Archivierter Artikel vom 29.07.2021, 08:00 Uhr
Nürburgring

Vorerst kein Motorsport: Der Nürburgring bleibt Leitstelle für Einsatzkräfte

Noch ist das gesamte Areal der legendären Eifel-Rennstrecke in erster Linie Einsatz- und Leitzentrale für die Fahrzeugflotte aller beteiligten Hilfsorganisationen nach den verheerenden Unwettern vor gut zwei Wochen im Ahrtal und in weiten Teilen der nördlichen Eifel. Doch es tut sich allmählich etwas in motorsportlicher Hinsicht am Nürburgring. Wenngleich auch neben der Rallyecross-WM und dem ADAC GT Masters ein weiterer jährlicher Höhepunkt auf der Grand-Prix-Strecke abgesagt und aufs nächste Jahr verschoben werden musste.

Von Jürgen C. Braun
Mit drei Fahrzeugen und drei Anhängern voller Hilfsmittel traf die Feuerwehr Oberrod am Nürburgring ein. Vorausgegangen war eine unglaubliche Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in der Lasterbachgemeinde .
Mit drei Fahrzeugen und drei Anhängern voller Hilfsmittel traf die Feuerwehr Oberrod am Nürburgring ein. Vorausgegangen war eine unglaubliche Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in der Lasterbachgemeinde .
Foto: Feuerwehr

Der AvD Oldtimer Grand Prix, in jedem Jahr das größte Ereignis des historischen Motorsports auf europäischem Boden neben dem Goodwood Festival of Speed, hätte eigentlich vom 13. bis zum 15. August am Ring über die Bühne gehen sollen. Aber die Traditionsveranstaltung wurde wegen des Einsatzes der vielen Hilfsfahrzeuge, die auf den 60.000 Quadratmetern in der Eifel beste logistische Bedingungen vorfinden, bereits abgesagt. Sie wurde nach Absprache zwischen allen Beteiligten auf den 12. bis 14. August 2022 verlegt. Bereits gelöste Tickets für dieses Jahr behalten ihre Gültigkeit fürs nächste Jahr.

Allerdings steht mittlerweile auch fest, ab wann wieder etwas möglich sein wird und welche Serien auf der Grand-Prix-Strecke und auf der Nordschleife ihre Rennen veranstalten können. So nimmt der Ring am kommenden Wochenende mit den Touristenfahrten wieder seinen Streckenbetrieb auf der Nordschleife auf. Am Samstag, 31. Juli, öffnet sich um 9 Uhr erstmals das Drehkreuz seit den schweren Unwettern und dem Hochwasser. Gleichzeitig bleibt das Fahrerlager noch bis zum 15. August die wichtige Einsatzzentrale für die Hilfskräfte der Flutkatastrophe. Während also Privatiers die Nordschleife wieder befahren können, kreisen gleichzeitig noch die Hubschrauber der Bundeswehr über der Grand-Prix-Strecke und die Einsatzfahrzeuge rücken aus oder kehren zurück. Der Ring hat auf seiner Internetseite hinterlegt, wie man am besten anfährt, ohne dabei den Einsatz der Hilfskräfte zu beeinträchtigen.

Fest steht inzwischen auch, dass das Deutsche Tourenwagen Masters wie geplant am Wochenende vom 20. bis zum 22. August auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings wieder an den Start gehen wird. Das Starterfeld aus 19 Fahrern und fünf Herstellern tritt dabei auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke an.

Die Betreiber der Rennstrecke gehen mit der Wiederaufnahme des Streckenbetriebes einen wirtschaftlich notwendigen Schritt, so kommuniziert es das Unternehmen. „Wir versuchen, in jeder Hinsicht unseren Beitrag in dieser Krise zu leisten. Sei es weiterhin als zentrales Drehkreuz für Einsatzkräfte und Hilfsgüter oder gleichzeitig als Wirtschaftsmotor der Region“, erklärte Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort.

Wichtig sei es, die Hilfe für die gesamte Region zu stemmen. „Auf der einen Seite haben wir von der Naturkatastrophe betroffene Ortschaften und auf der anderen Seite viele Unternehmen, die vom Geschehen am Nürburgring abhängig sind.“ Es ist demnach ein Spannungsfeld aus wirtschaftlicher Notwendigkeit und persönlicher Anteilnahme, in dem sich die Rennstrecke im Moment bewege, erklärte Markfort.

Von unserem Mitarbeiter Jürgen C. Braun