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    OberweselAusstellung in Oberwesel: Rheintal lockte auch früher schon Touristen an

    Als der erste Leiter des von der Kulturstiftung Hütte betriebenen Oberweseler Stadtmuseums mit den Planungen für das neue Heimatmuseum begann, hatte er eine Vision: "Ein modernes Museum über die Geschichte einer kleinen Stadt am großen Strom im Wandel der Zeit", wollte Anton Philipp Schwarz schaffen. Am 3. April 2004 wurde seine Vision Wirklichkeit: Das Stadtmuseum öffnete seine Pforten für die Besucher.

    Die riesige Anlage der Modellbahnfreunde 2000 Rheingold Bad Salzig zieht bei der Ausstellung "Reisewege Rhein" im Oberweseler Kulturhaus alle Blicke auf sich.
    Die riesige Anlage der Modellbahnfreunde 2000 Rheingold Bad Salzig zieht bei der Ausstellung "Reisewege Rhein" im Oberweseler Kulturhaus alle Blicke auf sich.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

    Die Modelle alter Schaufelraddampfer, die einst auf dem Rhein unterwegs waren, bringen Nostalgiker und Schiffsfreunde zum Schwärmen.
    Die Modelle alter Schaufelraddampfer, die einst auf dem Rhein unterwegs waren, bringen Nostalgiker und Schiffsfreunde zum Schwärmen.
    Foto: Werner Dupuis

    Das zehnjährige Bestehen der Einrichtung feiert das Museumsteam unter der Leitung von Dorit Pohl, die das Haus 2006 übernahm, mit der Sonderausstellung "Reisewege Rhein - Schiene, Straße, Wasserstraße". Zur Eröffnung der Schau kamen neben dem Stifterehepaar Margot und Anton Heinrich Hütte auch viele Wegbereiter und langjährige Unterstützer des Projekts im Kulturhaus zusammen.

    Ein Stadtmuseum stehe in der heutigen Zeit in dem Spannungsfeld zwischen "Musentempel und Eventschuppen" erklärte Dorit Pohl: "Wie haben einen pädagogischen Auftrag zu erfüllen, aber der Besucher darf sich nicht langweilen." Ein Stadtmuseum müsse sich beständig wandeln, um auch die jüngere Generation anzusprechen.

    In Oberwesel gelingt die Gratwanderung, weil die Betreiber des Stadtmuseums sich nie den Möglichkeiten verschlossen haben, die eine multimediale Aufbereitung der Heimatgeschichte bietet. In der Dauerausstellung im ehemaligen Wohnhaus der Winzerfamilie Hoffmann gibt es etwa einen Tisch, an dem sich der Besucher auf eine virtuelle Zeitreise durch die Geschichte des Mittelrheintals begeben kann. Der Besucher entscheidet hier selbst, welche Epoche er als nächstes ansteuern möchte.

    Ein weiterer Baustein, mit dem das Team das Stadtmuseum für Touristen wie auch für Oberweseler attraktiv hält, sind Sonderaustellungen, die jeweils bestimmte Aspekte der regionalen Geschichte beleuchten. Die aktuelle Schau "Reisewege Rhein" zeichnet mit zahlreichen sorgfältig zusammengetragenen Exponaten die Entwicklung der Reisemöglichkeiten im Mittelrheintal von der Postkutsche, über die Dampflok bis zum Individualverkehr mit dem Automobil nach.

    Blickfang der Sammlung ist eine riesige Modellbahnanlage, die die Mitglieder der Modellbahnfreunde 2000 Rheingold aus Bad Salzig um ihren Vorsitzenden Otmar Gras in monatelanger Feinarbeit gebaut haben. Sie zeigt die Oberweseler Altstadt samt der Schienenwege in Miniaturformat. Die Gebäude haben die Modellbahnfreunde an die Oberweseler Häuser angepasst. Das Rathaus ist zu sehen, ebenso wie die Büdchen des Weinfests auf dem Marktplatz, und den Oelsberg haben die Hobbybastler in den Tagen vor der Ausstellungseröffnung mit Hunderten Miniaturweinstöcken bepflanzt.

    Auch die restliche Ausstellung kann sich sehen lassen: Ölgemälde von Postkutschen und Treidlern geben Einblicke in die Anfänge des Reisetourismus im Mittelrheintal. Welche Dimensionen der Strom der Besucher aus dem In- und Ausland nach der Erfindung der Dampfmaschine annahm, davon zeugt die Auflistung der Passagierzahlen auf den Dampfschiffen: Waren es 1827 noch 18.151 Flussreisende, besuchten 1913 bereits sage und schreibe 1.921.739 Gäste das Mittelrheintal per Schiff - deutlich mehr Touristen als im gesamten Mittelrheintal im Buga-Rekordjahr 2011 gezählt wurden.

    Die Sonderausstellung "Reisewege Rhein" ist noch bis zum 28. September zu sehen, Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.

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