Archivierter Artikel vom 17.03.2020, 20:45 Uhr

Hamsterkäufe-Reim und vernünftiger Internetstar: Diese sechs Nachrichten machen Spaß

Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.“ Das hat der französische Schriftsteller und Philosoph Albert Camus einmal gesagt. Ein Zitat, wie geschaffen für die derzeitige Corona-Krise. Denn genau so wichtig, wie sich an die Regeln zum sozialen Abstand, zur Handhygiene, zum richtigen Husten und Niesen und vielem mehr zu halten, ist es, den Mut nicht zu verlieren – und nicht zu vergessen, dass auch diese Krise ein Ende haben wird. Deshalb setzen wir unsere vor einigen Tagen gestartete Serie der guten Nachrichten auch heute fort. Und während die Forscher weiter fleißig nach einem Gegenmittel gegen das Virus suchen, forschen wir für Sie weiter im Strom der Corona-Nachrichten nach kleinen Meldungen, die vielleicht Hoffnung, zumindest aber ein wenig Freude machen.

1 Infiziert – und schon wieder aus der Klinik

ABGEROLLT: Vier Studenten werden Anfang August in der Mainzer Innenstadt dabei erwischt, wie sie Klopapier um Fahrräder, Bänke, Laternenmasten und eine Parkhauseinfahrt wickeln. Die Polizei verdonnert sie dazu, das ganze Papier wieder zu entfernen. „Ob es Kunststudenten waren oder ob sie betrunken waren – wir wissen es nicht“, meint ein Sprecher.
ABGEROLLT: Vier Studenten werden Anfang August in der Mainzer Innenstadt dabei erwischt, wie sie Klopapier um Fahrräder, Bänke, Laternenmasten und eine Parkhauseinfahrt wickeln. Die Polizei verdonnert sie dazu, das ganze Papier wieder zu entfernen. „Ob es Kunststudenten waren oder ob sie betrunken waren – wir wissen es nicht“, meint ein Sprecher.
Foto: Fabian Nitschmann/dpa

Sie sind trotz allen Promibonus auch nur ein Ehepaar – aber eines, dessen Beispiel zeigt, dass eine Infektion mit dem Coronavirus nicht immer schlimmste gesundheitliche Folgen haben muss: Tom Hanks (63) und seine Ehefrau Rita Wilson (63) sind nach einer Behandlung wegen Covid-19 aus dem Krankenhaus entlassen worden und leben nun wieder – in Selbstisolierung – in ihrem Haus in Australien. Der Star aus Filmen wie „Philadelphia“ und „Forrest Gump“ hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass er und Wilson mit dem Coronavirus infiziert sind. Er meldete sich mit Updates aus der Quarantäne, zuletzt am Sonntag, als er sich bei den Helfern in Australien bedankte. „Lasst uns um uns selbst und um andere kümmern“, schrieb der Schauspieler. Sein Beispiel zeigt, was zwischen all den schlechten Nachrichten und düsteren Prognosen leicht in Vergessenheit gerät. Rund 80 Prozent der Erkrankungen verlaufen „milde bis moderat“, wie das Robert Koch-Institut schreibt. Und: Weltweit sind bereits mehr als 78.000 Menschen nach ihrer Erkrankung wieder genesen.

2 Eine Million Dollar für Menschen in Not

Bleiben wir bei den Hollywoodstars. Nicht, weil berühmte Menschen wichtiger wären, sondern weil sie auch in diesem Fall ein Beispiel dafür sind, wie sehr sich Menschen weltweit im Kampf gegen das neuartige Coronavirus engagieren: Das Schauspielerehepaar Ryan Reynolds und Blake Lively etwa hat angekündigt, 1 Million Dollar im Kampf gegen die Folgen des Coronavirus zu spenden. „Covid-19 beeinflusst Ältere und Familien mit niedrigem Einkommen auf eine extreme Weise“, heißt es in einem Text von Reynolds auf der Internetplattform Instagram. Das Geld soll an die Organisationen „Feeding America“ und „Food Banks Canada“ gehen – vergleichbar mit der Tafel in Deutschland. Reynolds richtete zudem noch einen Appell an die Menschen: „Passt auf eure Körper und auf euer Herz auf. Lasst noch Platz für Freude.“ Das vielleicht Beste an dieser Nachricht: Das Promipaar ist nur eines von sehr vielen, die derzeit mit ihrem Geld Bedürftige spürbar unterstützen.

3 Vom Erl- zum Corona-König

Zugegeben, nicht jeder kann gleich eine Million spenden. Aber was jeder (versuchen) kann, ist, nicht den Mut zu verlieren und in schwierigen Zeiten auch mal zu lachen oder andere zum Lachen zu bringen. Vielleicht hilft dabei dieses Gedicht, das der WDR als Variante des Erlkönigs veröffentlicht hat (zu hören unter www.ku-rz.de/erlkoenig):

„Wer hamstert so spät bei Nacht und Wind / Es ist der Deutsche, der wieder spinnt / Er hat die Nudeln wohl in dem Arm / und Klopapier für seinen Darm.“

„Mein Sohn, was birgst Du so bang dein Gesicht? / Siehst, Vater, du denn die Nachrichten nicht? / Die Pandemie von Corona, sie naht / Mein Sohn, Hygiene Dich bewahrt!“ (...)

„Bleib ruhig, bleibe besonnen mein Kind! / Wenn beim Händewaschen wir sorgsam sind / dann leiden wir alle auch keine Not / Also horte nicht Klopapier wie ein Idiot.“ Was für weise und doch humorige Worte.

4 „Bleibt verdammt noch mal daheim“

Weniger eloquent, doch dafür mit einer maximalen Klarheit bringt derzeit Florian Reifschneider (29) seine wichtige Botschaft unter das (digitale) Volk. Er hat die Internetseite #StayTheFuckHome (auf Deutsch: Bleib verdammt noch mal daheim) kreiert – die in den vergangenen Tagen bereits millionenfach abgerufen wurde. Darauf ruft Reifschneider die Nutzer zur Selbstdisziplin in der Coronavirus-Krise auf. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu sensibilisieren und so die Sars-CoV-2 Ausbreitung zu verlangsamen“, erklärt der Unternehmer aus Frankfurt. „Jeder soll entsprechend seiner Möglichkeiten die Anzahl der physischen Kontakte zu anderen minimieren.“ Auf seiner Internetseite schlägt er auch praktische Maßnahmen vor, wie jeder Einzelne seinen Beitrag zur Verlangsamung der Virusverbreitung leisten kann. Aktuell gibt es das Internetangebot bereits in 20 Sprachen (zu finden ist es unter: https://staythefuckhome.com/de)

5 Es gibt mehr als ein Mittel gegen die Angst

Viele Menschen helfen derzeit, die Corona-Krise einzudämmen. Angst macht sie ihnen dennoch. Doch es gibt Wege, die Furcht zu lindern. Viel mit anderen zu reden kann helfen, da sind sich die Experten einig. Wenn direkter Kontakt nicht möglich ist, geht das auch über Videotelefonie. Christa Roth-Sackenheim, die Vorsitzende des Berufsverbands deutscher Psychiater, empfiehlt zudem, den Nachrichtenkonsum einzuschränken, wenn man merkt, dass einen die ständig neuen Zahlen zu Infizierten und Toten oder Fotos von Menschen mit Schutzanzügen überfordern. Zur Soforthilfe empfiehlt sie die sogenannte progressive Muskelentspannung: Nach einem bestimmten Schema werden verschiedene Muskelgruppen angespannt und dann wieder losgelassen. Wie genau das geht, erklären zum Beispiel YouTube-Videos.

6 Seriosität setzt sich am Ende durch

Falschmeldungen hier, erfundene Sensationsgeschichten dort – das Internet ist voll mit sogenannten Fake News, die die Menschen teilweise verunsichern. Umso erfreulicher ist, dass derzeit eine Organisation ganz massiv an Bedeutung im Internet gewinnt, die wie kaum eine andere für zuverlässige Nachrichten und Vertrauen steht: die mehr als 70 Jahre alte Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie hat sich angesichts der Corona-Pandemie zum wohl wichtigsten „Influencer“ in sozialen Netzwerken entwickelt, schreibt das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“. Auf etlichen sozialen Internetplattformen präsentiert die WHO ihren Aufruf und ihre Anleitung zum gründlichen Händewaschen. Die WHO entdeckte auch Angebote wie das Portal TikTok für sich, das vor allem von jungen Leuten konsumiert wird. Die „Safe Hands Challenge“ (Sichere-Hände-Herausforderung) der Organisation wurde laut „Forbes“ auf TikTok innerhalb von 48 Stunden rund 500 Millionen Mal verbreitet. Die Videos der WHO auf TikTok sind der Renner. Sie werden mehr als doppelt so oft geschaut wie die der bisher wichtigsten Influencerin auf TikTok, der US-Sängern Loren Gray. Von wegen also, diese unvernünftige Jugend. dpa/epd/mkn