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Bacharach

Freizeittipp Bacherach: Heine, Hugo und ein Heiliger

Für Wanderer auf dem Rheinsteig gehört Bacharach auf der anderen Rheinseite zu den schönsten Ausblicken. Die gut erhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung, Burg Stahleck und die Ruine der Wernerkapelle machen den Weinort, der die heimliche Hauptstadt der Rheinromantik ist, unverwechselbar.

Ausblick vom Postenturm auf Bacharach  Fotos: Heidrun Braun
Ausblick vom Postenturm auf Bacharach Fotos: Heidrun Braun
Foto: Heidrun Braun

An der parkähnlich gestalteten Rheinpromenade setzte die Bildhauerin Liesel Metten Clemens Brentano, Heinrich Heine und Victor Hugo als Romantikertrio in ein Boot. Victor Hugo hat sich den Platz verdient, weil er Bacharach als „eine der schönsten, angenehmsten und unbekanntesten alten Städte“ beschrieb, als er 1840 ihr Gast war. Clemens Brentano legte schon 1801 den Wohnort der berühmten Loreley nach Bacharach: „Zu Bacharach am Rheine wohnt eine Zauberin …“

Und Heinrich Heine ließ sich von Brentano zum Loreley-Lied inspirieren, das, von Friedrich Silcher vertont, auf der Bestsellerliste deutschen Volksliedgutes ganz oben steht. Ein paar Schritte weiter steht eine kleine Loreley-Skulptur, ebenfalls aus dem Hause Metten, verträumt am Rhein. Heinrich Heine war wohl nicht so romantisch veranlagt wie Victor Hugo, denn er beschreibt in einem nur in Fragmenten veröffentlichten und nie zu Ende geführten Roman „Der Rabbi von Bacharach“ den Ort als „finstere, uralte Stadt“ mit „armselig häßlichen Lehmgassen“, in der die „öde Stille“ nur „dann und wann unterbrochen wird von schreienden Kindern, keifenden Weibern und brüllenden Kühen“. Der kritische Geist hatte einen unbarmherzigen Blick auf das Deutschland seiner Zeit und verstand sich wohl deshalb auch so gut mit seinem entfernten Verwandten Karl Marx, der für seine journalistische Laufbahn viel von ihm lernte und in seinen Werken manche Anleihe aus Heines Schriften nahm.

Heute ist Bacharach ein Kleinod am Rhein, das mit seinen Fachwerkhäusern voller Geschichten, einer der ältesten Rheinburgen und den Weinbergen tatsächlich einer der schönsten Orte am Rhein ist. Vom Postenturm, früher Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, ist der Panoramablick auf die Stadt mit der Pfarrkirche Peter, auf die Wernerkapelle und das Rheintal am schönsten. „Der Posten“ ist gleichzeitig eine berühmte Weinlage der Stadt. Von diesem Aussichtsturm aus haben viele Maler den grandiosen Blick verewigt.

Bacharach und die Orte Steeg, Manubach sowie Rhein- und Oberdiebach gehörten im Mittelalter zu den vier „gefreiten Thälern“ im Einzugsgebiet der Burg Stahleck. Noch heute wird diese Region das „Viertälergebiet“ genannt.

Durch das Viertälergebiet führen der Rheinburgenweg und viele schöne Rundwege, wie zum Beispiel die Stahlberg-Schleife, die vom Bacharacher Malerwinkel auf die Burg Stahleck strebt, oder die Wanderung ins Steeger Tal. Über die Höhen von Bacharach ist ein Wanderweg als kurze Variante über Medenscheid (sechs Kilometer) oder längere Tour über Rheindiebach und zur Ruine Fürstenberg (10,5 Kilometer) ausgeschildert.

Im vergangenen Herbst ist mit der St.-Oswald-Schleife rund um Manubach ein neuer Wanderweg hinzugekommen. Benannt ist er nach dem heiligen Oswald von Northumbria. Er ist der Namenspatron der Kirche in Manubach, einer Weinlage, einer Winzergenossenschaft und einer Weinstube in Manubach. Die spätromanische Kirche bildet mit dem Pfarrhaus, der alten Schule und schönen Fachwerkhäusern den Mittelpunkt des lang gestreckten Dorfes und gilt als besonders schönes Beispiel einer alten ländlichen Kirche. Die Gemeinde des Viertälergebietes ist seit dem 16. Jahrhundert evangelisch.

Loreley-Skulptur an der Rheinpromenade in Bacharach
Loreley-Skulptur an der Rheinpromenade in Bacharach
Foto: Heidrun Braun

Die St.-Oswald-Schleife führt durch das Seitental des Mittelrheins über Wiesen und Ziegenweiden, Felder, Weinberge und durch Eichenwald. Zweimal überquert sie den Gailsbach. Der Weg verlangt mit moderaten Steigungen etwas Kondition und gutes Schuhwerk. Unterwegs gibt es mehrere Bänke zum Ausruhen und auf halbem Weg Tisch und Bänke für eine Rast mit Rucksackverpflegung, zu der auch ein guter Wein aus dem Mittelrheintal gehören sollte. Der Rundweg ist 10,7 Kilometer lang und in beide Richtungen ausgeschildert. Zu empfehlen ist die Wanderung im Uhrzeigersinn. Einen Wanderparkplatz gibt es am Ortseingang von Manubach vor dem Haus in der Rheingoldstraße 1. Von dort sind es noch 300 Meter bis zum Startpunkt. Heidrun Braun

Infos: Rhein-Nahe-Touristik, Oberstraße 10, Bacharach, Tel. 06743/919.303, E-Mail: info@rhein-nahe-touristik.de, Web: www.rhein-nahe-touristik.de.

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