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Sayn

Sayner Schloss, Schätze und Schmetterlinge

Im Garten der Schmetterlinge in Sayn wird der Sommer bis in den Advent hinein verlängert. Im Sayner Schlosspark mit knorrigen Baumriesen, Teichen und Bächen liegt der gut beheizte Wohnort Tausender Schmetterlinge aus tropischen Gefilden. In zwei Glaspavillons spazieren die Besucher zwischen Bananenstauden, blühenden Hibiskussträuchern und anderen tropischen Pflanzen, auf denen sich schöne Schmetterlinge tummeln.

Blick auf Schloss Sayn, unterhalb der Burg Sayn gelegen.
Blick auf Schloss Sayn, unterhalb der Burg Sayn gelegen.
Foto: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz Tourismus

Die farbenprächtigen Falter kommen aus Südamerika, Afrika und Asien. Unter ihnen beeindruckt der 25 Zentimeter große Atlas-Spinner aus China, der fast bewegungslos im Tagschlaf verharrt, oder der Blaue Morphofalter aus Brasilien, wenn er majestätisch durch die Luft schwebt. Außerdem sind auch Zwergwachteln mit ihren nur hummelgroßen Küken, Schildkröten, tropische Finken und der Grüne Leguan zu sehen. Im Raupenhaus kann man winzige Schmetterlingseier, gefräßige Raupen und verborgene Puppen betrachten.

Interessant ist auch ein Besuch im nahen Schloss. Man muss kein gekröntes Haupt sein, um beim Anblick des neogotischen Residenzschlosses genauso zu empfinden wie 1851 der preußische König Friedrich Wilhelm IV., der „gänzlich verwundert, geblendet und entzückt von dem Zauber von Sayn“ gewesen sei. Sein Bruder Wilhelm, später Kaiser des Deutschen Reiches, schrieb 1857 ebenso begeistert in das Gästebuch: „Wirklich, es ist ein rechtes Märchenschloss!“

Die Gestaltung der Räume in kräftigen Farben entspricht dem Geschmack des 19. Jahrhunderts. Der Gobelinsaal mit schönen Wandteppichen und zwei seltenen Genueser Truhen aus dem 16. Jahrhundert ist ein beliebter Ort zum Heiraten. Das Blaue Kabinett zeigt venezianische Spiegelbilder und eine Elefantensammlung der Fürstin Marianne.

Im ersten Obergeschoss des Schlosses beherbergt das Rheinische Eisenkunstguss-Museum eine Sammlung von Kunstwerken der Sayner Hütte. Darunter ist auch die berühmte Sayner Mücke, eine gusseiserne Stubenfliege in Originalgröße. Im Parkflügel des Schlosses verspricht das Restaurant Sayner Zeit gute Küche für den großen und kleinen Hunger. Noch bis zum 23. September sind die beiden Ausstellungen mit dem Titel „Aloe, Weihrauch und Kaffee“ zu den Schätzen Äthiopiens und „Die Töchter der Königin von Saba“ mit Fotos von Peter Graf von Schönborn im Pavillon des Gartens der Schmetterlinge geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Das Sayner Schloss ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderer und Spaziergänger, die zwischen dem anspruchsvollen Fernwanderweg Rheinsteig, einer Runde auf dem Traumpfad Saynsteig (15,3 Kilometer) oder auf dem Traumpfädchen Sayner Aussichten (6,1 Kilometer) wählen können. Sie führen durch den Wald hinauf zur 800 Jahre alten Stammburg der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein. Durch die Fachwerkromantik des Ortes gelangt man zum technischen Mühlenmuseum Heins Mühle am Brexbach und zur Abteikirche mit einem Kreuzgang und einem Brunnenhaus aus dem 13. Jahrhundert.

Alle drei Wege teilen sich beim Aufstieg zum Burgberg den Wanderpfad. Oben angekommen, wird die kleine Anstrengung mit der Aussicht ins Brexbachtal und über das Neuwieder Becken belohnt. Durch den Wald geht es weiter zur nächsten Aussicht auf die Oskarhöhe und von dort in vielen Kurven hinab ins Tal zum Viadukt der Brexbachtalbahn. Einen letzten Anstieg fordert der Pulverberg. Während Rheinsteig und Saynsteig weiter bergan streben, entscheiden sich die Wanderer auf dem Traumpfädchen Sayner Aussichten für entspanntes Waldwandern vorbei an der steinernen Schutzhütte der Emma-Höhe und dem Sayner Kletterwald hinab ins Tal.

Im Landkreis Mayen-Koblenz wurden nach dem Vorbild der 26 Rundwanderwege Traumpfade auch die Spazierwanderwege Traumpfädchen angelegt. Sie sind zwischen drei und sieben Kilometer lang und stillen den kleinen Wanderhunger auf Premiumwegen, die nicht so steil sind und Erlebnis, Rast sowie Einkehr in den Mittelpunkt stellen. Insgesamt gibt es jetzt zehn Traumpfädchen. Vier davon wurden erst im August dieses Jahres eröffnet. Das sind das Traumpfädchen Spayer Blick ins Tal (6,1 Kilometer) im Mittelrheintal, das Traumpfädchen Löfer Rabenlaypfad (4,7 Kilometer) im Moseltal, das Traumpfädchen Eifelturmpfad Boos (4,1 Kilometer) in der Eifel und das Traumpfädchen Paradiesweg Polch (7,2 Kilometer) mit wunderbaren Aussichten über das Maifeld und auf die Vulkankegel der Osteifel. In einem neu herausgegebenen Faltblatt sind alle zehn Kurztouren mit Wegeverlauf, Karte, Höhenprofil, Anfahrtsbeschreibung sowie Angaben zu Länge und Schwierigkeitsgrad beschrieben. Alle Infos: www.traumpfade.info Heidrun Braun

Infos Sayn: Öffnungszeiten im September: täglich 9 bis 18 Uhr, Eintritt Schmetterlingsgarten: Erwachsene 7,50 Euro, Kinder ab vier Jahre 5 Euro, Eintritt Schloss: Erwachsene 5 Euro, Kinder 3,50 Euro, Kombikarte: Erwachsene 9,50 Euro, Kinder 7 Euro. Telefon 02622/ 154 78 (Garten der Schmetterlinge), Telefon 02622/902 40 (Schloss), Internet www.sayn.de .

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