In einer neuen Podcastfolge von „überLeben – dem Podcast über Tod und Trauer“ geht es um das Thema Suizid. Für viele An- und Zugehörige ist es ein schambehaftetes Tabuthema. Für die Medien ist es ein sensibles Thema, über das in der Regel nicht berichtet wird, um Nachahmungstaten zu vermeiden. Stichwort „Werther-Effekt“. Was das ist und wie wichtig die Sensibilität für Sprache ist, darüber reden Host Nina Borowski und Christa Albrecht im Podcast. Seit vielen Jahren leitet Christa Albrecht eine Agus-Selbsthilfegruppe für An- und Zugehörige in Mülheim-Kärlich. „Agus“ steht für „Angehörige um Suizid“ und gehört zu einer bundesweiten Organisation.
Im Podcast, wie auch in den Treffen der Selbsthilfegruppe, geht es nicht um das „wie“ bei einem Suizid. Der Fokus liegt auf der Arbeit von Christa Albrecht. Ihr ist die Sensibilität für Sprache beim Thema Suizid besonders wichtig: „Suizidenten sind keine Mörder. Und die Angehörigen sind keine Angehörigen von Mördern. Ein Mord ist ein juristischer Straftatbestand, ein Suizid nicht. Das ist für viele Angehörige ganz wichtig zu wissen, denn vor allem in ländlichen Gegenden gibt es immer noch Situationen, wo nach einem Suizid geredet wird, oder manche sogar die Straßenseite wechseln. Das bedeutet für die An- und Zugehörigen eine zusätzlich Last“, sagt Albrecht im Podcast.
Neben dem Verlust, der Trauer und vielleicht Sorgen um die Existenz quält An- und Zugehörige oft die Frage nach dem „warum“, weiß Albrecht. Diese Frage kann auch die Selbsthilfegruppe nicht beantworten, aber sie gibt ihren Mitgliedern einen Raum, in dem alles einfach da sein darf. „Es ist immer wieder schön, zu sehen, dass neben der Trauer auch Freude Platz hat“, betont Albrecht und sagt weiter: „Die Mitglieder sagen immer wieder, dass sie in der Gruppe nichts erklären müssen.“ Jeden dritten Dienstag im Monat findet ein Treffen der Agus-Selbsthilfegruppe statt. Das ganze Gespräch gibt es ab sofort im Podcast. Jetzt reinhören!
„überLeben“-Staffel zwei – Die Folgen
Jeden Freitag erscheint eine neue Folge.
- Folge 7: „Es wird nie mehr ein Tag so sein wie der davor“ – Bruder Stephan Oppermann (4. September)
- Folge 8: „Das ist das Härteste, was einem passieren kann“ – Christa Albrecht (11. September)
- Folge 9: „Trauer ist Höchstleistung für den Körper“ – Christina Gippert (18. September)
- Folge 10: „Meine Tochter hat viel geheilt“ – Vera Zens (25. September)
- Folge 11: „Auf uns muss man keine Rücksicht nehmen“ – Bianca Schott, Dirk Griesel, Jutta Jellinek (2. Oktober)
- Folge 12: „Wir haben nie nach dem ’warum’ gefragt“ – Maike Vogt (9. Oktober)
- Folge 13: „Ich bin bei mir angekommen“ – Ina Rohlandt (16. Oktober)
Alle Folgen gibt es unter www.ku-rz.de/ueberleben










