Forbach (dpa/lrs) – Die französische Polizei hat in der Grenzstadt Forbach einen bewaffneten Mann in einer Kirche festgenommen, der dort offensichtlich auf der Suche nach dem Priester war. Mehrere 14-Jährige aus einer angrenzenden Gesamtschule hatten den Mann am Dienstag «Allahu Akbar» (auf Deutsch etwa «Gott ist groß») rufen hören und ihre Eltern informiert, die die Polizei einschalteten, teilte die Staatsanwaltschaft in Sarreguemines mit. Beamte hätten den Mann in der Kirche Saint-Rémi im Zentrum der Stadt festgenommen und bei ihm ein Messer, drei SIM-Karten und etwas Cannabis gefunden. Dem Priester war der Mann unbekannt.
Wegen Terrorverherrlichung, Waffenbesitzes und Drogenkonsums wurde der Mann in Gewahrsam genommen. Bei der Durchsuchung der Wohnung seiner Mutter in der an Saarbrücken angrenzenden Gemeinde Stiring-Wendel, wo der Mann wohnte, wurden ein Mobiltelefon und ein Laptop gefunden. Diese werden nun untersucht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, ist der Festgenommene den Nachrichtendiensten nicht im Zusammenhang mit Terrorismus bekannt. Die Ermittlungen sollten fortgesetzt werden, um das religiöse Umfeld des Verdächtigen sowie sein psychiatrisches Profil zu ermitteln.
Mehrfach kam es in Frankreich in den vergangenen Jahren zu islamistisch motivierten Terrortaten in Kirchen. Im Oktober 2020 tötete ein Angreifer in der Basilika von Nizza drei Menschen mit einem Messer. Im Juli 2016 ermordeten zwei Islamisten in einer katholischen Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen den damals 85 Jahre alten Priester.
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