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  • Studie Größtes Hemmnis ist der mangelhafte Breitbandausbau - Wissing will eine Strategie für Rheinland-Pfalz

    Unter dem Bundesdurchschnitt: Wirtschaft im Land nur mittelmäßig digital

    Mainz. Wie digital sind Rheinland-Pfalz und seine Unternehmen? Die Antwort lautet: mittelmäßig, wenn man den Ergebnissen einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts Kantar TNS folgt. Demnach kommt Rheinland-Pfalz auf einen Digitalisierungsgrad von 51 von 100 möglichen Indexpunkten. „Das ist zunächst einmal nicht schlecht, kann uns aber nicht zufriedenstellen“, sagte Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). Rheinland-Pfalz liegt damit nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 55 Punkten. „Eine Digitalstrategie ist dringend erforderlich“, betonte Wissing.

    Schnelles Internet mithilfe von Glasfaserkabeln gilt als Zukunftstechnik. Doch gerade hier scheint es einer Studie zufolge in Rheinland-Pfalz zu haken. Demnach ist der Breitbandausbau im Land das größte Hemmnis für die Digitalisierung der Unternehmen. Derzeit liegt Rheinland-Pfalz noch knapp unter dem Bundesschnitt beim Grad der Digitalisierung. 
    Schnelles Internet mithilfe von Glasfaserkabeln gilt als Zukunftstechnik. Doch gerade hier scheint es einer Studie zufolge in Rheinland-Pfalz zu haken. Demnach ist der Breitbandausbau im Land das größte Hemmnis für die Digitalisierung der Unternehmen. Derzeit liegt Rheinland-Pfalz noch knapp unter dem Bundesschnitt beim Grad der Digitalisierung. 
    Foto: dpa

    Für die Untersuchung wurden 724 Unternehmen aus elf Branchen befragt. Sie sehen den fehlenden Ausbau des Breitbandnetzes als größtes Hemmnis. Die Regierung von SPD, FDP und Grünen solle ihn vorantreiben und den Datenschutz klar regeln, fordern die Betriebe. Die Unternehmen wünschen sich außerdem einen eigenen Digitalisierungsbeauftragten in der Staatskanzlei in Mainz.

    35 Prozent der Unternehmen halten eine Digitalisierung laut Befragung aber auch „nicht für notwendig“. Dies gilt verstärkt für den Verkehr, die Logistik und das Gesundheitswesen.

    Der von Kantar TNS entwickelte Digitalisierungsindex ermittelt den Umfang der Nutzung digitaler Technik sowie den Stellenwert der Digitalisierung in der Unternehmensstrategie anhand von 13 Kernfragen. Seit 2015 ermittelt Kantar TNS so bereits einen bundesweiten Digitalisierungswert, von den Bundesländern hatte bisher nur Sachsen eine solche Untersuchung in Auftrag gegeben.

    Für Rheinland-Pfalz ist die Umfrage branchenrepräsentativ, sagte Studienleiterin Sabine Graumann. Der Bereich zwischen 40 und 70 Punkten gilt als durchschnittlich, alles über 69 Punkten als hoch digitalisiert. Nur 20 Unternehmen bundesweit und eine Handvoll in Rheinland-Pfalz erreichten die vollen 100 Punkte, zumeist IT-Unternehmen. 19 Prozent der Unternehmen in Rheinland-Pfalz sind demzufolge hoch, 50 Prozent durchschnittlich und 31 Prozent niedrig digitalisiert.

    Die Studie zeigt auch: Kleinstunternehmen sind deutlich stärker digitalisiert als der Mittelstand, Dienstleistungsunternehmen (53 Punkte) und gewerbliche Wirtschaft (51 Punkte) liegen vor dem verarbeitenden Gewerbe (40 Punkte). Die IT-Branche (72 Punkte) liegt weit vorn, Schlusslicht ist das Gesundheitswesen (37 Punkte). „Rheinland-Pfalz steht noch ein bisschen hinter dem Bundesgebiet zurück“, sagte Graumann. Bei der Nutzung innovativer Anwendungen liegt es aber vor dem Bund. Das gilt zum Beispiel für das Internet der Dinge, also der Kommunikation intelligenter Geräte untereinender (59 Punkte) und unternehmensübergreifende Dienstleistungsmodelle, die sogenannten Smart Services (38 Punkte).

    „Eine Digitalstrategie ist dringend erforderlich“, sagt  Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP)
    „Eine Digitalstrategie ist dringend erforderlich“, sagt  Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP)
    Foto: dpa

    Beim Einbinden der Digitalisierung in die Unternehmensstrategie hinken die Rheinland-Pfälzer allerdings stark hinterher: Hier kam der Landeswert nur auf 59 Punkte im Vergleich zu 70 Punkten bundesweit. Auch die Nutzung mobiler digitaler Geräte ist noch vergleichsweise gering ausgeprägt. Das Tempo der Digitalisierung schätzt die Studie im Land als „eher verhalten“ ein: Bis 2021 werden der Umfrage zufolge 30 Prozent hoch digitalisiert sein, aber auch weiter nur 40 Prozent durchschnittlich – und 31 Prozent verharren im niedrigen Bereich. Die 137.000 Euro teure Studie ermittelte nun erstmals branchengenau den Stand für Rheinland-Pfalz. „Wir müssen jetzt loslegen“, sagt Wissing.

    Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein