Archivierter Artikel vom 01.04.2020, 06:00 Uhr
Koblenz

In eigener Sache: RZ-Chefredakteur Peter Burger will weiter bestmöglich informieren

Scheinbar unaufhaltsam infiziert das Coronavirus die Menschheit – und unsere Wirtschaft fällt ins Koma. Auch hierzulande! Von erschütternden Szenen berichten Experten von IHK, HwK und Arbeitsagentur aus Tausenden von Gesprächen in ihren Hotlines: Gestandene Unternehmer brechen in Tränen aus angesichts drohender Insolvenz, Kleinbetriebe können sich – selbst mit rasch bewilligten Zuschüssen – nur noch Tage über Wasser halten, Tausenden von verzweifelten Beschäftigten droht die Arbeitslosigkeit, oder sie können bestenfalls über Kurzarbeit abgesichert werden.

Peter BurgerLesezeit: 2 Minuten
RZ-Chefredakteur Peter Burger.
RZ-Chefredakteur Peter Burger.
Foto: Jens Weber

RZ-Chefredakteur Peter Burger zur journalistischen Arbeit in Krisenzeiten.

Neben den großen Playern in der Region sind es vor allem Einzelhandel, Gastronomie, Tourismus und Dienstleister, die von Corona überrollt werden wie ein Tsunami, der urplötzlich alles mitreißt. Das hat Folgen – auch für unsere Branche: Der Werbemarkt, nach wie vor eine der tragenden Säulen von Tageszeitungen (und vor allem von Anzeigenblättern) ist fast völlig zusammengebrochen. Da haben es die öffentlich-rechtlichen Sender leichter: Neben großen Summen aus der Werbung streichen sie – krisenfest – die Rundfunk-Zwangsgebühren von uns allen ein. In guten wie in schlechten Zeiten – einmal mehr ein ungleiches Spiel …

Corona hinterlässt aber auch andere Spuren: Mit dem fast vollständigen Zusammenbruch des öffentlichen Lebens entfallen Tausende von Veranstaltungen, Termine und Themen aus allen gesellschaftlichen Bereichen: im Sport, in der Kultur, in der (Kommunal-)Politik, im Vereinsleben … Genau das aber ist unser „täglich Brot“ in der Berichterstattung, das mit dem „Shutdown“ schlagartig auf null gesetzt ist und uns die Arbeitsgrundlage entzieht.

Das bleibt nicht ohne Folgen auf Struktur und Umfänge vieler renommierter deutscher Tageszeitungen, deren „Gesicht“ sich in diesen Tagen verändern wird. Auch das der Rhein-Zeitung und ihrer Heimatausgaben. Wie in anderen Zeitungsverlagen landauf, landab werden auch wir uns von heute an mit dem Instrument der temporären Kurzarbeit den wirtschaftlichen Folgen entgegenstemmen. Einzigartig – auch in unserer Verlagsgeschichte. Aber keine Sorge: Unsere Berichterstattung aus dem lokalen Mikrokosmos bleibt dabei ebenso gesichert wie die aus der gesamten Region, aus Deutschland und der Welt. Überwiegend aus der „Heimredaktion“ werden wir uns dabei jedoch – in Print wie online – auf das Wesentliche konzentrieren müssen.

In zahlreichen E-Mails und Zuschriften haben Sie uns in den vergangenen Tagen immer wieder ermuntert und bestätigt, dass Sie sich – gerade in diesen Zeiten – von uns journalistisch gut betreut sehen, „sachlich, unaufgeregt, kenntnisreich, wohltuend anders“, wie mir ein Leser schrieb. Diese Zeichen des Zuspruchs sind uns Verpflichtung: Wir wollen Sie weiterhin bestmöglich, wenn vielleicht auch kompakter, informieren und Ihnen damit – auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen aus allen anderen Verlagsbereichen bis hin zu Ihren persönlichen Zustellern – für Ihre Treue zu uns danken!

Herzlichst, Ihr

Peter Burger, Chefredakteur

E-Mail an: Peter.Burger@rhein-zeitung.net