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  • "Hetztiraden" und Vorwürfe: Im VdK-Kreisverband rumort es gewaltig

    Birkenfeld. Was geschieht mit den rund 450 Mitgliedern des VdK-Ortsverbandes Birkenfeld? Gut möglich, dass sie zum Jahresende umliegenden Ortsverbänden zugeordnet werden. Fakt ist: Seit der Vorstand in Birkenfeld zum 31. März zurückgetreten ist, ruht dort die Arbeit. Ein Tagesausflug und das traditionelles Sommerfest im Juni sind bereits ausgefallen. "Der Ortsverband Birkenfeld wird zur Zeit durch den Kreisverband Birkenfeld verwaltet", heißt es auf der Internetseite des Kreisverbandes. 

    Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

    Wie aber kam es zu den Rücktritten? Was sind die Gründe dafür? Dorn im Auge der zurückgetretenen Ortsverbandsaktivisten ist das Verhalten des Kreisvorsitzenden Manfred Naumann (Stipshausen). Nicht nur der bisherige Vorsitzende Artur Prümm, auch der ebenfalls zurückgetretene Kassenverwalter Bernd Wenzel senior rasselte mit Naumann immer wieder aneinander. Da ist von Hetzkampagnen die Rede, von Verstößen gegen die Satzung und von fehlerhaften Protokollen. Und immer wieder ist Manfred Naumann, mit dem Wenzel schon im Kreisvorstand nicht unbedingt harmonierte, Ursprung allen Ärgers. "Eine Zusammenarbeit mit ihm ist nicht mehr möglich", sagen Prümm und Wenzel übereinstimmend. Naumann weist alle Vorwürfe von sich.

    Ein für die Birkenfelder Vorstandsmitglieder einschneidendes Ereignis war eine Kreisverbandskonferenz im Februar 2013 zur Vorbereitung des Kreisverbandstages. Prümm war damals noch Mitglied des Kreisvorstandes, Wenzel Kreisverbandsrevisor. "Völlig überraschend", so berichtet Wenzel nun, "bin ich einen Tag zuvor von Naumann ausgeladen worden." Gründe wurden nicht mitgeteilt, darüber könne er nur spekulieren, sagt er. Heute stehe fest, dass bei dieser Konferenz beschlossen wurde, die Zusammensetzung des Kreisvorstandes zu ändern. Unabhängig davon, dass in dieser Konferenz laut Satzung keine Beschlüsse gefasst werden dürfen, enthielt das Protokoll über diese Sitzung inhaltliche Fehler. Prümm und Wenzel wiesen Naumann schriftlich und mündlich darauf hin, baten um Korrektur. Der Kreisvorsitzende aber habe nicht reagiert. Mehr noch: Der geschäftsführende Kreisvorstand hat dennoch beschlossen, das fehlerhafte Protokoll nicht zu ändern.

    Eklat beim Kreisverbandstag

    Beim Kreisverbandstag im April 2013, bei dem Wenzel nicht anwesend sein konnte, wohl aber Prümm, seine Stellvertreterin Rita Seiler und drei weitere Delegierte des Ortsverbandes, sei es dann zum Eklat gekommen. Kreisvorsitzender Naumann habe gleich zu Beginn eine "Hetztirade" gegen ihn angestimmt, so Wenzel, ohne allerdings konkrete Vorwürfe erhoben zu haben. Wenzel wurde von der stellvertretenden Ortsverbandsvorsitzenden als weiteres Kreisvorstandsmitglied vorgeschlagen. "Aber die Leute konnten einen zuvor derart madig gemachten Bernd Wenzel nun nicht mehr wählen - obwohl sie gar nicht wussten, was er verbrochen haben sollte", betont Prümm.

    Groß war bei Prümm in der Juni-Sitzung des neuen Kreisvorstandes die Überraschung, als er das Thema Genehmigung des Protokolls der Februar-Sitzung ansprach. Der Punkt sei längst erledigt, bedeutete ihm Naumann. Wie das? Anfang Juni hatte Naumann, so stellte sich später heraus, die alten - auch die im April 2013 ausgeschiedenen - Vorstandsmitglieder angeschrieben und um Zustimmung für das fehlerhafte Protokoll gebeten - mit Erfolg.

    Prümm ist auch noch heute von der Art und Weise von Naumanns Handeln entsetzt. "Ich bin nämlich nicht angeschrieben worden", sagt der ehemalige Ortsverbandsvorsitzende. Auf den Grund angesprochen, habe Naumann lapidar geantwortet: "Du wärst ja sowieso dagegen gewesen."

    Ein weiterer Streitpunkt bei dieser Sitzung war eine neue Geschäftsordnung (GO), die der Kreisvorstand beschließen wollte und die auch für die einzelnen Ortsverbände Gültigkeit erlangen sollte. Dazu muss man wissen: Der Ortsverband Birkenfeld hat schon immer eine eigene Geschäftsordnung gehabt, andere Ortsverbände nicht. Darauf hatte auch Artur Prümm hingewiesen. Und dennoch: Die neue Geschäftsordnung gelte künftig auch für den Ortsverband Birkenfeld, habe Naumann klargestellt - unabhängig davon, dass mit dieser Handhabung gegen die geltende Satzung verstoßen werde, denn nur der Landesvorstand kann eine solche Entscheidung treffen.

    Wie schon bei anderen Anliegen, haben die Birkenfelder Verantwortlichen den Landesvorstand eingeschaltet. Im Juli 2013 wurde von Bernd Wenzel der Beschwerdeausschuss informiert. Allerdings wurden sämtliche Probleme und Eingaben vom Landesverband als "atmosphärische Störungen" abgetan, sagen Ex-Vorsitzender Prümm, Seiler und Wenzel. Doch zum Punkt Geschäftsordnung gab es eine Reaktion: Der Landesverband sagte klipp und klar, dass der Kreisverband nach der geltenden Satzung für die Ortsverbände keine GO beschließen könne. "Als im Februar 2014 die GO verabschiedet werden sollte, stellte Naumann den Vorgang so dar, als seien wir die bösen Buben", bekräftigt Prümm. Der Kreisvorsitzende führte aus, dass die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt der Ortsverbände durch die Weigerung der Birkenfelder gefährdet sei. "Die haben alle auf mir rumgehackt, Sachlichkeit und satzungskonformes Handeln waren überhaupt kein Thema mehr, stattdessen gab es persönliche Attacken", erinnert sich Prümm an die Sitzung Anfang des Jahres. Zumal die Ortsverbände satzungsgemäß nur einmal im Jahr zum Informationsaustausch mit dem Kreisverbandsvorstand zusammenkommen, ansonsten selbstständig im Rahmen der Satzung und eigenverantwortlich arbeiten.

    Ähnlich gelaufen sei es bei einer Dienstreiserahmenversicherung für ehrenamtlich tätige VdK-Mitglieder innerhalb der Ortsverbände, für die Naumann Personen des Birkenfelder Ortsverbandes ohne vorliegenden Beschluss des Ortsverbandes Birkenfeld angemeldet hatte. Weitere Knüppel seien den Birkenfeldern zwischen die Beine geworfen, als es um die Teilnahme an der Leistungsschau 2013 in Birkenfeld ging. Und schließlich wurden Urkunden für verdiente, langjährige Mitglieder nicht, wie sonst üblich, vom Kreisverband bedruckt - für Prümm, Wenzel und ihre Mitstreiter lauter Schikanen.

    Weil der Landesverband in diesem Zwist, so bedauern die Birkenfelder, bislang keinerlei Stellung bezogen hat, kam es, wie es kommen musste: Prümm trat zunächst aus dem Kreisvorstand zurück, und nach einer Dringlichkeitssitzung am 4. März 2014 legten er und seine Birkenfelder Vorstandskollegen auch ihre Ämter im Ortsverband nieder.

    Angliederung an Kusel?

    Naumann verwehrt sich gegen sämtliche Vorwürfe. "Die vorgetragenen Verdächtigungen, Anschuldigungen und Verleumdungen, Bezug nehmend auf die Aussagen von Herrn Prümm und Herrn Wenzel, entsprechen nicht den Tatsachen und entbehren jeder Grundlage", schreibt er der NZ. Der Vorstand des Kreisverbandes (bestehend aus 20 Mitgliedern aus allen Ortsverbänden) habe alle diesbezüglichen Beschlüsse einstimmig mit einer Gegenstimme (Prümm) gefasst. Zudem seien die Beschlüsse als entsprechende Tagesordnungspunkte in den Sitzungen abgehandelt und in den dazugehörigen Niederschriften dokumentiert worden. Zur Zukunft des Ortsverbandes sagt Naumann: "Emil Morsch, Mitglied des Ortsverbandes Birkenfeld, und der Kreisverband sind zurzeit bemüht, Mitglieder für einen neuen Vorstand zu gewinnen."

    Einen Vorschlag des Landesverbands gibt es auch: Der Ortsverband Birkenfeld sollte dem Kreisverband Kusel angegliedert werden. Folglich sollten die Beratungen nicht mehr in Idar-Oberstein, sondern in Kusel stattfinden. Prümm, Wenzel und Co. sowie die Mitgliederversammlung am 8. März winkten einstimmig dankend ab. Seitdem ruht die Arbeit im VdK-Ortsverband Birkenfeld.

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