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Kusel

Burgfrühling im Musikantenland: Das Pfälzer Bergland besticht mit bewaldeten Hügeln und Flusstälern

In der Pfalz setzt sich die Ferienregion Pfälzer Bergland mit dem Kuseler Musikantenland und dem Landstrich rund um den Donnersberg die Krone auf. Die Berge sind zwar eher Hügel, aber der Donnersberg ist mit 687 Metern immerhin der höchste Berg in der Pfalz.

Mit einer Länge von 425 Metern ist Burg Lichtenberg eine der größten Burgen Deutschlands.  Fotos: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Mit einer Länge von 425 Metern ist Burg Lichtenberg eine der größten Burgen Deutschlands. Fotos: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Foto: Heidrun Braun

Das Kuseler Musikantenland verdankt seinen Namen den vielen Wandermusikanten aus der Region, die im 19. Jahrhundert den Familienetat mit „Musikmachen im Umherziehen“, wie es damals die Behörden nannten, aufbesserten. Viele Musiker komponierten auch. Der erfolgreichste unter ihnen war Georg Drumm aus Erdesbach, den es mit seiner Musik in die USA verschlug. 1917 schrieb er dort den Marsch „Hail, America“, der noch heute bei vielen offiziellen Anlässen gespielt wird. Diese und andere erstaunliche Geschichten erfahren die Besucher im Musikantenlandmuseum in der Zehntscheune auf der Burg Lichtenberg. Außerdem beherbergt das Museum, wie könnte es in der Pfalz anders sein, einen Superlativ: die größte Tuba der Welt. Der Instrumentenbauer Rudolf Sander stellte die 1,55 Meter lange und rund 45 Kilogramm schwere Subcontra-C-Tuba auf Bestellung für einen Kunden in den USA her.

Auf der Burg kann man einen ganzen Tag verbringen, ohne sich zu langweilen. Dort startet auch der Veldenz-Wanderweg, der von der Stammburg bis in die 60 Kilometer entfernte Veldenzstadt Lauterecken führt. Auch der 112 Kilometer lange Pfälzer Höhenweg führt durch das Pfälzer Bergland von Winnweiler über den Donnersberg nach Wolfstein.

Die Grafen von Veldenz erbauten die Burg um 1200 auf dem Lichtenberg. Der gewaltige Turm in Hufeisenform wurde zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges in nur 40 Tagen erbaut. Die runden Schießscharten haben einen Durchmesser von zwei Metern, und die Wände sind 4,50 Meter dick. Diese Bastion im Osten trug viel dazu bei, dass es keinem Angreifer je gelang, die Burg einzunehmen. Im Burghof steht die Landschreiberei mit Rittersaal und Burgrestaurant mit einem einladenden Freisitz unter schattigen Bäumen. Am Eingang zur Unterburg ist ein Kräutergarten nach dem Vorbild der Heilkräutergärten im frühen Mittelalter angelegt.

Auf dem Burggelände steht auch das moderne Gebäude des Urweltmuseums Geoskop. Dort wird das Rad der Geschichte um rund 300 Millionen Jahre in die Zeit des Rotliegenden zurückgedreht. Das Museum zeigt versteinerte krokodilähnliche Amphibien, Reptilien, Fische und Bäume der tropischen Farn- und Schachtelhalmwälder aus der Zeit vor den Dinosauriern. Seit mehr als 150 Jahren ist das Nordpfälzer Bergland eine Schatzkammer für Naturforscher, die hier bisher unbekannte Fossilien von Schmelzschuppenfischen, Süßwasser-Stachelhaien und Dachschädellurchen fanden, die in einer Landschaft lebten, die von vielen Seen und Flüssen durchzogen war.

Heute fließen der Glan und die Alsenz durch die Region und münden beide in der Nahe. Der vom ADFC als Qualitätsradroute mit vier Sternen bewertete Glan-Blies-Radweg führt direkt durch das Kuseler Musikantenland. Ab Altenglan beginnt auf einer 40 Kilometer langen stillgelegten Bahntrasse ein besonderes Raderlebnis auf der Draisinenstrecke bis Staudernheim. Die Fahrräder können auf der Draisine problemlos mitgenommen werden.

Die Burg Lichtenberg ist ganzjährig zugänglich. Die Museen haben von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. In dieser Zeit finden auf der Burg Lichtenberg an allen Sonn- und Feiertagen öffentliche Führungen statt. Start ist um 15 Uhr an der Zehntscheune. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2,10 Euro und für Kinder ab sechs Jahre 1,50 Euro.

Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 13. Mai, lädt die Burg von 10 bis 18 Uhr zum Burgfrühling ein. Im Urweltmuseum können dann Fossilien und Edelsteine präpariert werden, zudem gibt es Sonnenbeobachtungen mit dem Arbeitskreis Astronomie und die Sonderausstellung „Mammuts – Ikonen der Eiszeit“. An der Unterburg gruppieren sich 25 Stände zu einem Blumen- und Kräutermarkt, es gibt verschiedene Kinderaktionen und natürlich viel Musik. Heidrun Braun

Nähere Informationen: Fremdenverkehrszweckverband Pfälzer Bergland, Trierer Straße 49–51, Kusel, Tel. 06381/424.270, www.pfaelzerbergland.de

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