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    Die Lebensrettung ist kein Lotteriespiel

    Birkenfeld/Bad Kreuznach - Ein Patient liegt nach einem Motorradunfall mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Quälend lange muss er auf den Notarzt warten, weil der bereits eingetroffene Rettungsassistent nicht befugt ist, ein Schmerzmittel zu verabreichen. Dieses Szenario, das Report Mainz jüngst in einem Fernsehbeitrag unter der Überschrift "Lebensrettung als Lotteriespiel" schilderte, "ist bei uns ausgeschlossen", betont Guido Scherer (Ingelheim), Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Mainz und Rheinhessen-Nahe, auf Anfrage unserer Zeitung.

    Der Rettungsdienst in der Region ist bestens geregelt, sagt der Ärztliche Leiter. Kein Patient müsse wegen Kompetenzgerangels leiden.
    Der Rettungsdienst in der Region ist bestens geregelt, sagt der Ärztliche Leiter. Kein Patient müsse wegen Kompetenzgerangels leiden.
    Foto: ROLF OESER

    Von Kurt Knaudt

    Kein Patient müsse wegen Kompetenzgerangels leiden, versichert er. Das gilt nach seinen Worten nicht nur für die Region Rheinhessen-Nahe, sondern auch für ganz Rheinland-Pfalz.

    Es sei auch noch nie vorgekommen, dass ein Rettungsassistent entlassen wurde, weil er seine Kompetenzen überschritten habe. Auch mit einem solchen Fall aus einer anderen Region wartete Report Mainz in der Sendung auf. "Bei uns hat wegen einer solchen Konflikts noch niemand seinen Arbeitsplatz verloren", stellt Philipp Köhler, Pressesprecher des DRK-Rettungsdienstes, zu dessen Zuständigkeitsbereich die Kreise Bad Kreuznach, Birkenfeld, Mainz-Bingen, Alzey-Worms sowie die Städte Mainz und Worms gehören, klar.

    Was die Rettungsassistenten in Rheinhessen-Nahe dürfen - und damit auch, was nicht -, ist in den 25 Standardarbeitsanweisungen des Ärztlichen Leiters für häufige Notfälle festgeschrieben. 17 davon beziehen sich auf medizinische Fragen, 8 auf organisatorische. "Dabei steht das Wohl des Patienten ganz klar im Vordergrund. Er muss so schnell und so gut wie möglich versorgt werden. Das ist alles entscheidend. Unklare Kompetenzen wären da absolut schädlich", macht Scherer deutlich.

    So dürfen Rettungsassistenten in seinem Verantwortungsbereich unter anderem neben lebensrettenden Sofortmaßnahmen auch bestimmte schmerzstillende Mittel geben. Davon ausgenommen sind Opiate: "Auch die wollten wir für unsere Assistenten freigeben, aber nach dem Betäubungsmittelgesetz dürfen sie nur vom Notarzt verabreicht werden", erläutert Scherer. "Am guten Willen liegt es nicht, aber wir können uns nicht darüber hinwegsetzen."

    Ansonsten werde das Regelbuch mit den Standardanweisungen jedes Jahr überprüft und bei Bedarf fortgeschrieben. Die Kompetenzen für die Rettungsassistenten wurden dabei in den vergangenen Jahren erweitert. "Das ist ein stetiger Verbesserungsprozess", bekundet Pressesprecher Köhler. Das ist auch deswegen wichtig, weil es keine Zeitvorgabe für Notärzte bis zum Erreichen des Einsatzortes gibt.

    Die Rettungsassistenten und -sanitäter sind auch dann zumindest eine Zeit lang auf sich allein gestellt, wenn der Notarzt bereits bei einem anderen Einsatz gefordert und deshalb vorerst unabkömmlich ist. Das Zusammenspiel zwischen den Rettungskräften und den zehn Notarzt-Standorten in Bad Kreuznach, Kirn und Meisenheim, Bingen, Ingelheim und Uni-Klinik Mainz, Idar-Oberstein und Birkenfeld sowie Alzey und Worms funktioniert aus Sicht des Ärztlichen Leiters bestens.

    Noch mehr Qualität soll das neue, zum 1. Januar eingeführte Berufsbild Notfallsanitäter bringen, das den Rettungsassistenten ablöst. Die Ausbildung dauert dann drei statt zwei Jahre. "Für uns ist das aber kein so großer Sprung", ist Scherer überzeugt. Schließlich seien die Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes Rheinhessen-Nahe in der Vergangenheit bereits durch anhaltende Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für ihre Einsätze geschult worden.

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