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Fraktionsvorsitzende im Gespräch – Heute: Daniel Köbler (Grüne)

Rheinland-Pfalz. Die Grünen gehen streitbar ins neue Jahr. 2012 wollen sie sich stärker in der Bildungspolitik engagieren, erklärte Fraktionschef Daniel Köbler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die große Vision: Alle lernen gemeinsam in einer Schule – unabhängig von Herkunft und Begabung. Auch am Nürburgring wollen die Grünen kräftig mitreden. Köbler lehnt Landesgelder für die Formel 1 ab – auf jeden Fall bis Ende 2013.

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen. Was sind die wichtigsten Herausforderungen für 2012?

Ein zentrales Großprojekt ist natürlich die Energiewende. Zudem treiben wir das Thema „Demokratisierung/Bürgerbeteiligung“ voran. Wir als Grünen-Fraktion werden darüber hinaus das Themenfeld Inklusion, die Integration behinderter Menschen ins Bildungssystem, aber auch in die Gesellschaft insgesamt, zu einem wichtigen Schwerpunkt machen. Auf Bundesebene werden wir Grüne das Thema vorantreiben.

Das grüne Profil in der Bildungspolitik ist nicht besonders sichtbar. Wie lässt es sich stärker schärfen?

Das Thema Inklusion ist ein gutes Beispiel. Hier kann man zeigen, dass das längere gemeinsame Lernen aller Kinder funktioniert und auch ein wirklicher Fortschritt ist. An dieser Stelle müssen wir noch ein ganzes Stück vorankommen. Der Elternwille ist für diesen Weg auf jeden Fall vorhanden. Wir müssen vor allem Grenzen im Denken überwinden, damit wir zu mehr integrierten Gesamtschulen und zu mehr inklusiven Schulformen kommen. Bereits in der Lehrerausbildung sind wir gefordert, die Trennung der einzelnen Schularten schrittweise zu überwinden.

Ist die Einheitsschule, die eine gemeinsame Schule, eine Vision grüner Bildungspolitik?

Alle Kinder müssen die gleichen Bildungschancen bekommen. Wir Grünen sind davon überzeugt, dass wir dieses bildungspolitische Ziel an denjenigen Schulen am besten umsetzen können, wo Kinder und Jugendliche gemeinsam lernen. Und zwar unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und unabhängig von ihren Fähigkeiten.

Das würde also bedeuten: eine Schule für alle.

Das ist nach wie vor unser Ziel. Wir wollen es Schritt für Schritt auf mittlere Sicht erreichen.

Stichwort Energiewende: Täuscht der Eindruck, oder kommt die rheinland-pfälzische Energiewende nicht richtig voran?

Im Moment geht es vor allem darum, die Energiewende in Bahnen zu lenken, die zukunftsfähig sind. Wir haben gerade im Bereich Windkraft eine Goldgräberstimmung, die wir regeln und steuern müssen. Wir wollen auch in fünf bis zehn Jahren noch die gesellschaftliche Unterstützung für die erneuerbaren Energien haben. Und da geht Gründlichkeit im Moment vor Schnelligkeit. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir jetzt die Weichen stellen müssen, um unser großes Ziel zu erreichen: In Rheinland-Pfalz soll 2030 der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie gewonnen werden.

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