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Ein Stück Freiheit kann man mieten! (Teil 4)

Im dritten Teil der Reise haben wir den heiligen Berg der Franzosen und die Grenze zur Bretagne erreicht. Hier werden sich die Wege der beide Wohnmobile trennen. Unsere Reise geht weiter in Richtung der Atlantikküste.

Jutta SchützdellerLesezeit: 5 Minuten

Steinreihen von Carnac
Die Steinreihen von Carnac sind vielleicht nicht so berühmt wie Stonehenge, aber mindestens genau so beeindruckend.
Foto: Tanja Striesow

7. Etappe: Von der Freiheit, zu kommen und zu gehen

Heute trennen sich unsere Wege. Während unsere Freunde wieder in Richtung Heimat fahren, treibt uns die Abenteuerlust und Reisefreude weiter nach Westen. Hier riecht es nach Tang und Seeluft und das Licht ist unvergleichlich. Wir richten uns nach Südwesten aus und kommen an unserem Ersten Ziel, in Carnac, nach etwa drei Stunden Fahrt an. Die Steine von Stonehenge kennt ja im Prinzip jeder, weniger bekannt, aber nicht weniger beeindruckend sind die Steinalleen von Carnac. Dass es eine Verbindung zwischen den frühzeitlichen Menschen der Bretagne und der britischen Insel gab, wird spätestens hier sichtbar. Aus Gründen, die nach wie vor nicht vollends geklärt sind, haben die Urzeitbewohner des Landstrichs, der heute den Namen Morhiban trägt, Granitsteine unterschiedlicher Größe in Reihen aufgestellt, die alle in eine Richtung zeigen. Diese parallel verlaufenden „Alleen“ hatten zweifelsohne einen rituellen Hintergrund, was genau diese Ansammlung bedeutet, wird vermutlich noch länger ein Geheimnis bleiben. Wir schauen uns die Steine an und fahren dann weiter zur Halbinsel Quiberon, die ganz in der Nähe in den Atlantik hineinragt. Quiberon ist eine quirlige kleine Halbinsel, die selbst jetzt in der Nebensaison jede Menge Verkehr zu verkraften hat. Wir schlängeln uns durch unzählige Kreisverkehre bis an die Spitze der Halbinsel, wo mehrere Campingplätze zur Auswahl stehen. Auch wenn die Insel einen gewissen Charme hat, für WoMo-Reisende finden wir sie nur bedingt geeignet. Wir haben unsere E-Bikes dabei und sind damit recht beweglich, weitere Strecken sind jedoch nicht zu bewältigen. Wir haben uns wohlweislich noch in Saint Malo mit allem notwenigen eingedeckt und können an diesem Abend eine Pfanne mit Crevettes und Zucchinis genießen.

Wir beschließen, dass es uns hier nicht ausreichend gut gefällt – der Vorteil eines Wohnmobils ist, dass es genau in Null Komma Nichts reisefertig ist. Inzwischen haben wir eine Routine entwickelt, was die Abreise angeht und während einer sich um das Abkoppeln von den Versorgungsleitungen kümmert, prüft der andere, ob alles sicher verstaut ist. Bei schönem Wetter machen wir uns auf, weiter nach Süden, die Île de Noirmoutier ist unser nächstes Ziel. Sie liegt ein wenig südlich der Loire-Mündung in etwa auf der Höhe von Nantes. Um sie zu erreichen, durchqueren wir das Marais Breton, eine Landschaft, geprägt von Salzwiesen und unzähligen Kanälen, die von Ebbe und Flut abhängig mal mit Wasser gefüllt sind und mal vollkommen trockenfallen. Hier hat sich eine einzigartige Vogelwelt erhalten, die auch durch die landwirtschaftliche Nutzung keinen Schaden zu nehmen scheint. Wo es und gefällt, halten wir kurz an und lassen die Landschaft auf uns wirken – Verpflegung und sichere Unterkunft inklusive.

Die Ankunft auf der Île de Noirmoutier erleben wir bei strahlendem Sonnenschein. „Hier möchte ich ein wenig bleiben,“ sagt die Reisemobilfahrerin und der Gefährte hat nichts dagegen. Wir quartieren uns auf einem Campingplatz direkt am Meer ein, der Strand ist lediglich durch einen kleinen Holzzaun vom Platz getrennt. Wir können das Meer rauschen hören, die würzige Seeluft einatmen und den Schreien der Möwen lauschen. Der Hauptort der Insel liegt in 2 Kilometer Entfernung, eine Distanz, die man wunderbar mit dem Fahrrad und Einkäufen zurücklegen kann. Die beiden nächsten Tage gehören dem Seele-baumeln-lassen und Sonne tanken.

Noirmoutier
Noirmoutier gehört zu den nördlichen französischen Atlantikinseln. Rau, aber wunderschön.
Foto: Tanja Striesow

8. Etappe: Die Freiheit, vor dem Wetter fliehen zu können

Als das Wetter nach zwei Tagen und einem gehörigen Sonnenbrand schlechter zu werden droht, schlägt wieder die Stunde des Wohnmobils. Fest installiert auf einem Campingplatz ist es bequemes Quartier und man vergisst, dass hinter den gedrehten Sitzen ein Cockpit jederzeit startbereit ist. Wenn es die Situation erfordert, ist man in wenigen Minuten startklar und aus der komfortablen Einraumwohnung wird im Nu das Transportmittel, welches einen zum nächsten Ort – oder manchmal auch nur auf den Weg bringt. In ein paar Tagen müssen wir wieder zu Hause sein, aber eine „Höllenetappe“ wollen wir uns nicht antun, dafür haben wir doch ein Wohnmobil und die Freiheit, uns den Urlaub so einzuteilen, wie es uns gefällt. Unser letzter Standort auf der Île de Noirmoutier lag in der Nähe der Loire-Mündung und so schauen wir uns an, schauen auf die Regenwolken am Horizont und beschließen, ganz gemütlich an der Loire entlang Richtung Heimat zu fahren.

Die Loire bietet neben vielen, vielen Kilometern kleiner Straßen, die am Ufer entlang durch teils sehr malerische Örtchen führen auch noch jede Menge Schlösser und Weingüter, die man besichtigen kann. Wir haben ein Etappenziel ausgemacht und wollen Amboise erreichen. An dieser Stelle sei gesagt, dass sich unser Wohnmobil trotz seiner sieben Meter Länge hervorragend auch in engen Ortschaften fahren lässt. Hin und wieder geht es nur im Schritttempo voran, aber das gut ausgestattete Mobil ist selbst in engsten Kurven gut navigierbar. Nach einem Tag unterwegs parken wir unser Mobil auf einer kleinen Insel in der Loire, wo der Campingplatz von Amboise liegt. Dass diese Stadt beliebtes Ziel von Urlaubern ist, merkt man sofort an der internationalen „Zusammensetzung der Gäste. Hier treffen sich Wohnmobilisten aus vielen Ländern und es gibt sogar ein internationales Hymer-Camp, bei dem sich zahlreiche britische Reisemobilbesitzer eingefunden haben.

Amboise ist nicht nur wegen seines berühmten Bewohners beliebt, sondern auch guter Ausgangspunkt für ausgedehnte Fahrradtouren an der Loire. Das merken wir, als wir am Abend miterleben, wie die Radfahrer von ihren Tagestouren zurückkehren. Unsere Fahrräder stehen hingegen warm und trocken in der „Garage“ unter unserem Bett, neben ihnen einige Flaschen vom guten Cidre, den wir erstanden hatten und auch noch drei Pflanzen, denen wir in einem Gartenmarkt „begegnet“ sind und denen wir nicht widerstehen konnten. Wir sind vom Tag geschafft und beschließen den Abend mit einem leckeren Essen aus der Bordküche und einem- so gehört es sich hier selbstredend – Glas guten Loire-Rosé.

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Da sind sie nun, die beliebten Austern. In diesem Fall in der bordeigenen Küche überbacken. Der Neid der Daheimgebliebenen war gewiss.

Tanja Striesow

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