Rastplatz an der Silvesterhöhle die Mächtigkeit des rötlichen Buntsandgesteins zu sehen, die im Kylltal zwischen 100 und 150 Metern schwankt.

Der harte Buntsandstein war schon bei den alten Römern als Baumaterial geschätzt. Das zeigt sich an der ersten Station des Römerpfades am Kupferbergwerk, in dem diese Mitte des 2. Jahrhunderts Azurit und Malachit abbauten. Später wurden in dem Steinbruch die großen Quader zum Bau des Stadttores Porta Nigra in Trier aus dem Felsen geschlagen. Einer dieser auf Maß behauenen und nummerierten Felsblöcke wartet heute noch, fertig für den Transport auf Keilen liegend, auf seine Abholung.

Auf dem Gelände des ehemaligen Kupferbergwerkes sind die Pützlöcher besonders interessant. Diese kerzengerade in die Tiefe führenden, kreisrunden Schächte wurden zunächst für Brunnen gehalten, die hierzulande Pütze genannt werden. Das Kupfererzvorkommen war nicht sehr ergiebig, sodass schließlich dem Steinbruch der Vorzug gegeben wurde. An der Porta Nigra beweist der eingeritzte Namenszug des Steinbruchbesitzers „Marci“ an einem der verbauten Quader, dass die Steine aus diesem Steinbruch kamen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde der Steinbruch geschlossen – er lieferte übrigens auch Steine für den Bau des Kölner Domes, des Berliner Reichstagsgebäudes und des Leipziger Hauptbahnhofes.

Im Winter beziehen die Fledermäuse die 114 Meter lange Kupfergrube, aber von Mai bis Oktober kann sie besichtigt werden. Nach vorheriger Anmeldung führen Mitglieder der Heimatvereine Butzweiler und Kordel durch die nur von den Taschenlampen erhellten niedrigen Gänge. Allerdings sollte man auf die Begegnung mit der Höhlenspinne (Meta menardi) gefasst sein. Grund zur Angst besteht nicht, sie ist klein und friedlich.

Burg Ramstein
Burg Ramstein
Foto: Heidrun Braun/ R

Von den Pützlöchern folgt die kleine Wanderrunde der Beschilderung des Eifelsteiges in Richtung Burg Ramstein, die nur noch rund 800 Meter entfernt ist. Die Höhenburg Ramstein thront auf einem 182 Meter hohen Felsen über dem Kylltal. Dort gibt es nicht nur eine zünftige Einkehr auf der Terrasse des Burgrestaurants, sondern auf Wunsch auch eine Reise ins Mittelalter. Mit Nebelschwaden, die durchs Gemäuer wabern, Kettenhemdanprobe und so mancher Erzählung um die wechselvolle Geschichte macht der Burgherr Stephan Moll das Mittelalter spannend. Nach der Sprengung der Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg im ausgehenden 17. Jahrhundert blieben nur noch die Mauern des Wohnturms stehen. Wer genau hinschaut, kann die Reste von Kaminen, Wendeltreppen und Sitznischen erkennen. Erzbischof Diether von Nassau begann den Burgbau im 14. Jahrhundert. Seit 1826 gehört die Burg der Familie der heutigen Besitzer. Beim Blick in die Landschaft fällt der Aussichtspunkt Geyersley, der 1,8 Kilometer von der Burg entfernt ist, auf. Wie eine Nase schiebt sich der Buntsandsteinfelsen aus dem Wald. Heidrun Braun

Nähere Informationen: Eifel-Tourismus, Kalvarienbergstraße 1, Prüm, Telefon 06551/ 965 60 und www.eifel.info . Anmeldung für Führungen im Römischen Kupferbergwerk Pützlöcher, Telefon 06505/ 8950 und für Burg Ramstein, Telefon 06505/1735.

Der Rheinland-Pfalz-Tipp
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