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  • EmmelshausenBahnhofsumfeld in Emmelshausen: Stadtrat befasst sich mit "Sitzungen"

    Menschliche Bedürfnisse gehören zu den Kernaufgaben von Stadträten. Unter Tagesordnungspunkt zwei der Sitzung in Emmelshausen befassten sich die Ratsmitglieder ganz konkret mit „Sitzungen“. Es ging um die Umfeldgestaltung des historischen und unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofs.

    Wie bestellt für den Pressefotografen: Ziemlich genau dort wo auf dem abgezäunten Baugelände derzeit noch ein Dixi-Klo steht, wird die öffentliche Toilette in Emmelshausen installiert. Der Stadtrat stimmte allerdings für eine weitaus hochwertigere Anlage - mit Reinigungsautomatik.  Foto: Thomas Torkler
    Wie bestellt für den Pressefotografen: Ziemlich genau dort wo auf dem abgezäunten Baugelände derzeit noch ein Dixi-Klo steht, wird die öffentliche Toilette in Emmelshausen installiert. Der Stadtrat stimmte allerdings für eine weitaus hochwertigere Anlage - mit Reinigungsautomatik.
    Foto: Thomas Torkler

    Nachdem der ehemalige Güterschuppen blitzsauber herausgeputzt wurde und seit einiger Zeit Sitz eines Eisenbahnmuseum ist, soll nun auch die Gestaltung des Bahnhofsumfelds in Angriff genommen werden. Es wird ein Portal geschaffen, das westlich des Güterschuppens insbesondere Reisenden und Touristen eine klare Orientierung bietet sowie einen eindeutigen Zugang zum Bahnsteig. Und da Emmelshausen über keine öffentliche Toilette verfügt, ist es folgerichtig, eine solche dort zu installieren. An der Stelle westlich des Museums beginnt auch der Schinderhannesradweg. Daher soll dort auch eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder geschaffen werden.

    So weit, so einig ist man im Rat. Aber öffentliche Toiletten gehören bekanntlich nicht zu den beliebtesten Einrichtungen. In der Sitzungsvorlage hieß es dann auch: „Dreckige, dunkle und stinkende Toiletten sollten in den Städten der Vergangenheit angehören.“ Und danach handelte der Stadtrat schließlich, nachdem ein Vertreter von „City-WC“ vorgestellt hatte, was alles machbar ist. Die Firma macht seit 45 Jahren nichts anderes, als öffentliche Toiletten zu bauen und zu betreiben. 900 Anlagen in ganz Deutschland betreibt das Unternehmen. Die Kriterien für ein öffentliches Örtchen sind: hygienische Hochwertigkeit, Sicherheit gegen Vandalismus, niedrige Betriebskosten und eine funktionelle Architektur.

    Zunächst hatte der Rat zu klären, ob man die günstigere Einraumanlage für 62.000 bis 71.000 Euro bevorzugt, bei der sich Toilette, Urinal und Waschbecken in einem Raum befinden, oder ob man ein zweiräumiges Toilettenhaus für 72.500 bis 84.000 Euro baut, die vor allem eine höhere Frequenz ermöglicht. Letzteres kommt dann zum Tragen, wenn beispielsweise eine Reisegruppe mit der Hunsrückbahn in Emmelshausen ankommt.

    Interessiert verfolgten die Ratsmitglieder auch die Ausführung zum Thema automatische Reinigung. Die funktioniert so: Hat der Benutzer sein Geschäft erledigt, fährt die Klobrille zurück in die Wand, wird dort gereinigt und schiebt sich keimfrei wieder auf die Kloschüssel aus Edelstahl, sodass Benutzer immer eine frisch gereinigte Toilette vorfinden.

    Die Sitzreinigungsanlage auf neuestem technischen Stand schlägt allerdings mit zusätzlichen 14.500 Euro zu Buche. Stadtbürgermeisterin Andrea Mallmann stellte klar, dass es zunächst nur um die groben Eckdaten gehe, auf die man sich einigen müsse. aber: „Wenn man eine vandalismussichere und hygienische Toilettenanlage haben möchte, dann kostet das was“, gab Mallmann zu bedenken. Welches Unternehmen am Ende den Zuschlag erhalte, unterliege ohnehin der Ausschreibung, stellte Jürgen Schneider von der Verwaltung klar.

    Weitere Ausstattungsdetails sind eine automatische Urinalreinigung und eine selbstreinigende Edelstahlwanne, die unter dem Urinal für Sauberkeit sorgt, sowie verschieden Gestaltungsmöglichkeiten für die Außenfassade.

    Insgesamt muss die Stadt sich mit rund 100.000 Euro anfreunden, die die öffentliche Toilette kosten wird. Unter Vorbehalt eines Zuschusses von zwei Dritteln im Rahmen der Städtebauförderung für den Stadtumbau West, den die ADD auch für eine öffentliche Toilette bereits in Aussicht gestellt hat, entschieden sich die Ratsmitglieder schließlich für die Zweiraumversion mit automatischer Sitzreinigung, Edelstahlwanne unterm Urinal sowie für eine hochwertige Fassade aus Spezialglas, die leicht zu reinigen und optisch ansprechend ist.

    Nachdem die Vorgaben für die Ausschreibung der Toilettenfrage so weit geklärt waren, erläuterte Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro Stadt-Land-plus (Buchholz), wie das gesamte Bahnhofsumfeld einmal aussehen soll. Dort, wo die von der Rhein-Mosel-Straße kommende Bahnhofstraße einen Rechtsknick macht, soll eine Fortführung geradeaus bis zum Bahnsteig erfolgen und einen 6 Meter breiten Zugang zum Bahnsteig ermöglichen, erklärte der Architekt. Das so entstehende Dreieck zwischen Bahnhofsstraße, Güterschuppen und Gleiskörper wird ansprechend gestaltet, mit Grünflächen, dem Toilettenhaus inklusive Infostand sowie einer Abstellmöglichkeit für Fahrräder. „Das Ganze wird quasi zu einem Bahnhofsvorplatz, erläuterte Hachenberg.

    Dirk Hartig von der CDU-Fraktion fragte an der Stelle, ob es nicht möglich sei, in dem Bereich auch für eine Entlastung im Hinblick auf tägliche Busstaus zu schaffen, die sich in Stoßzeiten entwickeln, wenn beispielsweise Schulbusse am Bahnhof halten. „Das kriegen wir nicht so hin, dass wir eine qualitätsvolle Lösung bekommen“, wandte der Planer ein. Er bot an, zu prüfen, inwieweit die jetzige Planung anzupassen ist, um auch das Busproblem mit einer Ausweichhaltestelle zu lösen. Der Rat verabschiedete daraufhin das Gesamtpaket aus Toilette und Bahnhofsumfeld einstimmig.

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