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Polizei: Frau fotografierte wieder Wolf im Westerwald

Altenkirchen/Hachenburg – Im Westerwald ist möglicherweise wieder ein Wolf gesichtet worden. Davon ging die Polizei am Freitag nach Rücksprache mit einer Expertin aus, nachdem eine Frau Fotos machen konnte. Ein Nabu-Fachmann ist dagegen skeptisch, zumal es Berichte über frühere Sichtungen gibt.

Das Tier stand am Donnerstagabend auf der Straße zwischen Mudenbach und Borod, berichtete Yvonne Hermann (34) aus Wissen der Polizei. Geistesgegenwärtig nahm sie ihr Handy und „schoss“ mehrere Bilder, verständigte dann die Polizei Wissen.

Die Polizisten fragten bei der „Gesellschaft für Haustierforschung“ (Wolfswinkel) nach. Deren Aussage: Ja, es handelt es sich tatsächlich um einen europäischen Grauwolf, einen Rüden. Bei dem zweiten Tier auf dem Foto könnte es sich um einen sogenannten „Timber-Wolf“ handeln, so die Auskunft. Möglich sei auch, dass es sich um einen Haushund handelt.

Die Polizei geht jetzt der Frage noch, ob es sich um freilebende Tiere handelt oder sie möglicherweise irgendwo ausgebrochen sind.

Ehe im Jahr 2012 im Westerwald wieder ein Wolf auftauchte und dann bei Hartenfels erschossen worden war, war der Wolf im Westerwald 1818 ausgerottet worden. Nach den ersten Berichten über einen möglichen Wolf 2012 war lange gerätselt worden, ehe der Nabu schließlich die Echthheit bestätigte.

Einzelne Wanderwölfe können die Vorhut sein für eine Ausbreitung der Wölfe. Nach einer Lebensraumanalyse des Bundesamtes für Naturschutz haben alle Flächenbundesländer das Potenzial, Wölfe zu beheimaten. Ein Experte hatte vor wenigen Tagen gesagt, das sei auch im Hunsrück gut möglich, und dazu geraten, sich darauf bereits einzustellen.

[Update:] Nabu-Wolfsexperte Markus Barthen bezweifelt, dass es sich um Wölfe handelt. Beim dunklen Tier handele es sich sehr wahrscheinlich um einen Haushund, und auch bei dem grauen Begleiter könne es sich um einen tschechslowakischen Wolfshund handeln. Der promovierte Zoologe Karl-Heinz Betz, Wild- und Jagdexperte im Paul Parey Verlag, tippt dagegen darauf, dass es sich um einen amerikanischen und einen europäischer Wolf handelt. Die beiden Rassen zusammen anzutreffen sei sehr ungewöhnlich, deshalb sei zu vermuten, dass die Tiere gemeinsam aus einem Gehege ausgebrochen sind oder gemeinsam ausgesetzt wurden.

[2. Update:] Es gibt Berichte, dass die beiden Tiere bereits vorher zusammen gesehen wurden. Am Donnerstagnachmittag gelang Nicole Hachenberg-Stenkamp in Ingelbach am hellichten Tag ein Foto, das wir der Galerie zugefügt haben. "Sie kamen aus der Wied, waren patschnass. Ich habe selbst Hunde, dachte, sie sind ausgerissen und bin ihnen nachgegangen. " Sie wunderte sich noch: "Auf Rufe oder Pfiffe haben sie überhaupt nicht reagiert." Die Tiere beachteten sie überhaupt nicht. Sie glaubte an einen Husky und einen Labrador-Mix – "aber ich habe noch zu meinem Mann gesagt, dass der eine aussieht wie ein Wolf." Im Ort liefen die Hunde dann zwischen Häusern hindurch in die Felder Richtung B414, wo sie sie aus den Augen verlor. Auf Facebook fragte sie dann öffentlich, wem die "Hunde" entlaufen seien. "Wenn es jetzt doch keine Wölfe sind, dann hilft die Aufmerksamkeit aber vielleicht, dass sich der Halter meldet", sagte sie unserer Zeitung.

[3. Update:] Bereits im Februar 2013 hat Nina Ehlert auf der B414 zwei Tiere gesehen, die dem "Freundespaar" zumindest sehr ähnlich sahen. Sie hatte damals die Polizei gerufen, die aber durch einen anderen Einsatz gebunden war. Das Foto der beiden Tiere im Schnee haben wir jetzt auch der Galerie und der Karte zugefügrt. Auch der Westerwälder Wolf-Experte Dr. Frank Wörner aus Gebhardshain schließt aus, dass es sich um einen Wolf handelt. "Es gibt keine Wölfe mit Schlappohren. Und wenn doch, dann heißen sie Hunde", sagte er der Siegener Zeitung und kündigte an, die Polizei aufklären zu wollen.

[4. Update:] Erika Trumler von der Gesellschaft für Haustierforschung“ war am Nahcmittag nicht mehr so sicher wie am Morgen von der Polizei dargestellt und fühlt sich überinterpretiert. Nachdem sie noch ein weiteres Foto gesehen hat, kann sie nur sagen: „Ein Tier sieht aus wie ein Wolf“ – mehr aber auch nicht. Der Biologe der Gesellschaft, Dirk Roos, betont: „Sicherheit kann nur ein DNA-Test geben.“

[5. Update:] Noch eine Expertenmeinung: Thomas Pusch, Sprecher des NABU-Landesfachausschusses Wolf in NRW, tippt bei dem schwarzen Tier stark auf einen Labrador. Beim anderen Tier spreche die Sattelzeichnung auf dem Rücken "für einen Wolf, die Größe in Relation zu den Leitpfosten und die Gesellschaft eines Hundes eher für einen Hund", sagt er der Westfalenpost. Unmöglich sei eine Wolf-Hund-Freundschaft nicht: „In der Natur ist nichts unmöglich“, sagt Pusch. Ein Wolfs-Hund-Mischling würde zum Wolf zählen, jedoch eventuell die Scheu vor den Menschen verlieren.

Westerwälder Wolf ist offenbar erschossen worden
Trauriges
Foto: Nur wenige Wochen durfte der Wolf 2012 im Westerwald leben, dann traf ihn eine tödliche Kugel.
Rheinland-Pfalz
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