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    Kreis BirkenfeldÄcker und Wälder trotzen dem Dauerregen der vergangenen Wochen

    Auch wenn es in den vergangenen Wochen viel zu nass war, muss die Landwirtschaft im Kreis Birkenfeld derzeit noch keine Ernteausfälle befürchten. Und dem Wald im Kreis Birkenfeld verhelfen die starken Niederfälle sogar zu neuer Vitalität. Ob der Sommer nun aber tatsächlich Einzug hält - gestern war schließlich Sommeranfang -, ist fraglich. Die NZ sprach mit drei Experten, die es wissen müssen.

    Hoch aufgetürmt sind diese Kumulonimben über dem Birkenfelder Land. Die mächtigste Wolkenart verursacht die meisten Unwetter, die oft mit Hagel, Überschwemmungen und Sturmschäden einhergehen. Der Landkreis Birkenfeld kam bislang glimpflich davon.  Foto: Diana Grandmaire
    Hoch aufgetürmt sind diese Kumulonimben über dem Birkenfelder Land. Die mächtigste Wolkenart verursacht die meisten Unwetter, die oft mit Hagel, Überschwemmungen und Sturmschäden einhergehen. Der Landkreis Birkenfeld kam bislang glimpflich davon.
    Foto: Diana Grandmaire

    "Die Böden sind zwar vollgesaugt und können kein Wasser mehr aufnehmen, aber momentan haben die Landwirte noch nichts zu befürchten", sagt Hartmut Bauer, Kreisgeschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau. Auch wenn auf einigen Feldern teilweise etwa die Wintergerste durch Starkregen nach unten gedrückt wurde: "Passiert ist aber eigentlich noch gar nichts", relativiert Bauer.

    Das Getreide stehe gut, bei Sommergerste und Mais sieht es ebenfalls nichts schlecht aus. Vereinzelt sei auf Feldern zwar Erdreich weggeschwemmt worden, "aber das haben wir immer wieder mal. Das ist nichts Ungewöhnliches." Die Landwirte im Kreis Birkenfeld müssten keineswegs schon an ihre Lagerbestände gehen. "Wir müssen jetzt auch nicht mutmaßen und fragen: Was wäre, wenn?" Derzeit sei Abwarten die Devise.

    Gleichwohl gebe es auch Nischenbereiche, in denen es anders aussieht. "Erdbeererzeuger etwa haben derzeit schon Probleme. Da fängt alles an zu faulen", gibt Bauer zu bedenken. In höheren Lagen sei das nicht so wild. Dramatisch werde es zuweilen in Tallagen, wo teilweise das Land 20 Zentimeter unter Wasser steht.

    Im Forst haben sich die Schäden in Grenzen gehalten. Zwar gebe es einige Ausspülungen, sagt Georg Graf von Plettenberg, Leiter des Forstamtes Birkenfeld, aber so schlimm wie in Süddeutschland ist es bei Weitem nicht. Der Kreis Birkenfeld sei gut durch die Gewitter gekommen. Viel schlimmer sei es am Nordrand des Hunsrücks - etwa bei Argenthal, Ellern und Mengerschied. "Aber im Grunde freut sich der Wald über das Wasser", betont Graf von Plettenberg. Dadurch werde nämlich vor allem der Borkenkäfer in Schach gehalten.

    Die Gefahr, dass Bäume durch das durchnässte und damit aufgelockerte Erdreich umstürzen könnten, sieht der Forstamtsleiter nicht. "Wenn Bäume tatsächlich umstürzen sollten, dann sind das eher Einzelfälle - etwa, wenn Buchen voll mit Bucheckern hängen und einfach zu schwer werden."

    Wie viele Niederschläge in den vergangenen Wochen tatsächlich gefallen sind, weiß Volker Kohrs vom Wetterdienst auf dem Flugplatz Hahn genau. "Im Mai lagen die Niederschläge eigentlich noch im Rahmen. Es waren nur 20 Prozent mehr als im langjährigen Mittel", sagt er. Doch im Juni sehe das ganz anders aus. "Schon jetzt liegen wir in puncto Niederschläge bei 150 Prozent - Stand Montag", sagt Kohrs. Kein Wunder also, wenn Landwirte, die in der Wetterwarte auf dem Hahn anrufen, langsam sauer werden. "Sie hoffen natürlich auf besseres Wetter, um ihr Heu machen zu können." Vor Kurzem noch hätten sich verstärkt die Feuerwehren bei ihm gemeldet, nun seien es die Bauern, betont der Wetterberater.

    Temperaturmäßig liege der Kreis Birkenfeld derzeit sogar über dem langjährigen Mittelwert, doch die Sonnenscheindauer lasse zu wünschen übrig und kommt erst auf 40 Prozent ihres Normalwertes. Weitere Regentage seien schon in Kürze zu befürchten. Zwar lägen nun einige trockene, richtig heiße Tage vor uns - mit bis zu 30 Grad im Nahetal. "Aber am Freitag geht es schon wieder abwärts", warnt Wetterexperte Kohrs. Eine Prognose, die eine Woche übersteigt, will er nicht wagen. "Das kommt darauf an, wie sich das Hoch und das Tief über den Britschen Inseln entwickeln. Die können sich noch nicht entscheiden." Wenn das Azorenhoch die Oberhand gewinnen würde, könnten sich auch die Bewohner an der Nahe auf dauerhaft schönes Wetter freuen. Andreas Nitsch

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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