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  • Nach Genesis ruft da keiner mehr

    Birkenfeld. Stakkatobeifall schon vorm ersten Ton. Ray Wilson betritt die Bühne und hat mit einer Handbewegung die Menge im Griff. 600 Hände in einer nahezu ausverkauften Stadthalle bewegen sich im Rhythmus von "That’s all" , dem Song, mit dem der Schotte und zeitweilige Genesis-Frontman seit damals seine Auftritte beginnt. Zum dritten Mal gastierte der 46-Jährige mit der illustren Bandkarriere am Wochenende in Birkenfeld. Nicht nur für den Sänger und seine Fans war es ein Fest.

    Souveräner Chef über Saal und Bühne von der ersten Minute bis zur letzten Zugabe: Ray Wilson (links) dirigiert das Publikum und gibt den Beifall an seine Musiker weiter.  Foto: Reiner Drumm
    Souveräner Chef über Saal und Bühne von der ersten Minute bis zur letzten Zugabe: Ray Wilson (links) dirigiert das Publikum und gibt den Beifall an seine Musiker weiter.
    Foto: Reiner Drumm

    Die Veranstalter freuten sich über endlich einmal voll besetzte Reihen bis hoch auf die Empore. Der Förderverein des TV Birkenfeld war zufrieden mit fast 300 zu bewirtenden Gästen. Und der bisweilen so grimmig dreinschauende Schotte strahlte angesichts dieser prächtigen Heimspielkulisse über beide Ohren. Drei Stunden bediente er sein Publikum mit allem, was er nach mehr als zwei Jahrzehnten im Musikgeschäft gelernt hat: "Inside", der Zufallshit aus dem Werbefernsehen, "Shipwrecked" und "Congo" aus dem einzigen Album, das er mit Genesis einspielte und auf der letzten Welttour der Supergroup präsentierte. Immer wieder Megahits, aber auch selten gehörte Songperlen der Band Genesis und ihrer Seitenlinien.

    Als letzter in der Reihe der Genesis-Sänger fühlt sich Ray Wilson auch 15 Jahre danach noch dem Erbe der Band verpflichtet. Und dennoch wird von Mal zu Mal deutlicher, dass die zwei Jahre als Ersatz-Phil-Collins lediglich eine Episode sind im Werdegang eines Rockmusikers, der ein ganz Großer hätte werden können.

    Beim ersten Birkenfelder Auftritt just an Rays 39. Geburtstag war das Formation, in der schon Wilson-Bruder Steve (Gitarre) und Lawrie MacMillan (Bass) mitspielten, eine bessere Coverband. Drei Jahre später, beim nächsten Auftritt in der Kreisstadt, verpasste Ray dem Quartett mit zwei Geigen eine gewisse "Rock meets Classic"-Note, hatte parallel dazu die Wurzel der eigenen Karriere, die Rockband Stiltskin, wieder ausgegraben. Obwohl jetzt in der aktuellen Besetzung lediglich ein Keyboarder (Darek Tarczawski) hinzugekommen ist, erlebte das Stadthallenpublikum auch 2014 einen weiteren Entwicklungsschritt.

    Das Ray Wilson Quintett - zählt man nach, hat der Musiker derzeit sogar sechs Mitstreiter um sich geschart - hat sich im Jahr 2014 zu einer gestandenen, eigenständigen Band gemausert. Die Geigen-Girls, nun befreit von Verdacht des ausschließlich schönen Scheins, bearbeiten ihre vier Saiten, als wollten sie zum Casting bei Metallica. E-Piano und Orgel gehören zur Rockmusik wie Maggi in die Suppe, sorgt auch der neue Keyboarder für Szenenapplaus.

    Ray lässt alle gewähren, agiert von der ersten Minute bis zur letzten Zugabe als souveräner Chef über Saal und Bühne. Er steht im Mittelpunkt, dirigiert das Publikum und gibt den Beifall an seine Musiker weiter. Ja, überlässt ihnen sogar teilweise die Bühne. "Entangled", ein fast unbekanntes Instrumental von einem frühen Genesis-Album, wird zum Meisterstück für die Geigerinnen Alicja Chrzascz und Basia Szelagiewicz. "Mama" aus der späten Phil-Collins-Ära wird (nebst diabolischen Sound- und Lichteffekten) zu Wilsons umjubelter Glanznummer.

    Was letztlich verblüfft: Aus dem Projekt "Genesis Classics" ist unversehens ein Programm mit dem Arbeitstitel "20 Jahre Ray Wilson" geworden. In der aktuellen Setlist des Sängers haben die Songs aus eigener Feder mittlerweile die Überhand gewonnen. Die Kultbandtage bleiben Intermezzo, liefern lediglich Stoff für Anekdoten.

    Was der Qualität des Auftritts keineswegs Abbruch tut. Auch in dieser Sache ist sich der Sänger und Songwriter heute sicher. So überzeugt, dass nach dem klassischen Konzertfinale mit Peter Gabriels "Solsbury Hill" und der legendären "Mama" ein alter und ein neuer "Original Ray Wilson" als ultimative Zugabe folgen. Nach Genesis ruft da keiner ...

    Klaus-Peter Müller

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