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  • Schätze aus der Schmucklade: Ausstellung zeigt Werke des Obersteiner Originals Alfred Bauer

    Idar-Oberstein. Vor fast genau drei Jahren ist Alfred Bauer im Alter von 86 Jahren verstorben. In Idar-Oberstein war er, vor allem wegen seiner politischen Aktivitäten, er war unter anderem mehrere Jahre für die DKP Mitglied des Stadtrats, bekannt wie "ein bunter Hund". Dabei war er aber, wie Peter Wenzel, Vorstandsmitglied der Bengel-Stiftung, im privaten Umgang stets höflich und bescheiden.

    Alfred Bauers Bruder Ludwig und seine Witwe Milli freuen sich gemeinsam mit den zahlreichen Gästen, die zur Ausstellungseröffnung in die Villa Bengel gekommen waren, über die Würdigung des vor drei Jahren verstorbenen Schmuckgestalters .  Foto: Hosser
    Alfred Bauers Bruder Ludwig und seine Witwe Milli freuen sich gemeinsam mit den zahlreichen Gästen, die zur Ausstellungseröffnung in die Villa Bengel gekommen waren, über die Würdigung des vor drei Jahren verstorbenen Schmuckgestalters .
    Foto: Hosser - Hosser

    Von unserem Reporter Jörg Staiber

    Wem Bauer kein Unbekannter war, der kennt mit ziemlicher Sicherheit auch seine Frau Milli. Weitaus weniger bekannt ist allerdings das kreative Schaffen Bauers, vielen dürfte vielleicht so gerade noch geläufig sein, dass er Stahlgraveur war. Einen Einblick in Bauers bemerkenswerte Arbeit als Schmuckgestalter gibt eine Ausstellung, die bis zum 17. April in der Obersteiner Villa Bengel zu sehen ist.

    "Alfred an Milli" ist der Titel dieser ganz besonderen Werkschau, die fast ausschließlich Schmuckstücke zeigt, die Bauer für seine Frau gestaltet hat. "Ich habe mich gewundert, was da alles zum Vorschein kam", meine Milli Bauer schmunzeln, die die Einführung von Julia Wild öfter mal mit spontanen Bemerkungen und Anekdoten bereicherte - wie etwa der, dass die beiden sich auf der Weihnachtsfeier des Grubschen kennenlernten, wobei es aber noch nicht gefunkt habe.

    "Offenheit und Neugier" seien die herausragenden Eigenschaften von Bauer gewesen, stellte Julia Wild fest. Das habe sich an seinen Arbeiten gezeigt, in denen er immer wieder Inspirationen aus aktuellen Kunstrichtungen aufnahm und kreativ weiterverarbeitete. So lassen sich etwa deutliche Einflüsse von Informel oder Zero erkennen, aber auch die weichen Formen der Plastiken von Henry Moore finden sich bei Bauer wieder. "Er war brillant darin, ästhetische Form und praktische Funktion zu einer Einheit zu verbinden", lobt ihn die erfolgreiche Schmuckgestalterin Petra Meiren, die einst ein Praktikum bei Bauer gemacht hat.

    Wie Bauer die Schmuckgestaltung förmlich in die Wiege gelegt wurde, zeigte Julia Wild auf. Er stammt aus einer traditionsreichen Pforzheimer Goldschmiedefamilie. Einer Anekdote zufolge hatte der Vater, der für Pforzheimer Fabrikanten Schmuck entwarf, eine Zeichnung des gerade mal Zwölfjährigen unter die eigenen geschmuggelt - und Alfreds Idee wurde auch prompt angenommen. 1938 kam der Vater nach Idar-Oberstein und wurde Werksleiter beim angesehenen Schmuckhersteller Klein & Quenzer, der damals rund 300 Mitarbeiter hatte. Auch Bauer lernte und arbeitete dort, schied aber nicht zuletzt wegen seines Engagements als Betriebsratsvorsitzender im Streit aus.

    So begann 1975 ein neues Kapitel in Bauers Arbeitsleben, er machte sich selbstständig. Dadurch, dass nun der Zwang, technisch reproduzierbare Vorlagen zu liefern, entfiel, eröffneten sich zahlreiche neue gestalterische Möglichkeiten. So widmete sich Bauer mit großer Hingabe dem Material Stein und schuf abseits gängiger Wege bemerkenswerte Schmuckstücke, gewann sogar einmal den Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis und erhielt bei dem Wettbewerb mehrere Belobigungen. Milli Bauer hat ihren Schmuck als Schenkung der Sammlung der Jakob-Bengel-Stiftung zugedacht.

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