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    Schwerdonnerstag: Närrische Weiber übernehmen die Macht an Rhein und Mosel

    Rheinland-Pfalz - Närrischer Hexenalarm: Wilde Weiber haben am Donnerstag Staatssekretäre entführt, Rathäuser gestürmt und Schlipse gekürzt. Dann feierten sie Weiberfastnacht feucht-fröhlich unter der spätwinterlichen Sonne auf den Plätzen und im Getümmel voller Kneipen. Damit begann die heiße Phase der Straßenfastnacht im Land. Viele Büros schlossen vorzeitig.

    Der Möhnenumzug in Mülheim-Kärlich
    Der Möhnenumzug in Mülheim-Kärlich
    Foto: Frey-Pressebild

    Im Herzen der Macht, in der Staatskanzlei in Mainz, gerieten die Staatssekretäre Salvatore Barbaro (Finanzen/SPD) und Thomas Griese (Umwelt/Grüne) in die Hände wilder Weiber. Alle Gegenwehr von Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) war vergebens - die „Weilerer Hexen mit Herz“ verschleppten die bunt verkleideten Herren in den Narrenkäfig in Weiler bei Bingen.

    Erst den angereisten grünen Ministerinnen Ulrike Höfken (Umwelt) und Irene Alt (Familie) gelang es, das Duo gegen Geld für einen guten Zweck auszulösen. Demütig versicherte Barabaro: „Ab jetzt bin ich lieb zu jeder Frau und sag' ganz leise nun „helau“.“ Auf dem Mainzer Schillerplatz schunkelten sich derweil tausende Narren bei heißer Musik in gute Laune.

    In Wittlich erstürmten närrische Weiber - Möhnen - das alte Rathaus über eine Leiter. Mit Scheren bewaffnet drangen sie in sechs Metern Höhe durch ein Fenster ein und übernahmen das Regiment. Als Zeichen der erfolgreichen Machtübernahme wanderte die weiße Fahne in die Höhe. Bonbons prasselten kiloweise aus den Fenstern in die Tiefe.

    In Trier besetzten närrische Weiber das Rathaus und entführten Dreyers Gemahl, Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD), auf den Hauptmarkt, wo er den Amtsschlüssel abgab. Da viele junge Narren die Trierer Weiberfastnacht 2012 für Alkoholexzesse ausgenutzt hatten, galt diesmal erneut ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen - mit Ausnahme des Narrenkäfigs auf dem Hauptmarkt. 2013 hatte es ein striktes Alkoholverbot gegeben - woraufhin kaum Narren kamen.

    Auch in zahlreichen Städten und Dörfern im Norden des Landes ging es am sogenannten Schwerdonnerstag hoch her. Der Startschuss fiel vielerorts pünktlich um 11.11 Uhr. Bis zum Fastnachtsdienstag jagt nun in Rheinland-Pfalz eine närrische Veranstaltung die andere. Der größte Umzug startet am Rosenmontag in Mainz mit rund 9300 Aktiven.

    Der Straßenkarneval an Rhein und Mosel. In und um Koblenz übernehmen an Schwerdonnerstag die Frauen die Macht - mit Charme und guter Laune.

    Mülheim-Kärlich und Weitersburg sind an Schwerdonnerstag traditionell die Hochburgen der Fröhlichkeit. Aber auch an der Mosel, am Mittelrhein, in den Orten der Verbandsgemeinden Weißenthurm und Vallendar sowie in Bendorf wird geschunkelt und gefeiert.

    In der Stadt Koblenz steigen ebenso traditionell viele Firmen- und Betriebsfeiern, und auch die Schüler waren schon am frühen Morgen in ungewöhnlicher Kleidung auf dem Weg zum Unterricht. Hinzu kommen viele Möhnenkaffees und -sitzungen

    Weitere Berichte und Fotos vom Karneval im RZ-Land gibt es hier

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