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  • Jubiläum Märkerwaldschule feiert - Schüler lernen in Projektwoche Vergangenheit kennen

    Sütterlin bis Solarzelle: 50 Jahre Schule Urbach

    Urbach. Ob Sütterlin als Schönschreibschrift oder Hüpfkästchen auf dem Pausenhof – viele Aspekte eines früheren Kinderlebens sind heute in Vergessenheit geraten. Doch die Urbacher Grundschule lässt sie wieder aufleben. Im Dezember 1966 wurde das neue Gebäude der Schule eingeweiht, die damals noch eine Volksschule war. Schüler und Lehrer feiern in diesem Schuljahr den 50. Geburtstag der „neuen“ Schule. Dazu laden sie ehemalige Lehrer und Schüler, Eltern und alle Interessierten am Samstag, 1. April ein.

    Die Vorbereitungen für die Projektwoche sind in vollem Gange. Das Leben und Lernen von früher soll den derzeit 134 Schülern nähergebracht werden – laut Schulleiterin Herma Graß-Nitsche „aber nicht zeitlich begrenzt“. Die Schüler gestalten den Inhalt der Feier übrigens selbst mit. Das Ziel sei es zu zeigen, was Kindheit früher ausgemacht hat und dass sie früher anders war, wie Graß-Nitsche betont. Kleidung, Ernährung, Tagesablauf – dies und mehr sollen die Kinder selbst erfahren.

    So erarbeiten sich die Schüler anhand der Chronik und alter Bücher die Geschichte der Schule selbst und erstellen eine Zeitleiste. Jede Klasse besucht während der Projektwoche das Dorfmuseum im Haus am Hochgericht, und Zeitzeugen erwecken die Vergangenheit mit altem Spielzeug und Geschichten aus ihrem Alltag als Kinder zum Leben. Auch die Zeit vor 1966 spielt dabei eine Rolle: „Viele unserer Gäste sind schon über 80“, sagt die Schulleiterin. Die Kinder dürfen schreiben, handarbeiten, waschen und kochen wie früher.

    Zur Feier sind auch die Lehrer des ersten Kollegiums von 1966 eingeladen. Es seien noch alle am Leben, bis auf eine Kollegin: „Aber ihre Schwester hat angekündigt, an ihrer Stelle zu kommen“, sagt Graß-Nitsche. Eltern werden auch aktiv, indem sie Hüpfkästen und andere alte Spiele auf den Schulhof malen.

    Anfang der 60er-Jahre wurde der Beschluss gefasst, die beiden Schulen für das Kirchdorf und das Überdorf durch eine neue Gemeinschaftsschule zu ersetzen. Nach einer Änderung des Schulgesetzes mussten außerdem einklassige Volksschulen aufgelöst werden. So kam es, dass das ursprünglich nur für Urbach geplante Gebäude zur Mittelpunktschule fürs gesamte Kirchspiel wurde: Kinder aus Dernbach, Harschbach, Linkenbach und Niederhofen sollten die neue Schule ebenfalls besuchen. Und dieser Einzugsbereich hat sich bis heute nicht geändert.

    Bereits zu Beginn war die Schule für die 186 Kinder zu klein. Linkenbach und Dernbach schickten zunächst nur die älteren Kinder, die alten Räume der Gemeinden wurden bis 1985 als Grundschule genutzt. Im Schuljahr 1969/70 wurde die Urbacher Schule offiziell eine Grundschule, und die höheren Klassen gingen nach Puderbach.

    Auch äußerlich hat sich einiges getan: Die Schule hat 1992 den ersten und 1997 den zweiten Anbau bekommen; diese schließen von zwei Seiten das erste Gebäude ein. 2008 musste der erste Anbau wegen Schimmelbefalls abgerissen werden und wurde mit einer energetischen Sanierung wieder errichtet, wobei auch Solarzellen auf dem Dach angebracht wurden.

    Über die Zeit sind viele Schüler und Lehrer gekommen und gegangen. Bisher hat es aber erst drei Schulleiter gegeben: Von der Gründung bis zur Pensionierung 2002 war Gerhard Ebbinghaus Rektor. Dann übernahm Hedwig Gilles, bevor die aktuelle Schulleiterin Herma Graß-Nitsche 2008 ihr Amt antrat.

    Die Märkerwald-Schule hat ihren Namen seit 2014: Spätestens seitdem sind der Wald und die Natur wichtige Bestandteile des Schulalltags. Seit 2009 ist sie zudem Teil des Netzwerks Bildung für nachhaltige Entwicklung, das Kinder zur Nachhaltigkeit erziehen soll. Auch hier spielt die ländliche Umgebung eine große Rolle: Die Schüler haben zum Beispiel in einer Projektwoche erneuerbare Energien kennengelernt, und jedes Jahr veranstaltet die Schule „Walderlebnistage“ für alle Klassen.

    Von unserer Mitarbeiterin Sara Rumpf

    So läuft die Feier ab

    Am Tag der Feier haben die Schüler ausnahmsweise samstags Schule – ab 8 Uhr werden in den Klassen noch die letzten Vorbereitungen getroffen. Um 9.30 Uhr beginnt dann die Feier in der Mehrzweckhalle. Die Schüler stellen ihre Ergebnisse in Präsentationen vor, und danach sind alle Besucher eingeladen, in die Klassen zu gehen.

    Jede Klasse hat ein Angebot, das auch Erwachsene zum Mitmachen einlädt. Für das leibliche Wohl wird in der Mehrzweckhalle gesorgt, wo die Eltern nach den Feierlichkeiten auch selbst gebackenen Kuchen verkaufen.

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