Schrift:

Rechtsextrem, militant und gut vernetzt

Rheinland-Pfalz - Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches Problem. Auch wenn die Zwickauer Terrorzelle den Blick vornehmlich auf Sachsen und Thüringen gelenkt hat, reichen die Ausläufer des rechten Netzwerks offenbar aber auch bis nach Rheinland-Pfalz. Denn dort sind rechtsextreme Gruppierungen, Kameradschaften und sogenannte Aktionsbüros wie das in Bad Neuenahr fest verwurzelt.

Altnazis und rechter Nachwuchs beim Aufmarsch in Marienfels (Rhein-Lahn-Kreis). Die rechte Szene in Rheinland-Pfalz ist sehr heterogen. Auch die jungen Nazis haben unterschiedliche Ausrichtungen.
DPA

Konkret hatte die "Frankfurter Rundschau" von Verbindungen der Zwickauer Zelle über den inhaftierten Neonazi Ralf Wohlleben zum "Aktionsbüro Rhein-Neckar" berichtet. Der Ex-NPD-Funktionär soll die Internetseite des "Aktionsbüros" gestaltet haben. Mehrere Thüringer sollen in dem südwestdeutschen Netzwerk mittlerweile aktiv sein. Die ermittelnde Bundesanwaltschaft wollte dies aber bislang nicht bestätigen.

Rechtsextreme werden aggressiver und militanter

Fakt ist indes, dass die Zahl der gewaltbereiten Rechtsextremisten seit rund vier Jahren im Land kontinuierlich steigt. Inzwischen schätzt das rheinland-pfälzische Innenministerium den Anteil der gewaltbereiten Radikalen auf 150 Personen - dies ist ein Plus von etwa 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2007. Nach Einschätzung der Behörde ist die Agitation der Rechtsextremen aggressiver und militanter geworden. Insgesamt werden landesweit Zuwächse im Neonazilager verzeichnet. Auch Beobachtungen im vergangenen Jahr sollen diesen Trend bestätigt haben, teilt das Ministerium auf Anfrage mit.

Umfrageergebnis

Die Zahl der gewaltbereiten Rechtsextremen steigt im Land seit vier Jahren kontinuierlich. Empfinden Sie diese Tendenz in Ihrem Alltag?

10%

23%

64%

3%

Die Behörde hat in Rheinland-Pfalz mit einem engmaschigen Netz rechtsextremer Aktivisten zu kämpfen, was nicht nur durch zahlreiche Aufmärsche wie zuletzt in Remagen belegt wird. Maßgeblich beteiligt war dabei das "Aktionsbüro Mittelrhein". Die kameradschaftsähnliche Struktur im Raum Ahrweiler gilt als eine der aktivsten rechtsextremen Verbindungen in Rheinland-Pfalz. Das "Aktionsbüro" fungiert als Schaltzentrale für rechtsextreme Aufmärsche und Propagandaaktionen. Die Mitglieder halten dabei enge Kontakte zu Gesinnungsgenossen im Westerwald und nach Nordrhein-Westfalen - etwa mit der rechtsextremen "AG Rheinland", die im Raum Köln, Leverkusen, Wuppertal und Düsseldorf agiert. Verflechtungen gibt es auch mit der NPD. Sven Lobeck, NPD-Kreisvorsitzender in Koblenz, wird von Beobachtern als zentrale Figur des "Aktionsbüros" betrachtet.

1 von 2
Weiter
5.0
5,0 (2 Stimmen)

Unwetterwarnungen

Rot und pink markierte Gebiete:

Warnung vor starkem oder extrem starkem Unwetter

Unternehmen der Region: Firmen im Fokus

Unternehmen der Region  
 
Industrie und Handel aus Rheinland-Pfalz im Blick

Umfrage

Wenn er aus politischen Gründen zurückgetreten wäre, bekäme Christian Wulff den Ehrensold - wenn die Gründe als persönlich einzuordnen wären, dann nicht. Für beides gibt es Argumente (Details zum >>Ehrensold). Jenseits vom Juristen-Streitigkeiten: Was meinen Sie?

RZ-Blog

Event-Kalender

Februar 2012
MoDiMiDoFrSaSo
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829    

Sudoku

Sudoku  
Tägliches
Sudoku
in vier
Schwierigkeitsstufen