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  • Rückblick und Ausblick: Die RZ hat bei der Sanierung der Marktkirche hinter die Kulissen geguckt

    Neuwied. Sie ist eine der momentan größten Baustellen in der Deichstadt: die Marktkirche. Die hohen Gerüste, auf denen sich die Arbeiter bewegen sind weithin sichtbar. Sie sind notwendig, um die aufwendige Sanierung am Dach des Gotteshauses voranzutreiben.

    Das Gerüst an der Marktkirche ist weithin sichtbar und deutet auf die umfangreichen Sanierungsarbeiten am und im Gotteshaus hin. Das Wichtigste geschieht indes im Gebäudeinneren – und ist daher für die meisten nicht zu sehen. Das Foto gibt einen Einblick in die aktuellen Tätigkeiten. „Im Bereich der Vierung kommt eine Last von rund drei Kleinwagen in den Fußpunktbereichen an“, erläutert Architekt Peter Schwenkmezger. Da diese vier Fußpunkte, auf der die kompletten Haupt- und Querschiffdächer lasten, erneuert werden müssen, wird ein Stahlkorsett eingebaut.  
    Das Gerüst an der Marktkirche ist weithin sichtbar und deutet auf die umfangreichen Sanierungsarbeiten am und im Gotteshaus hin. Das Wichtigste geschieht indes im Gebäudeinneren – und ist daher für die meisten nicht zu sehen. Das Foto gibt einen Einblick in die aktuellen Tätigkeiten. „Im Bereich der Vierung kommt eine Last von rund drei Kleinwagen in den Fußpunktbereichen an“, erläutert Architekt Peter Schwenkmezger. Da diese vier Fußpunkte, auf der die kompletten Haupt- und Querschiffdächer lasten, erneuert werden müssen, wird ein Stahlkorsett eingebaut.  
    Foto: A+ Architekten

    Insgesamt sollen die dafür notwendigen Arbeiten rund 610 000 Euro kosten (die RZ berichtete). Es ist dies die zweite große Sanierung der Kirche, deren ursprünglich hoher schlanker Glockenturm im Jahr 1944 durch Bomben zerstört wurde. Im verwüsteten Kirchenschiff bahrte man die Toten auf. Von der Instandsetzung des Daches kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs zeugen die Schwarz-Weiß-Abbildungen auf dieser Seite., die uns Claudia Schmitz zur Verfügung stellte. 1958 erfolgte dann eine Renovierung des Gotteshauses. Dabei wurde fast aller Zierrat beseitigt, die Kirche wurde "entdekoriert".

    Doch zurück ins Hier und Jetzt. In der ersten Bauphase geht es vor allem um die morschen Holzteile des Dachstuhls. Über ein Loch im Dach hat laut Baukirchmeister Henning Peter eine Stahlbaufirma vorgeschweißte Teile ins Kircheninnere transportiert.

    Nun geht es Schlag auf Schlag. Die Rhein-Zeitung sprach mit dem verantwortlichen Architekten Peter Schwenkmezger aus Bendorf, dem Geschäftsführer von A+ Architekten, der mit dem Fortgang der Arbeiten sehr zufrieden ist. "Der Bauzeitenplan wird aktuell eingehalten", betont er.

    Arbeitsschutz wird heute groß geschrieben. Aufwendige Gerüstkonstruktionen an der Kirche sichern die Arbeiter.
    Arbeitsschutz wird heute groß geschrieben. Aufwendige Gerüstkonstruktionen an der Kirche sichern die Arbeiter.
    Foto: Frank Blum

    Doch welche Arbeiten stehen momentan überhaupt an? "Aktuell führen wir die Sanierung des Dachstuhls aus. Diese erfolgt in Stahl- und Holzbauweise", klärt der Experte auf. Dabei entnehmen die Zimmerleute und Stahlbauer die durch Käfer und auch durch Feuchtigkeit geschädigten Holzbauteile wie Sparren, Pfetten und Sprengwerke und ersetzen sie durch neue Holzbauteile und Stahl. Auch die Dachdecker haben mit ihren Arbeiten begonnen.

    Das Gute daran: Unerwartete Probleme sind bislang laut Schwenkmezger nicht aufgetreten? "Die Arbeiten laufen planmäßig und können nach der bereits durch einen Prüfstatiker geprüften Statik durchgeführt werden. Sicherlich werden wir vor Ort immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, doch diese sind bei derartigen Bauvorhaben normal, und wir hatten sie wir auch im Vorfeld erwartet", erläutert der Architekt. "Größere Überraschungen sind glückerlicherweise ausgeblieben." Da die Verantwortlichen schon im Vorfeld diverse Standarddetails für die Sanierung entwickelt und durch den Prüfstatiker haben prüfen lassen, können sie diese Details nun in Kopie immer wieder zur Anwendung bringen. "So werden die Stahlteile in einer Schlosserei vorgefertigt und dann im Dachraum durch Schrauben und Bolzen an den tragenden Holzbauteilen befestigt", sagt der Fachmann.

    Und was ist die größte Herausforderung bei der Sanierung? "Im Bereich der Vierung, dem Raum, der beim Zusammentreffen des Haupt- und Querschiffes einer Kirche entsteht, kommt eine Last von rund drei Wagen vom Typ VW Polo in den Fußpunktbereichen an, die durch die Feuchtigkeit beschädigt wurden", berichtet Schwenkmezger. Da diese vier Fußpunkte, auf der die kompletten Haupt- und Querschiffdächer lasten, erneuert werden müssen, wird ein Stahlkorsett zur Aufnahme dieser hohen Last eingebaut. Danach kann dann das beschädigte Holz entnommen werden. "Das Stahlkorsett verbleibt im Kirchendach und wird weiterhin die damalige Tragfunktion des beschädigten und ausgebauten Holzes übernehmen", erläutert der Architekt. Somit bleibt das Gotteshaus dank moderner Mittel "ein feste Burg".

    Historische Fotos an die RZ geschickt

    Mitte September des vergangenen Jahres berichtete die Rhein-Zeitung erstmals ausführlich über die Sanierung des Marktkirchendachs. Bei einem Informationsabend stellten die Verantwortlichen um Pfarrer Werner Zupp und Architekt Peter Schwenkmezger die Pläne – und die geschätzten Kosten – vor. Der Artikel stieß im Haus von Claudia Schmitz auf großes Interesse: „Als meine damals 88-jährige Mutter den Artikel gelesen hatte kommentierte sie das folgendermaßen: ,Wie, wollen die schon wieder das Dach machen?' Schnell wurde ihr bewusst, was sie da gesagt hatte und musste lachen“, berichtet die Neuwiederin. Keine 67 Jahre später, aber diesmal ohne ihren Vater wird das Dach der Marktkirche erneuert. „Und so kamen die alten, im April 1949 von meinem Vater geschossenen Fotos wieder zum Vorschein. Er machte damals gerade eine Ausbildung zum Zimmermann“, berichtet Claudia Schmitz stolz.

    Von unserem Redakteur Frank Blum

    Dachsanierung: Baustart an der MarktkircheMarktkirche: Dachsanierung beginnt im Sommer
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