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Mainz/Kreis Birkenfeld

Kopie von Buslinien sollen Nationalpark erschließen

Rheinland-Pfalz und Saarland wollen unter anderem mit der Einführung eines Hunsrück-Passes und zweier Nationalpark-Buslinien die umweltfreundliche Erreichbarkeit des neuen Nationalparks (NLP) Hunsrück-Hochwald verbessern. Wie die vom Mainzer Umweltministerium in Auftrag gegebene Mobilitätsstudie wenig überraschend ergab, ist das Schutzgebiet, das sich größtenteils im Kreis Birkenfeld erstreckt, derzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer oder gar nicht erreichbar.

Die Mobilität im Nationalpark Hunsrück-Hochwald soll verbessert werden.
Die Mobilität im Nationalpark Hunsrück-Hochwald soll verbessert werden.
Foto: dpa

Von unserem Redaktionsleiter Stefan Conradt

Die Studie wurde am Montagmorgen in Mainz von Umweltstaatssekretär Thomas Griese und seinem saarländischen Kollegen Joachim Jacob vorgestellt. Erklärte Ziele: den Nationalpark und die Region besser erreichbar und attraktiver zu machen und die Region nach innen besser zu erschließen. Und dabei sollen Besucher wie Einheimische "nicht immer nur auf das Auto angewiesen sein" (Griese).

Die Erreichbarkeit der "Hot Spots" per ÖPNV soll vielleicht schon 2016, spätestens 2017 mit der Einführung zweier zusätzlicher Nationalpark-Buslinien realisiert werden, die im Zweistundentakt – ähnlich wie bei der Eröffnung an Pfingsten – die drei Nationalparktore mit den Verkehrsknotenpunkten und Bahnhöfen sowie den vier Ferienparks der Region verbinden und auch Fahrräder transportieren. Einhergehend mit einer Abstimmung auf bestehende Verbindungen werde das Busfahren so auch für Einheimische attraktiver, sagte Griese. Er unterstrich, dass das Projekt Nationalpark neben dem Naturschutz auch eine wirtschaftliche und soziale Komponente habe: "Ziel ist ein Aufschwung im Tourismus."

Weitere Erkenntnis der Studie: Derzeit ist die Nationalpark-Region zwar über die Nahe-Bahnlinie relativ gut ohne Auto erreichbar. Will der Besucher aber weiter in das Schutzgebiet hinein, etwa zum Wandern oder Radfahren, ist er aufs eigene Fahrzeug angewiesen – ein Zustand der nicht so recht zum Nachhaltigkeitsgedanken passt. So gibt es zwar viele attraktive Wanderwege und Rangertourenangebote, um aber zu den Startpunkten zu gelangen, ist derzeit fast immer ein eigenes Auto nötig.

Problem bei der Attraktivierung des ÖPNV: Die Busse verkehren in zwei Bundesländern, und es gibt mehrere unterschiedliche Tarifverbundsysteme. Ziel sei es deshalb, eine gemeinsame Karte zu etablieren, die möglichst weitere Vergünstigungen bringe – Arbeitstitel: "Hunsrück-Pass".

Eine andere Möglichkeit neben dem ÖPNV ist Carsharing etwa ab den Bahnhöfen Idar-Oberstein, Neubrücke und Türkismühle. "Am besten mit E-Mobilität" – darauf soll erkennbar der Fokus gerichtet sein, sagte Griese, nicht nur bei Bus und Auto, sondern auch beim Radfahren. Deshalb soll auch ein Netz an kostenlosen Ladestationen errichtet werden.

Denn auch das Radeln im und rund um den Nationalpark soll weiter gefördert werden. Griese sagte, es gebe bereits ein gutes Angebot an Strecken, die dank der immer mehr an Zuspruch gewinnenden Elektro-Bikes und Pedelecs zusehends ihre topografischen Schrecken verlieren. Nun gelte es, diese Routen zu verbessern und besser zu vernetzen. Allerdings gibt es bei den Gastronomiebetrieben, die sich speziell auf dieses Klientel eingestellt haben (Zertifikat "Bed and Bike"), noch "erhebliches Aufweitungspotenzial". In der Studie positiv vermerkt sind Pläne, eine Mountainbike-Region mit Schwerpunkt Idarkopf und zahlreichen attraktiven Streckenangeboten zwischen dem Flughafen Hahn und dem Bostalsee zu etablieren.

Wenig Konkretes enthält die Studie hingegen zur möglichen Reaktivierung der Hochwaldbahn, dort seien "keine belastbaren Potenziale erkennbar", die Nachfrage sei "überschaubar". Beide Staatssekretäre unterstrichen aber, dass man sich hier nichts verbauen wolle – die Unterhaltung der stillgelegten Strecke Türkismühle-Hermeskeil soll für die nächsten zwei Jahre gesichert werden. Das sei aber "keine Option gegen den Radverkehr", unterstrich Jacob.

Grundsätzlich sei die Studie als Grundlage für weitere Überlegungen zu verstehen, festzementiert sei noch nichts. Verbesserungsvorschläge würden nun gemeinsam mit der Bevölkerung und den Kommunen erarbeitet. Am Ende müsse dann die Nationalparkversammlung zustimmen.

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