Archivierter Artikel vom 03.05.2022, 14:29 Uhr
Kusel

Polizistenmorde von Kusel: Termin für den Prozessauftakt steht

Nach den mutmaßlichen Polizistenmorden bei Kusel Ende Januar dürfte es bald zu einer Anklage kommen.

Nach den mutmaßlichen Polizistenmorden bei Kusel dürfte es bald zu einer Anklage kommen.
Nach den mutmaßlichen Polizistenmorden bei Kusel dürfte es bald zu einer Anklage kommen.
Foto: Markus Kilian/RZ-Archiv

Der Termin für den Prozessauftakt soll nach Informationen der Saarbrücker Zeitung bereits feststehen. Die beiden Polizisten Yasmin B. (24) und Alexander K. (29) waren in den frühen Morgenstunden des 31. Januar im Dienst an einer Landstraße erschossen worden. Die Bluttat erschütterte Menschen in ganz Deutschland. Nun nahe in dem Fall offenbar die Anklage, berichtet die Saarbrücker Zeitung.

Andreas S. stehe unter dringendem Tatverdacht, die tödlichen Schüsse abgegeben zu haben. Er soll in der Nacht gemeinsam mit Florian V. gewildert und die Polizeibeamten umgebracht haben, um für das illegale Jagen nicht belangt zu werden. Davon ist die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern überzeugt. Gegen V. hat sie den Mordvorwurf zwar fallen lassen. Doch ihm droht weiterhin eine Anklage wegen gewerbsmäßiger Jagdwilderei.

Auch wird ihm Strafvereitelung vorgeworfen. Der Prozess soll am 21. Juni, einem Dienstag, vor dem Schwurgericht in Kaiserslautern beginnen. Das erfuhr die Saarbrücker Zeitung aus Justizkreisen. Daher müsste die Staatsanwaltschaft in dem Fall bald Anklage erheben, damit alle Fristen eingehalten werden können. Die Polizei ermittelte nach den tödlichen Schüssen mit hohem Aufwand, unter anderem ließ sie im Februar die Tat nachstellen. Der nicht mehr unter Mordverdacht stehende Florian V. hatte die Beamten bei der Rekonstruktion am Tatort angeleitet.

Der 32-Jährige äußerte sich in Vernehmungen wiederholt zum Tatablauf. Dagegen ist über eine Aussage des mutmaßlichen Todesschützen bislang nichts bekannt. Der Strafverteidiger von Andreas S. hat sich bisher auch nicht öffentlich zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten geäußert.