Rheinland-Pfalz

Dieses Ereignis währt ewig: Wie unsere Leser die Mondlandung erlebt haben

50 Jahre ist es her, dass die ersten Menschen den Mond betreten haben: Mit der Apollo-11-Mission flogen Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins am 16. Juli 1969 zum Mond. Am 20. Juli um 21:17 Uhr deutscher Zeit landete sie und einige Stunden später setzen Armstrong und Aldrin den ersten Fuß auf den Erdtrabanten. Das spektakuläre Ereignis wurde von den Medien begleitet, die Aufmerksamkeit war riesig. Wir haben unsere Leser gefragt, wie sie die Mondlandung erlebt haben und an was sie sich erinnern können.

Celina de CuvelandLesezeit: 6 Minuten

Mondlandung von «Apollo 11»
Apollo 11-Astronaut Edwin „Buzz“ Aldrin steht neben der US-Flagge auf dem Mond.
Foto: Nasa – dpa

Noch viel mehr als die erste Mondlandung bedeutet den Eltern Günter und Monika Mies aus Höhn im Westerwald die Geburt ihrer Tochter an diesem Tag. Sie schrieben uns: „Meine Erinnerung an die erste Mondlandung vor 50 Jahren ist eine ganz Besondere. Fast auf die Minute genau, als ,Der Adler gelandet war', wurde unsere Tochter Esther geboren. Da ich zur damaligen Zeit noch nicht bei der Geburt im Hachenburger Krankenhaus dabeisein durfte, saß ich bei meinen Eltern in Streithausen vor dem Fernseher, damals noch schwarzweiß, und schaute mir die Liveübertragung der Mondlandung an.

Esther.
Esther.
Foto: privat
In der ganzen Welt war der erste Mensch auf dem Mond ein wichtiger Schritt für die Menschheit. Für uns als junge Eltern aber war die Geburt einer gesunden Tochter das wichtigere Ereignis, für das wir heute noch dankbar sind. Zu ihrem 50. Geburtstag gratulieren die Eltern, ihr Mann und ihre Tochter, zwei Brüder, zwei Schwägerinnen sowie zwei Neffen und eine Nichte.“

Robert und Stephanie Alsbach aus Dieblich haben uns ihre Erinnerungen per Mail geschickt. Sie schreiben: “Wir waren vor 50 Jahren, drei Erwachsene und vier Jugendliche, in Norwegen im Urlaub. Im Distrikt Telemark haben wir auf einem Parkplatz im Autoradio die Reportage über die Mondlandung verfolgt. Es war ein emotionales Ereignis.„

Auch Heidemarie Golowko erinnert sich gut an den Tag der Mondlandung. “Es waren die ersten Tage meiner Ehe: Ich habe meinen (mittlerweile verstorbenen) Mann am 19. Juli 1969 geheiratet. Wir hatten ein Zimmer bei Bekannten, da unsere Wohnung noch nicht fertig war. Und einen Fernseher. Zum ersten Mal frei von den Eltern haben wir die Mondlandung im Bett verfolgt. Aufregende ungeahnte Möglichkeiten verbanden wir mit diesem Ereignis und die Zukunft lag verheißungsvoll vor uns.„

Richard Seifert schreibt über Facebook: “Natürlich habe ich das als 13-Jähriger verfolgt. Und ganz toll fand ich immer die Pieptöne zwischen den Funksprüchen.„

Und Wolfgang Dietz aus Koblenz hat einen ganz besonderen Grund, weswegen er den Tag der Mondlandung nie vergessen wird: “Ich hatte mit 3 Schulkameraden die ganze Nacht vor der Glotze gesessen und wir sind am frühen Montagmorgen total übermüdet alle drei zu Fuß von der Karthause den Hasenpfad runter zur Fahrschule Bruickhuisen und haben unseren Führerschein gemacht. Wir haben alle drei bestanden, es war aber damals eh keine große Leistung den Lappen zu machen. Gekostet hat er mich übrigens knapp unter 200 D-Mark. Allein aus diesem Grund werde ich den Tag der Mondlandung nicht vergessen.„

Brigitte und Roland Bayerlein schicken uns ihre Erlebnisse per E-Mail: “Wir waren am Sonnenstrand in Bulgarien als wir über diesen „Meilenstein der Geschichte informiert wurden. Die anderen Badegäste waren Bürger der DDR, der Sowjetunion und anderer Ostblockstaaten. Diese Ostblocktouristen waren sehr verunsichert und sollten jeden Kontakt zu westlichen Touristen vermeiden. Sie waren nie sicher, ob der nette Nachbar auf dem Badetuch nebenan nicht doch ein Spitzel der Stasi war und den Westkontakt meldete. Zeitungen aus dem Westen gab es nur in den Hotels, die für die wenige Touristen aus dem Kapitalismus reserviert waren. Als die Meldung von der Mondlandung kam, wurden wir heimlich um eine Westzeitung gebeten.“

„Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis, das uns so tief bewegte, dass wir nach vielen Jahrzehnten unter anderem das Space Center Houston besucht haben und die dort die Gelegenheit wahrnahmen, ein Stück des Mondes mit den Fingern berühren konnten“, schreibt Maria Bannert via Facebook.

Über Facebook hat uns Maria Bannert dieses Bild geschickt. "Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis, das uns so tief bewegte, dass wir nach vielen Jahrzehnten u.a. das Space Center Houston besucht haben und dort die Gelegenheit wahrnahmen, ein Stück des Mondes mit den Fingern zu berühren", schreibt sie in dem sozialen Netzwerk.
Über Facebook hat uns Maria Bannert dieses Bild geschickt. „Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis, das uns so tief bewegte, dass wir nach vielen Jahrzehnten u.a. das Space Center Houston besucht haben und dort die Gelegenheit wahrnahmen, ein Stück des Mondes mit den Fingern zu berühren“, schreibt sie in dem sozialen Netzwerk.
Foto: Maria Bannert

„Habe es als Kind nachts im Fernsehen geschaut, natürlich noch in Schwarzweiß und mit übelster Ton- und Bildqualität. Im Nachhinein, neben den Terroranschlägen am 11.9.2001, war die Mondlandung für mich das Fernseherlebnis, dass die nachhaltigsten Eindrücke hinterlassen hat“, schreibt Bernfried Mohr über Facebook.

Rolf Müller hat die Mondlandung als Kind in der Nacht im Fernsehen gesehen und begleitend auch immer die Sendungen mit Prof Heinz Haber verfolgt. Er schreibt uns: „Ich habe heute sogar noch ein Taschenbuch von der Mondlandung. Die Landung auf dem Mond war das Ereignis schlechthin. Auch in 1000 Jahren wird man sich fragen wann der Mensch zum ersten Mal die Erde verlassen hat.“

Wolfgang Krämer erinnert sich an eine harte Nacht. Er kommentiert auf Facebook: „Damals 19 Jahre alt, ohne Schlafen durchgemacht und dann um kurz vor 6 Uhr zum Frühdienst.“

Annita Sonnack schreibt: „Ich war noch ein Kind. Wir durften es uns aber mit ansehen, da es ja ein Jahrhundert Ereignis war. Nur dass alles noch in Schwarzweiß gesehen wurde. Das ist heute unvorstellbar. Und heute glauben viele, dass die Mondlandung gar nicht wahr war?“

Stefan Müller aus Siershahn im Westerwaldkreis hat die Mondlandung während seines Studiums in Stuttgart erlebt. Um über den langen Zeitraum der öffentlichen Übertragung im Fernsehen nicht stehen zu müssen, baute er die vordere Sitzbank seiner Ente aus. Die Stuttgarter Zeitung veröffentlichte vom Folgetag ein Foto von den Schaulustigen.

Stefan Müller aus Siershahn schreibt uns: Die Mondlandung erlebte ich während des Studiums in Stuttgart. Um über den langen Zeitraum nicht stehen zu müssen, baute ich die vordere Sitzbank meiner Ente aus (2. Reihe von unten). Das Bild ist von der Stuttgarter Zeitung vom Folgetag.
Stefan Müller aus Siershahn schreibt uns: Die Mondlandung erlebte ich während des Studiums in Stuttgart. Um über den langen Zeitraum nicht stehen zu müssen, baute ich die vordere Sitzbank meiner Ente aus (2. Reihe von unten). Das Bild ist von der Stuttgarter Zeitung vom Folgetag.
Foto: Stuttgarter Zeitung/Stefan Müller

Edith Grandisch aus Buchholz im Landkreis Neuwied hat die Mondlandung vor 50 Jahren mit ihren Eltern und ihrem Opa im Fernsehen verfolgt. Der Kommentar ihres Opas lautete: „Was habe ich ein aufregendes Leben. Ich habe gesehen, wie das erste Auto bei uns durchs Dorf gefahren ist und nun sehe ich, wie der erste Mensch den Mond betritt. So eine rasante Entwicklung wird es bei euch nicht geben.“ Edith Grandisch war damals knapp 20 Jahre alt und dieser Spruch ist bei ihr hängen geblieben. Sie schreibt unserer Zeitung: „Allerdings hatte mein Opa unrecht: Es entwickelt sich immer schneller und selbst ich komme kaum noch hinterher.“

Gudrun Gödert aus Urbar im Landkreis Mayen-Koblenz hat uns ebenfalls eine E-Mail geschickt: „Der 21. Juli 1969 bleibt mir in Erinnerung, denn an diesem Tag begann meine Lehrzeit. Fast unvorstellbar für die Menschen war die Mondlandung (und der erste Schritt auf diesem) das Gesprächthema Nummer eins.“

Eva Maria Lenz erinnert sich, dass sie mit ihrer Familie auf einem Campingplatz in Frankreich war. Wegen des Feiertags (14. Juli) waren viele Franzosen da. Sie schreibt: „Ich erinnere mich, dass ich mich gewundert habe, wie wenig lnteresse die Menschen an dem Ereignis hatten. Auch wir haben nicht viel mitbekommen. Es gab weder Radio noch Fernsehen.“

Uli Schneider schreibt über Facebook: „Einer der ganz großen Momente, die wir in erleben durften. Faszination pur, ein Meisterstück der Menschheit. Ich war damals 17 Jahre alt, noch in der Berufsausbildung und habe es am Fernseher voller Spannung verfolgt.“

Willi Krötz wird über Facebook beinahe etwas melancholisch: „Ich saß im Lehrlingsheim in Maria Laach und habe die Mondlandung live mitverfolgt. Mein Gott....schon 50 Jahre...“

Bei Klaus Pandorf aus Kaisersesch war das Interesse groß: „Wir waren in einem vollbesetzten Festzelt, als die Band die Musik unterbach und durchsagte, dass soeben der erste Mensch auf dem Mond gelandet sei. Es gab einen Riesenapplaus und Jubelszenen.“

Christa Klein aus Andernach war zum Zeitpunkt der ersten Mondlandung 14 Jahre alt. Sie erinnert sich: „Ich weiß noch, dass ich zusammen mit meinen Eltern dieses Ereignis im Fernsehen verfolgt habe. Ich konnte kaum glauben, was ich da sah. Auf dem Mond? Ich konnte es mir nicht vorstellen. Heute ist alles so normal, dass man gar nichtmehr dafür aufsteht, wenn etwas Besonderes passiert. So hat sich alles verändert.“