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    HerbornRat setzt sich über Bürgervotum hinweg

    Notwendige naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen, die als Ausgleich für den beabsichtigen Bau der Windkraftanlagen in der Gemarkung Mörschied dienen, können auch auf der Gemarkung Herborn erfolgen. Forstamtsleiter Womelsdorf gab zu diesem Tagesordnungspunkt im rahmen der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates die notwendigen Erläuterungen. Die Finanzierung und Pflege der für die Aufforstungsarbeiten in Betracht kommenden Flächen würden demnach von der Betreiberfirma übernommen werden.

    Im Grundsatz stimmte der Rat für die Inanspruchnahme von gemeindeeigenen Flächen für die Kompensationsmaßnahmen. Jedoch will man, um nicht irgendwann in Konflikt mit eigenen Windkraftplänen zu kommen, die vorgeschlagene Ausgleichsfläche an der "Kreuzbuche" nicht mit einbeziehen. Dafür soll eine alternative Fläche gesucht werden.

    Der nächste Tagesordnungspunkt beinhaltete den Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines geplanten Nationalparks Hunsrück. Ortschef Peter Remuta fasste die schon seit Monaten in jeder Sitzung behandelten Themen bezüglich des geplanten Nationalparks zusammen und betonte, dass die Vorteile und Chancen mit einem Nationalpark für die Gemeinde und die Region weitaus größer seien als die Risiken. In der vorangegangenen Sitzung sahen sich die Mehrzahl der Ratsmitglieder nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen. Man beschloss deshalb, die Bürger zu fragen, die dann leider mit geringer Beteiligung durchgeführt wurde. Es votierten von 83 Bürgern 45 für und 38 gegen einen Nationalpark. Vor der Beschlussfassung ging Remuta nochmals sowohl auf die Kritikpunkte als auch auf die durchaus positiven Elemente eines geplanten Nationalparks ein. Insbesondere hob er hervor, den eigentlichen Sinn, den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten nicht aus den Augen zu verlieren.

    Das Konzept biete aber auch für die Region eine große Chance. Mit gezielten Projektförderungen könnten notwendige Maßnahmen in Angriff genommen werden. Die damit verbundene Regionalentwicklung mache den Standort Hunsrück attraktiv für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Nationalpark könne sich zum Markenzeichen für die Region entwickeln und die nachfolgenden Generationen wären uns dankbar für die heutige Entscheidung.

    Die Abstimmung brachte dann ein überraschendes Ergebnis. Der Rat setzte sich über das positive Bürgervotum hinweg und stimmte mit sieben Nein- und sechs Ja-Stimmen gegen die Errichtung eines Nationalparks im Hunsrück. Auf Anregung der Anwohner wurde in einem nächsten Punkt die Einrichtung einer 30km/h Zone für die Straße "Am Simmer" bei der Verbandsgemeindeverwaltung beantragt.

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