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    Bad Neuenahr-Ahrweiler

    Über den Traubenpfad durch das Rotweintal

    Schöne Wege über Steillagen, durch felsige Schluchten, über aussichtsreiche Hochebenen in Winzerorte und zu außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten sind die Zutaten, die das Ahrtal zu einer beliebten Wanderregion machen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler treffen sich zwischen Wald und Weinbergen der Ahrsteig und der Rotweinwanderweg. Dazu gibt es um Bad Neuenahr-Ahrweiler Rundwanderwege und fünf „Traubenpfade“, die auf gemütlichen Runden durch die Weinberge führen.

    An den Hängen der Ahr können die Trauben viel Sonne tanken.
    An den Hängen der Ahr können die Trauben viel Sonne tanken.

    Einer von ihnen ist der Rundwanderweg „Traubenpfad 1“. Er beginnt in Walporzheim, einem Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Aus dem Tal des Rotweins windet sich der Weg in lang gestreckten Serpentinen hinauf zum Weinbaulehrpfad des Rotweinwanderweges. Auf Holztafeln ist das geballte Wissen der Winzer zu Rebsorten, Klima und Boden zusammengefasst. Eine gute Gelegenheit, um das Weinwissen aufzufrischen und vor dem nächsten Aufstieg etwas zu verschnaufen, denn es geht auf dem Bergpfad über Stufen noch höher und steil bergauf. Beim Aufstieg lohnt es sich, ab und zu innezuhalten und die Aussicht über das Ahrtal und die alten Weinbergterrassen zu bewundern. Sie sind die steinernen Zeugen der uralten Winzertradition im heute größten geschlossenen Rotweinanbaugebiet Deutschlands.

    Auf der „Bunten Kuh“ mit Aussichtsturm auf schroffer Felsnase ist der Aufstieg geschafft. Ein Raubritter soll dort in alter Zeit von einer bunt gescheckten Kuh, die laut mit ihrer Glocke bimmelte, von einem geplanten Überfall abgehalten worden sein. Gottesfürchtig kniete er beim Glockenklang zum Gebet nieder. Aus Ärger darüber, dass er auf eine Kuhglocke hereingefallen war, soll er sie vom Felsen gestoßen haben – so erzählt es die Sage. Der Name könnte aber auch von dem den Wein lobenden „C’est bon de goût“ (Es schmeckt gut) französischer Soldaten herrühren, das für die Ahrtaler wie „Bunte Kuh“ klang. Von nun an ist die rund sieben Kilometer lange Tour als gemütlich zu bezeichnen. Nach einem kurzen Waldstück kommen die Weinberge des Marienthaler Rosenbergs in Sicht.

    Auf „Försters Weinterrassen“ trifft Architektur auf Natur. Fotos: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz-Tourismus
    Auf „Försters Weinterrassen“ trifft Architektur auf Natur. Fotos: Heidrun Braun/Rheinland-Pfalz-Tourismus

    Ganz ungewöhnlich für das Ahrtal stehen die Reben eben auf dem Hochplateau und genießen schon am Morgen die Sonne, wenn im Tal noch der Nebel wabert. Dort oben gibt es in der Nähe des Gasthofes „Altenwegshof“, der eine schöne Terrasse mit Panoramablick hat, einen Wanderparkplatz, der ebenfalls ein guter Start- und Endpunkt der Tour ist. Allerdings ist zu bedenken, dass der Anstieg dann am Schluss der Wanderung zu bewältigen ist.

    Ein breiter Wingertsweg führt direkt zum Restaurant „Försters Weinterrassen“. Rund, bunt und frei nach dem Motto „Die Natur kennt keinen rechten Winkel“ wurde der ursprüngliche Aussiedlerhof zur Augenweide. Beim Umbau des Försterhofes standen die Bauten der Künstler Antonio Gaudi und Friedensreich Hundertwasser Pate. Der Architekt aber kommt aus Bad Neuenahr. Udo Heimermanns Philosophie, die unter anderem beinhaltet, dass Häuser in die Landschaft passen sollten, geht dort zu 100 Prozent auf.

    Die nächste Aussicht wartet schon auf dem Felsen der Fischlay. Von dort aus ist noch einmal die „Bunte Kuh“ zu sehen sowie der Wald auf der anderen Talseite. Der Wanderweg strebt nun dem Kloster Mariental zu. Das älteste Kloster an der Ahr stifteten 1137 die Grafen von Saffenberg den Augustinerinnen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Kloster lange eine Ruine, in der es heute im Weingut Kloster Marienthal wieder sehr lebendig und gastlich zugeht. Bei Flammkuchen und einem guten Roten aus dem Klosterkeller lässt es sich im Innenhof unter den Arkaden gut rasten. Die Klosterruine hat eine hervorragende Akustik, die für Konzerte und Liederabende genutzt wird. Breite Waldwege führen über die Mosaik-Mariensäule, den Kuxberg und den Eva-Turm zum Ahrweiler Silberberg, der als hervorragende Weinbergslage gilt. Auf dem Weg aus den Weinbergen in die Stadt liegt direkt an der Bundesstraße die Roemervilla. Als die Straße 1980 gebaut wurde, brachte ein Bagger die römischen Mauern mit farbigen Wandmalereien mehr oder weniger zufällig zutage. Eine funktionstüchtige Fußbodenheizung, eine großzügig angelegte Badeanlage und eine Küche mit Herd, Backofen sowie Räucherkammer erzählen von dem komfortablen Leben der Bewohner. Die „römische Hausherrin“ oder der „Badesklave“ haben bei den Führungen durch das Refugium manche Geschichte dazu auf Lager. Start und Ziel der rund sechs Kilometer langen Wanderrunde ist der Wanderparkplatz in der Prümer Straße in 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler oberhalb der Weinmanufaktur Walporzheim.

    Heidrun Braun

    Informationen: Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Blankartshof 1, Telefon 02641/ 917 10, www.ahrtal.de, www.gastlandschaften.de 

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