Archivierter Artikel vom 11.11.2013, 07:40 Uhr
Koblenz

Spionage-Prozess: Verteidigung fordert Freispruch für Nato-Mitarbeiter

Die Verteidigung hat im Koblenzer Spionage-Prozess gegen einen ehemaligen Nato-Mitarbeiter einen Freispruch gefordert. Gegen eine böse Absicht des 61-jährigen Angeklagten spreche sein Verhalten bei der Tat, sagte Verteidiger Michael Rosenthal am Montag vor dem Oberlandesgericht Koblenz.

Manfred K. (links) geht in die nächste Instanz.
Manfred K. (links) geht in die nächste Instanz.

Er hätte die Daten ausdrucken und mit nach Hause nehmen können und hätte so keine Spuren hinterlassen. Stattdessen habe er den Dienstweg über die Nato gewählt. Der 61-Jährige hatte stets betont, sich die Daten beschafft zu haben, um auf Sicherheitslücken hinzuweisen. Gewollt habe ihr Mandant Bündnissicherheit und keinen Verrat, betonte Verteidigerin Anke Stiefel-Bechdolf.

Die Bundesanwaltschaft hatte in dem Verfahren eine Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren wegen landesverräterischer Ausspähung gefordert. Ihrer Auffassung nach beschaffte sich der Mann im Jahr 2012 auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein die Daten, um sie an eine «fremde Macht» weiterzugegeben.