Der Osten hilft dem Westen: In Brandenburg läuft eine Hilfsaktion für Sinzig und andere Orte an

Der Anruf kam am Wochenende: Claus Liesegang, Chefredakteur der in Frankfurt an der Oder erscheinenden „Märkischen Oderzeitung“, hatte alte Kontakte zu Lars Hennemann, dem neuen Chefredakteur unserer Zeitung, bemüht, um ihm eine spontan entstandene Idee zu präsentieren. „Damals, beim Hochwasser an der Oder, wurde uns geholfen. Jetzt wollen wir helfen“, schilderte Liesegang die Ausgangslage. Alles, was man brauche, seien konkrete Projekte, auf die man sich beim Spendensammeln konzentrieren sollte.

Das Lebenshilfe-Haus in Sinzig ist nicht nur durch die tragischen Todesfälle extrem von der Flut getroffen worden. In Brandenburg werden nun Spenden für den Wiederaufbau gesammelt.
Das Lebenshilfe-Haus in Sinzig ist nicht nur durch die tragischen Todesfälle extrem von der Flut getroffen worden. In Brandenburg werden nun Spenden für den Wiederaufbau gesammelt.
Foto: dpa

Eines war nach kurzer Rücksprache schnell gefunden: der Wiederaufbau der Einrichtung der Lebenshilfe in Sinzig. Sie ist nicht nur wegen tragischer Todesfälle hart von der Katastrophe getroffen worden. Liesegang nahm diesen Vorschlag am Sonntag mit, und alle Beteiligten in Frankfurt stimmten bereits am Montag zu. Beim Sammeln der Spenden kooperiert die „Märkische Oderzeitung“ mit dem Landkreis Märkisch Oderland. Die Rhein-Zeitung wird ihrerseits Kontakt zum Landkreis Ahrweiler herstellen und auf diese Weise alle an einen Tisch bringen, die bei einer solchen Aktion miteinander reden müssen. Dabei soll noch ein zweites Projekt im Kreis Ahrweiler identifiziert werden, für das die Brandenburger ebenfalls spenden können.

Die „Märkische Oderzeitung“ will darüber hinaus auch Projekte in anderen betroffenen Regionen unterstützen. So wolle man, sagte Liesegang am Montag, auch Kontakt zum „Kölner Stadtanzeiger“ und zum „Trierischen Volksfreund“ aufnehmen. Auch aus dem Bereich der „Lausitzer Rundschau“, einer Schwesterzeitung der „Märkischen Oderzeitung“, sollen Spenden nach Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen fließen. „Die Aktion erstreckt sich also über große Teile von Brandenburg und reicht bis nach Sachsen“, sagte Liesegang. Auf diese Weise entstehe inmitten der Not etwas Neues: „Jetzt hilft der Osten dem Westen. Zuvor ging es immer in die andere Richtung.“