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Romantischer Rhein

Romantische Schiffsfahrt, Römer und Ritter

Vater Rhein zieht ruhig seine Bahn durch die Weinbergslandschaft zwischen Bingen und Koblenz, aber hinter jeder Biegung wartet ein neues Abenteuer. Dafür sorgen allein schon die vielen Burgen, die auf den steilen Hängen thronen und in alter Zeit fast alle Raubritternester waren. Viele der alten Gemäuer öffnen bei Besichtigungen nicht nur den Rittersaal, sondern auch die kleinen Turmstuben, dunklen Verliese und beeindruckenden Rüstkammern, um die sich geheimnisvolle Geschichten ranken. Besonders beeindruckend ist die Marksburg bei Braubach, die als einzige Höhenburg am Rhein nie zerstört wurde.

Die Marksburg ist die einzige Höhenburg am Rhein die nie zerstört wurde.
Die Marksburg ist die einzige Höhenburg am Rhein die nie zerstört wurde.
Foto: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz Tourismus

Bevor man dort von den Wehrgängen auf das Rheintal sehen kann, muss eine lange Reitertreppe überwunden werden. Im Mittelalter gab es auf dem Weg zur Marksburg keine Treppenstufen. Für die Ritter in ihrer schweren Rüstung war das eine bequeme Sache, da sie mit ihrem Pferd direkt bis zum Burgeingang reiten konnten. Für die Bewohner, die zu Fuß den Burgberg erklimmen mussten, wären Stufen hilfreich gewesen. Diese wurden aber erst im 17. Jahrhundert in den Felsen geschlagen.

Etwas weiter südlich bietet die Burg Rheinstein bei Trechtingshausen spezielle Führungen für Kinder unter dem Motto „Prinzessinnen und Raubritter“ an, bei denen die Burgherrin persönlich durchs Schloss führt und vom Leben im Mittelalter erzählt. Zum Beispiel vom „Hungerkorb“, der heute noch am hohen Burgturm schaukelt und in dem in grauer Vorzeit Missetäter auf Gnade warteten. Diese wird die schöne Aussicht auf das Binger Loch und Assmannshausen wenig erfreut haben.

Es ist immer wieder ein Erlebnis den weltweit höchsten Kaltwassergeysir auf der Rheinhalbinsel Namedyer Werth 60 Meter in die Höhe schießen zu sehen. Bevor es mit der MS „Namedy“ zum Andernacher Kaltwasser-Geysir geht, gibt es im Geysir-Zentrum eine Entdeckungstour an deren Ende jeder weiß, wieso die Fontäne auf dem Namedyer Werth mit solch gewaltiger Kraft aus der Erde schießt. Im Ausstellungsteil „Auftakt“ des Geysir-Zentrums können die Besucher einen ehemaligen Steinbruch erkunden, in dem Geologen die Phänomene des Vulkanismus erforschen. Mit dem Aufzug geht es hinab in gefühlte 4000 Meter Tiefe bis zum Ursprung des Geysirs, dem Magma.

„Caput Limitis“ nannte der römische Historiker Tacitus den Beginn der römischen Grenzanlagen in Rheinbrohl, die das Römische Reich vom freien Germanien trennten. Dort steht der Wachturm Nummer 1 am Rhein, der erste von vielen weiteren auf dem 550 Kilometer langen Limes. An diesem besonderen Ort kann man auf dem großen Gelände des Erlebnismuseums Römerwelt in Arienheller die Lebensumstände der römischen Soldaten am Limes vom Bogenschießen bis zum Brotbacken erleben. Die Römerwelt in Rheinbrohl ist mit einem Museum sowie einem rekonstruierten Stück von Wall und Graben samt Palisadenzaun das Limesinformationszentrum für Rheinland-Pfalz. An der Römerwelt startet ein rund acht Kilometer langer Wanderweg. Stationen der Wanderung auf den Spuren der Römer sind die Überreste der römischen Grenzanlagen – Palisadennachbauten, Wall- und Graben, eine Ausgrabungsstelle des Limes Romanus – und ein Kohlemeiler. Der begehbare Holzturm-Nachbau des Wachturms 1/9 bietet einen herrlichen Ausblick in die umliegende Landschaft bis zur Eifel.

Ausstellung gibt Einblicke in das Leben am Limes.
Ausstellung gibt Einblicke in das Leben am Limes.
Foto: Heidrun Braun

Das ganze Jahr über gibt es viele Veranstaltungen, bei denen nach römischer und keltischer Art gekocht wird und Kinder bei römischen Spielen oder bei der Ausbildung zum Legionär aktiv werden können. Am diesjährigen Welterbetag am Sonntag, 3. Juni, sind vor allem die Kinder zum „Römischen Spieletag“ rund um den Exerzierplatz eingeladen. Sie können sich am lebendigen Mühlenspiel beteiligen, ein paar Pfeile mit dem Bogen abschießen, Geschichten in der schummerigen Mannschaftsstube lauschen, Stockbrot über dem offenen Feuer backen und ein Suchspiel in der Ausstellung lösen. An diesem Tag gibt es zudem zwei, speziell auf Kinder zugeschnittene Führungen. Heidrun Braun

Nähere Informationen: Romantischer Rhein Tourismus, An der Königsbach 8, Koblenz, Telefon 0261/973.847 20, info@romantischer-rhein.de.

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