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  • Bad Hönninger Windpark nimmt steil Form an

    Bad Hönningen/Waldbreitbach - Nicht nur im Norden des Landkreises, wo die Energieversorgung Mittelrhein Pachtverträge mit zwei Dörfern geschlossen hat, arbeitet man mit Hochdruck an einem Windpark. Auch Bad Hönningen ist schon weit. Am augenfälligsten zeigt das der Windmessmast, den in wenigen Wochen der TÜV Süd im Auftrag von Süwag und Verbandsgemeinde (VG) im Wald über Bad Hönningen aufstellen wird. Ein Jahr lang analysiert die Süwag die Windstärke in Frammerich. Derweil zählen andere Fledermäuse, sprechen mit Naturschutzverbänden, verhandeln mit Bürgern und Institutionen: Die RZ erklärt die wichtigsten Fakten und Schritte zu diesem Windenergieprojekt.

    Wichtiger Schritt in Richtung Windpark: In 140 Meter Höhe misst ein solcher von Stahlseilen gehaltene Mast ab April die Windhöffigkeit in Bad Hönningen.
    Wichtiger Schritt in Richtung Windpark: In 140 Meter Höhe misst ein solcher von Stahlseilen gehaltene Mast ab April die Windhöffigkeit in Bad Hönningen.
    Foto: frei

    Bad Hönningen/Waldbreitbach - Nicht nur im Norden des Landkreises, wo die Energieversorgung Mittelrhein Pachtverträge mit zwei Dörfern geschlossen hat, arbeitet man mit Hochdruck an einem Windpark. Auch Bad Hönningen ist schon weit. Am augenfälligsten zeigt das der Windmessmast, den in wenigen Wochen der TÜV Süd im Auftrag von Süwag und Verbandsgemeinde (VG) im Wald über Bad Hönningen aufstellen wird. Ein Jahr lang analysiert die Süwag die Windstärke in Frammerich. Derweil zählen andere Fledermäuse, sprechen mit Naturschutzverbänden, verhandeln mit Bürgern und Institutionen: Die RZ erklärt die wichtigsten Fakten und Schritte zu diesem Windenergieprojekt.

    Standort: Infrage kommen Flächen auf dem Rheinhöhenrücken, die der Stadt Bad Hönningen und Rheinbrohl gehören. Im Suchraum für mögliche Rotoren sind derzeit elf Standorte, sagt Achim Braasch, der das Projekt als Bauamtsleiter der VG betreut. "Ziel ist, sieben bis neun zu errichten." Die Windhöffigkeit liegt hier bei 5,8 bis 6,2 Metern pro Sekunde. Mit Ergebnissen des Windmessmasts aus 140 Meter Höhe wird das ab April genauer ausgewertet. Der TÜV Süd stellt den mit insgesamt 45 Stahlseilen abgespannten Mast in der Nähe der Kreuzung Rheinhöhenweg und Wanderweg von Bad Hönningen nach Hähnen auf.

    Wirtschaftlichkeit: Das gesamte Projekt wird nach aktuellem Stand rund 40 Millionen Euro Investitionen brauchen. Braasch und VG-Chef Michael Mahlert freuen sich: "Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der Süwag ist schon jetzt positiv." Einkalkuliert hat der Energieversorger, dass ein Windrad mal ausfällt oder wegen durchfliegender Fledermäuse und Zugvögel abgeschaltet werden muss. Laut Braasch rechnet man nur mit mindestens 95,5 Prozent Betriebszeit.

    Die VG hat mit einstimmigen Ratsbeschlüssen bisher 70 000 Euro für Gutachten und Vorbereitungen ausgegeben. Über die Rendite soll jeder Mitbetreiber seine Vorabinvestitionen später zurückbekommen. Wenn sich die Rotoren vor Ende 2014 anfangen zu drehen, wird die Rendite mit den gesetzlichen Einspeisevergütungen gut. Doch das bezeichnen Braasch und Mahlert als "ehrgeiziges Ziel". Und wenn erst 2015? "Dann bekommen wir eben eine mittlere Rendite."

    Beteiligung: Die VG arbeitet bisher mit der Süwag als technischem Betreiber für das Projekt zusammen, weil sie die Versorgerkonzession sowie ein Umspannwerk in Bad Hönningen haben. Gesamtbetreiber des Windparks könnte aber zum Beispiel eine Anstalt öffentlichen Rechts sein, in der mehrere juristische Personen zusammenkommen. Sie sind dann an Kosten und Rendite beteiligt. Auf der Wunschliste stehen noch die Ortsgemeinden Leutesdorf und Hammerstein, die VG Waldbreitbach und deren Orte. Doch auch einzelne Personen sollen mitmachen können: "Es wäre schön, wenn einen der Rotoren die Bürger bauen würden", sagt Mahlert. Die Einlagen in eine dafür zu gründende Genossenschaft will er niedrig, etwa bei 5000 Euro, halten. "Denn wenn es 100 000 sind, kommen doch nur die Reichen."

    Naturschutz: Obwohl der Windpark im Naturpark Rhein-Westerwald läge und geschützte Landschaften und Tiere tangierte, "gibt es keine K.-o.-Kriterien", sagt Braasch. Das haben Gutachten ergeben. Es gibt zwar zwei Schwarzstorch-Horste in Reidenbruch und Leutesdorf-Bachmühle. "Aber der sucht seine Nahrung am Wasser und fliegt darum nicht in die Höhe." Der mit sieben Horsten vertretene Rotmilan hat Freiflächen als Nahrungshabitat und fliegt deshalb eher nicht in den Wald, wo der Windpark geplant ist. Bei Netzfängen ist die besonders geschützte Bechsteinfledermaus wenig dabei gewesen.

    Hürden: Eine Herausforderung wird für Braasch die Auseinandersetzung mit dem Naturpark. Denn sein Zweck ist Erholung in der Stille. Das Planungsbüro Gutschker Dongus aus Odernheim erstellt, wie für Erpel und Bruchhausen auch, gerade eine Landschaftsbildanalyse. Die landesplanerische Stellungnahme des Kreises hat Bad Hönningen schon, ebenso das Statement von 107 betroffenen Institutionen und Bürgern. Im März setzt die VG sich mit Nabu und BUND zusammen, um naturschützenden Ausgleich zu ersinnen. Infrage kommt zum Beispiel die Beweidung der Rheinhänge zwischen Leutesdorf und Bad Hönningen.

    Von unserer Redakteurin Dorothea Müth

    Infoabende in Bad Hönningen und Waldbreitbach
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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