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    FrauenbergSanierung der Frauenburg: Bislang 50 Tonnen Steine verarbeitet

    Der Anblick ist beeindruckend: Von Kopf bis Fuß sind die beiden Türme der Frauenburg von einem mächtigen Gerüst umgeben. Vom Innenhof dröhnt kreischender Baulärm ins Tal. Ein Arbeitertrupp der Firma Preuß und Rätsch aus Weimar macht sich mit Schlagbohrern am Mauerwerk der Burgruine zu schaffen.

    Türme und Schildmauer der Frauenburg sind komplett eingerüstet.  Foto: Benjamin Werle
    Türme und Schildmauer der Frauenburg sind komplett eingerüstet.
    Foto: Benjamin Werle

    In luftiger Höhe - der Bergfried der Burg misst über 30 Meter - arbeiten die Männer auf dem Gerüst stehend an der historischen Fassade. Der Materialtransport findet über einen großen Fahrstuhl statt, der von der Turmspitze bis in den Burggraben führt. In der ersten Sanierungsphase werden Bergfried, Nebenturm und Schildmauer erneuert. Nachdem aufgrund des frostigen Frühlings erst Anfang Juli mit der Instandsetzung der Frauenburg begonnen werden konnte, gehen die Arbeiten derzeit gut voran.

    Allein 50 Tonnen Steine wurden bislang an der Baustelle Frauenburg verarbeitet, wo der erste Bauabschnitt der 1,3 Millionen Euro umfassenden Sanierungsmaßnahme Ende des Monats abgeschlossen werden soll. Dabei wurden beschädigte Steine ausgetauscht, aber auch Mauern neu gebaut, beispielsweise an den Turmkronen, wo schadhafte Steine und Betonteile ersetzt wurden.

    Die Abschlüsse des kleinen und großen Turms wurden neu gesetzt, die Schildmauer, die die beiden Türme verbindet, wurde um 60 Zentimeter erhöht. Doch das ist nur ein Teil der aufwendigen Sanierung der im 14. Jahrhundert erbauten Burg, die sich mittlerweile im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz befindet.

    Für eine Besichtigung der Baustelle am Mittwochnachmittag wurden Frauenbergs Ortsbürgermeister Dirk Schröter, VG-Chef Peter Lang und Jessica Jung, Tourismusbeauftragte der Verbandsgemeinde, der Eintritt in den Sperrbereich gewährt. Polier Frank Schmidt von der Firma Preuß und Rätsch führte die Gruppe umher und informierte sie über die Sanierungsfortschritte an der Burgruine.

    Durch eindringendes Regenwasser sind im Laufe der Zeit erhebliche Schäden im Mauerwerk entstanden. Der kleine Nebenturm wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, und ein sichtbarer Riss tat sich auf. Zudem wurden bei Renovierungsarbeiten in den 80er-Jahren Betonplatten installiert, die für das Mauerwerk erheblich zu schwer waren, erläuterte Schmidt. Um den kleinen Turm vor dem Einsturz zu bewahren, wurde er von den Arbeitern verspannt. Die Löcher wurden mit Beton ausgespritzt. Die schweren Platten im Mauerwerk sollen entfernt und durch leichteres Material ersetzt werden. Außerdem wird der alte Mörtel aus den Fugen gekratzt und soll anschließend neuem Kalkmörtel weichen.

    Das Verfugen ist bei der Dicke des Doppelmauerwerks ein ausgesprochen zeitaufwendiges Unterfangen. Teile, die sich lösen, werden vernagelt. Nach einem festgelegten Raster wurden zuerst die Löcher gebohrt und zur Sicherung mit historischem Mörtel ausgefüllt. Erst dann konnte mit dem Auskratzen des schadhaften Fugenmaterials begonnen werden. Beim Entfugen wird das wahre Ausmaß der Schäden sichtbar, erläutert Projektleiter Michael Porger von der Idar-Obersteiner Außenstelle des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB). Schadhafte Stellen werden ausgetauscht und ergänzt, große Steine gleich verankert, sodass sie sich nicht lösen können. Dann erst kann verfugt werden. In einem letzten Schritt werden die Fugen gereinigt.

    Nach den Mauerwerksarbeiten steht noch die Abdeckung der beiden Türme an. Der kleinere der beiden erhält ein Dach, das man allerdings von außen nicht sehen wird. Der große Turm wird mit einer Platte abgedeckt, sodass er auch begehbar wird.

    Den Takt der Arbeiten gaben die Bewohner der Ruine an: neben der als schützenswert eingestuften Mauereidechse auch die Fledermaus. Es wurde in verschiedenen Abschnitten gebaut, sodass die Tiere immer Rückzugsmöglichkeiten hatten, sagt Porger. Zuvor war ein artenschutzrechtliches Gutachten erstellt worden. Nach Absprache mit der SGD Nord sei man bei den Bauarbeiten nach den Empfehlungen des Gutachtens vorgegangen. So wurden nachts, nachdem die Fledermäuse ausgeschwärmt waren, Löcher mit Jute verstopft.

    Morgens mussten sich die Tiere anderen Unterschlupf suchen, den sie in dem alten Mauerwerk zur Genüge fanden. Zusätzlich wurden fünf Brutkisten in die Mauern eingebaut. Sieben Fledermausarten hat der Gutachter auf der Frauenburg ausgemacht: Breitflügelfledermaus, Fransenfledermaus, Bartfledermaus, Großes Mausohr, Kleinabendsegler, Rauhautfeldermaus und Zwergfledermaus. In einem Monitoring, das zwei Jahre nach Ende der Sanierungsmaßnahme durchgeführt werden soll, wird untersucht, ob die Maßnahmen zum Schutz der Fledermäuse Erfolg gebracht haben. "Das ist bei Maßnahmen dieser Art so üblich und wurde auch in diesem Falle so vereinbart", sagt Porger.

    Der zweite von drei Bauabschnitten soll im kommenden Jahr beginnen. Dann wird der Innenhof saniert. Zuletzt sollen in einem dritten Schritt die Außenmauern der Burgruine instand gesetzt werden.

    Von Gabi Vogt und Benjamin Werle

     

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