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    Kreis NeuwiedTransport von Asche Verstorbener: Urnen im Paketauto findet nicht jeder pietätvoll [mit Umfrage]

    Wenn sich Menschen nach ihrem Tod einäschern lassen, gibt es zwei Wege, wie die Urnen vom Krematorium zurück ins Bestattungsinstitut gelangen: Entweder klassisch mit einem Bestattungsfahrzeug oder mit dem Transporter eines eigens dafür lizenzierten Paketdienstes. Letzteres findet aber nicht jeder pietätvoll, wie unsere Recherche zeigt.

    Die Überführung durch einen zugelassenen Paketdienst gehört schon länger zur gängigen Praxis, wenn die Urne mit der Asche des Verstorbenen zurück zum Bestatter oder in ein anderes Land muss.
    Die Überführung durch einen zugelassenen Paketdienst gehört schon länger zur gängigen Praxis, wenn die Urne mit der Asche des Verstorbenen zurück zum Bestatter oder in ein anderes Land muss.

    "Ich finde es pietätlos, neben Amazonpäckchen und Autoersatzteilen meine letzte Reise antreten zu müssen", sagt etwa ein Leser, der namentlich nicht erwähnt werden möchte. Mit dieser Haltung steht er nicht allein da.

     

    Joachim Mühlhöfer, Bestatter in Unkel und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Bestatter, hält persönlich auch nichts von Urnen im Paketdienstauto: "Ich sehe das aus Gründen der Pietät lediglich als absolute Notvariante. Genauso berate ich auch die Familien, wenn die Frage der Überführung der Urne ansteht. Und das sollten meiner Meinung nach eigentlich alle Mitgliedsbetriebe so handhaben."

    Umfrage
    Umfrage: Urnentransport mit Paketauto

    Die Asche Verstorbener mit einem Paketdienst statt einem klassischen Bestattungswagen auf die letzte Reise schicken? Das klingt erst einmal merkwürdig. Gleichwohl werden heute mehr solcher Transporte von zugelassenen Dienstleistern übernommen als früher. Wie finden Sie das?

    Der Transporter eines Paketdienstes ist kein würdevoller Ort für die Asche eines Verstorbenen. Das ist pietätlos!
    25%
    Bestattungswagen oder Lieferdienst? Ist doch egal. Hauptsache die Urne kommt an.
    11%
    Das ist einzig und allein Sache der Angehörigen, die die Entscheidung treffen müssen.
    30%
    Was soll die Aufregung? Es geht ja lediglich um die Überführung vom Krematorium zurück zum Bestatter.
    34%
    Stimmen gesamt: 79

    Cornelia Zwitter, Inhaberin des ältesten Bestattungsunternehmens in Neuwied "Janek", sieht im Paketdienst "einen alternativen Weg, den die Rechtssprechung auch zulässt". In der Regel müsse eine Urne aber im Bestattungsfahrzeug transportiert werden. Was die Frage nach der Pietät betrifft, sagt sie: "Die Entscheidung, ob Bestattungswagen oder Paketdienst, trifft einzig die Familie. Wir klären vorher auf, mischen uns aber nicht ein." Cornelia Zwitter kann aber verstehen, wenn Menschen den Paketdienst als wenig würdevoll ansehen. "Allerdings gibt es Familien, für die resultiert die Entscheidung pro Paketdienst rein aus Kostengründen heraus."

     

    Joachim Mühlhöfer sieht das Kostenargument nicht als entscheidend an. Der Bestatter habe durchaus die Möglichkeit, den Familien von Verstorbenen mit günstiger kalkulierten Tarifen für die Überführung entgegenzukommen: "Die Beratung ist dabei das A und O. In diesem Jahr haben wir schon ganz oft den Fall gehabt, dass Angehörige sagen: ,Gut, dass Sie uns das so erklären, wie das mit der Urne im Paket läuft.'"

    Bestatterkollege und Obermeister der Innung Koblenz, Bernd Geyer, berechne seinerseits die Kosten für die Rücküberführung "sehr niedrig", etwa, in dem man Leerfahrten vermeidet. Dann würden viele Familien lieber auf den Bestattungswagen zurückgreifen. Gleichwohl gibt es heute mehr Transporte mit DHL oder einem anderen zugelassenen Dienst als früher. So verwerflich findet Geyer das auch gar nicht: "Es ist ja nicht so, dass sich das Paket mit der Urne hinten zwischen all den anderen Paketen wiederfindet. Wie ich beobachten konnte, liegt es meist in einem Korb unter dem Fahrersitz." Zudem sei am Karton zu erkennen, dass es sich beim Inhalt um eine Urne handelt: "Die Fahrer gehen dann auch entsprechend würdevoll mit dem Paket um."

    • Der Bundesverband der Bestatter hat in diesem Jahr laut Landesverbandsvorstand Joachim Mühlhöfer einen neuen Rahmenvertrag über die nationale und internationale Überführung von Urnen mit dem Paketdienst Go!Express ausgehandelt. Ein weiterer zugelassener Anbieter dieses Überführungsservice ist das Paketunternehmen der Deutschen Post, DHL.

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

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