Gute Laune für ein Wochenende daheim: Diese netten Ideen helfen gegen den Corona-Blues

Von dpa/mkn
Siebenmal gute Laune für ein Wochenende daheim Foto: artjazz - stock.adobe.com

Wenn du durch einen Sturm gehst, halte deinen Kopf oben, und fürchte dich nicht vor der Dunkelheit: Nicht nur Fußballfans werden es erkannt haben, dies ist die Übersetzung der ersten Zeilen der Mutmacherhymne schlechthin: „You'll Never Walk Alone“. Sie passt nicht nur inhaltlich gut zu den aktuell schwierigen Tagen, sondern ist Freitagmorgen zeitgleich in ganz Europa im Radio gelaufen. Warum, erfahren Sie in unserer ersten von sieben guten Nachrichten, die auch zum Wochenende wieder helfen sollen, den Mut trotz aller Corona-Krisenmeldungen nicht zu verlieren.

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1 Ganz Europa singt ein Lied

Es war der ultimative Mutmacher am Freitagmorgen um Punkt 8.45 Uhr: Radiosender quer durch Europa haben ein Zeichen in der Corona-Krise gesetzt und gleichzeitig den Song „You'll Never Walk Alone“ der englischen Band Gerry and the Pacemakers gespielt. Die internationale Aktion war ein Dankeschön an alle, die helfen, die Situation zu meistern. „Von den Supermarktkassiererinnen über Lastwagenfahrer, Pflegerinnen, Arzthelfer, Ärzte – wir wollen euch sagen: Wir stehen hinter euch in dieser Zeit“, hieß es beispielsweise auf WDR 2. Die Hymne der Fans des FC Liverpool europaweit zu spielen, war eine Idee des Radiomoderators Sander Hoogendoorn von der niederländischen Station 3 FM. Er sei „sehr stolz“, dass so viele mitmachten, sagte er der britischen Nachrichtenagentur PA. „Wir müssen alles Machbare tun, diese Krise zu besiegen. So was wie das hier sprengt die Grenzen von Frequenzen.“ Klar, eigentlich ist der Song in Hunderten Fußballstadien totkommerzialisiert worden. Doch wer die hoffnungsvollen Zeilen am Freitagmorgen hörte oder mitsummte und nur kurz realisierte, dass es ihm gerade Hunderttausende in ganz Europa als Zeichen des Danks gleichtun – der musste wahrscheinlich doch kurz schlucken.

2 Viele erleben Krankheit ohne Beschwerden

Bleiben wir bei den Themen Mut und Hoffnung. Beides kann man auch in den sonst so nüchternen Worten der Wissenschaftler finden, wenn man ihnen zuhört. So sagte beispielsweise der renommierte Virologe Christian Drosten im Podcast „Das Corona-Update“ am Donnerstag: „Bei all den schlimmen Bildern im Fernsehen müssen wir uns immer wieder klarmachen, dass die meisten Patienten, die sich mit dem Sars-2-Virus infizieren, dennoch ganz von selbst wieder ausheilen. Und die allermeisten haben das, ohne dabei einen schweren Verlauf zu erleben. Und viele, viele Patienten sind dabei, die sich unterwegs nicht gut fühlen, die aber ohne weiteres Zutun nach zwei Wochen etwa wieder gesund werden.“ Bei all den Schreckenszahlen über aktuell und zukünftig Infizierte gilt auch immer noch, was die Weltgesundheitsorganisation mitteilt: Etwa 80 Prozent der Infizierten erholen sich ohne Behandlung.

3 Eine Gratisreise zurück in die Jugendtage

Trotz der Mut machenden Zahlen – fest steht weiterhin eines: Wir sollen so wenig wie möglich vor die Tür. Was aber die ganze Zeit daheim machen? Darüber haben sich mittlerweile schon Hunderte Unternehmen Gedanken gemacht – mit teils besonderen Aktionen. Die Zeitschrift „Bravo“ beispielsweise schaltet ihr Archiv teilweise frei. Auf der Internetseite heißt es: „Wir haben uns gefragt, wie wir vom „Bravo“-Archiv einen kleinen Beitrag dazu leisten können, diese schweren Zeiten ein wenig schöner zu gestalten. Deswegen stellen wir euch hier kostenlos unsere „Bravo“-Ausgaben zur Verfügung.“ Und damit jede Generation etwas davon hat, gibt’s aus jedem Jahr jeweils eine Ausgabe – von 1956 bis 1994. Zu finden sind die Hefte unter der Adresse www.ku-rz.de/bravo

4 Keine Bundesliga, dafür aber jede Menge WM

Wer sich weniger für alte Starschnitte, dafür aber mehr für alte Fußballstars interessiert, für den hat die Fifa ein Angebot, das den Heimaufenthalt versüßt. Sie öffnet Teile ihres Videoarchivs mit Klassikern der WM-Geschichte. Man wolle mit der Aktion mit dem Namen #WorldCupAtHome „den Fußball in die Häuser der Menschen bringen“. Zu finden sind die Spiele und alte Dokumentationen und Interviews unter www.fifa.com oder dem YouTube-Kanal der Fifa.

5 So hat man gerne Theater zu Hause

Auch das Theater Koblenz geht aktiv gegen die drohende Langeweile in den eigenen vier Wänden vor und lädt zum virtuellen Besuch ein. Das Haus will neben den existierenden kleinen Onlineangeboten längere Ausschnitte (zehn Minuten) von vergangenen Produktionen bei Facebook übertragen und danach noch einige Tage zur Verfügung stellen. Los geht es am Sonntag, 20 Uhr, mit dem Ballett „Haus mit 14 Räumen“.

6 Fotos gegen die Einsamkeit

Etwas gegen die Einsamkeit unternehmen möchte auch Dechant Hermann-Josef Ludwig von der St.-Severus-Kirche in Boppard – und zwar gegen die der Priester. Denn sonntags finden zwar Messen statt, aber ohne Gläubige. „Ohne Gesichter und Menschen in der Kirche ist das ungewöhnlich“, sagt Dechant Ludwig. Seine Idee, die er in Italien abgeschaut hat: Er ruft die Gemeinde auf, Porträts oder Familienfotos in der Kirche abzulegen, die an den Kirchenbänken befestigt werden können. Ein schöne Idee, die auch in anderen Gemeinden Nachahmer verdient hätte.

7 „Drei Bier, bitte – ich trinke später!“

Ebenso wie Kirch- oder Theaterbesuch fällt auch der Kneipenbesuch die nächsten Tage aus. In Belgien haben sie aber eine Idee entwickelt, den Kneipiers über die Runden zu helfen: Jetzt die Zeche zahlen, später trinken. Die Brauerei Alken-Maes rief Biertrinker auf, sich an einer Solidaritätsaktion zu beteiligen. Auf der Internetseite des „Café Solidarité“ können Gäste in ihrer Stammkneipe vorab zahlen. Sobald die Wirtshäuser wieder öffnen, könnten die Kunden dort dann einen Bon einlösen und ihr Bier trinken. Mehr noch: Die Brauerei spendet den Wirten auch noch die ersten 400 Glas Bier. dpa/mkn