Frank S. (Name von der Redaktion geändert; Foto vom Prozessauftakt) muss sich vor dem Koblenzer Landgericht verantworten, weil er einen Millionenauftrag zur Reinigung von Munitionskisten an eine Firma vergeben haben soll, in der seine Partnerin als Prokuristin beschäftigt gewesen ist. Dafür soll er 1,9 Millionen Euro „Provision“ kassiert haben. Der Chatverlauf seines Handys, den die Kripo Koblenz ausgewertet hat, belastet den 49-Jährigen schwer. Dirk Eberz
Ein Soldat des Koblenzer Beschaffungsamts soll 1,9 Millionen Euro kassiert haben, indem er das Vergabeverfahren zur Reinigung von Munitionskisten manipuliert hat. Der 49-Jährige führte ein Leben im Luxus. Jetzt droht ihm eine hohe Haftstrafe.
Lesezeit 5 Minuten
Es kommt im Landgericht Koblenz wohl eher selten vor, dass Munitionskisten als Beweismittel präsentiert werden. Doch an diesem Verhandlungstag wuchtet der Vorsitzende Richter persönlich gleich zwei Modelle auf den Tisch in Saal 102. Die scheinbar schlichten Metallbehälter in den klassischen Bundeswehrfarben Steingrau und Oliv müssen regelmäßig gewartet und gereinigt werden.