40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Weltkulturerbetitel ist eine große Ehre für Raiffeisen
  • Weltkulturerbetitel ist eine große Ehre für Raiffeisen

    Neuwied. Die Genossenschaftsidee gehört jetzt zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Das hat das Internationale Komitee der Unesco im äthiopischen Addis Abeba bekannt gegeben. In Deutschland legten der in Hamm an der Sieg geborene Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der später lange Jahre Bürgermeister von Heddesdorf war, und Hermann Schulze-Delitzsch Mitte des 19. Jahrhunderts die Grundlagen für die heutige Genossenschaftspraxis.

    Foto: yx

    "Wir sind hoch erfreut darüber und dankbar, dass auf diese Weise die beiden Väter der Genossenschaften in Deutschland eine Würdigung erhalten - für die Grundlegung einer Idee, die heute mehr denn je von großer Relevanz ist. Allein in Deutschland sind mehr als 20 Millionen Menschen in Genossenschaften organisiert", sagte Josef Zolk, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und ehemaliger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Flammersfeld.

    Neuwieds Oberbürgermeister Nikolaus Roth reagierte mit großer Freude auf die Entscheidung. Er sei aber schon im Vorfeld davon überzeugt gewesen, dass Raiffeisens Ideen, von denen sich Hunderte Millionen Menschen auf der Welt leiten lassen, die offizielle Anerkennung erhält. "Raiffeisen hat ein sozialreformerisches Wirken in Gang gesetzt, das man als einmalig bezeichnen kann", betonte Roth. "Was er geschaffen hat, ist von weltumspannender Bedeutung." In Neuwied werden Raiffeisens Ideen mit Leben gefüllt, meinte Roth mit Hinweis auf das große ehrenamtliche Engagement auf den unterschiedlichsten Feldern. Auch ihm selbst dienten die Thesen Raiffeisens als Leitfaden in der täglichen Arbeit. Die Idee, dass ein jeder etwas in die Gemeinschaft gebe, um daraus auch einen Anteil zurückzuerhalten, betrifft laut Roth jedoch nicht nur das wirtschaftliche Wirken, sondern das gesellschaftliche Leben insgesamt. Und sie sei so aktuell wie nie.

    Die Anerkennung als Kulturerbe hat auf jeden Fall positive Wirkungen auf Neuwied und die gesamte Raiffeisen-Region. Roth sagt dies auch mit Blick auf das Jahr 2018: "Das wird nicht nur das Karl-Marx-Jahr, sondern wir feiern auch den 200. Geburtstag Raiffeisens; und das mit einigen prominent besetzten Veranstaltungen." Dazu stehe man bereits in engen Kontakten mit der Raiffeisengesellschaft, der VR-Bank und auch der Landesregierung.

    In Neuwied wolle man natürlich besonders hervorheben, dass sich Raiffeisen hier nach seiner Pensionierung - und unterstützt von seiner Tochter Amalie - intensiv mit dem Genossenschaftswesen ausweinandergesetzt und seine Thesen zu Papier gebracht hat. "Sein Werk liegt hier begründet. Das wollen wir auch deutlich artikulieren", sagt Roth.

    "Dies ist eine besondere Auszeichnung für den wohl mit Abstand berühmtesten Bürger unserer Stadt", freut sich auch Neuwieds Bürgermeister Jan Einig mit Blick auf das jahrzehntelange Wirken Raiffeisens in Heddesdorf. Einig erklärte zudem: "Neben den konkreten wirtschaftlichen und sozialen Aspekten von Genossenschaften ist der Grundgedanke, Menschen zusammenzuführen, um gemeinsame Ziele zu realisieren, aktueller denn je." Gerade in der sich wandelnden Gesellschaft seien Partizipation, Kooperation und aktives Mitgestalten, wie es die Genossenschaftsidee verkörpere, unverzichtbar. "Die Idee der Genossenschaft hat nicht nur unsere Kultur und Gesellschaft der vergangenen 150 Jahre maßgeblich beeinflusst, sie bietet sich auch an als Modell für künftige gesellschaftliche Entwicklungen", unterstrich Einig.

    Groß war der Jubel über die Entscheidung in Addis Abeba natürlich bei den Genossenschaftsbanken im Kreis Neuwied. "Wir sind Weltkulturerbe" prangte es gestern zum Beispiel groß auf der Homepage der Raiffeisenbank Neustadt. "Wir sind stolz darauf, ein Teil dieser einzigartigen, weltweit bedeutenden Arbeit zu sein, die in unserer Region ihre Wurzeln hat", sagt deren Vorstandsassistent Bastian Hallerbach und erklärt: "Im Kirchspiel Anhausen haben wir mit dem Darlehenskassenverein Anhausen vor über 150 Jahren die erste Genossenschaftsbank nach dem Musterstatut von Friedrich W. Raiffeisen gegründet. Er stand mit seinen Vorstellungen einer werteorientierten Gesellschaft Pate für heute über 11 000 Mitglieder unserer Bank - dieser besonderen Verantwortung sind wir uns bewusst. Für das Raiffeisen-Jubiläumsjahr 2018, am 200. Geburtstag des Genossenschaftsgründers, liefern wir damit die Quellen, die noch mehr Menschen von der Genossenschaftsidee überzeugen soll."

    Frank Blum

    Anzeige
    x
    x
    Top Angebote auf einen Klick
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Neuwied bei Facebook
    Regionalwetter Neuwied
    Mittwoch

    9°C - 18°C
    Donnerstag

    9°C - 21°C
    Freitag

    10°C - 24°C
    Samstag

    8°C - 19°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach