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    Rückpass: Ethik erreicht Sepp Blatter nicht

    Wo wir gerade mal nicht mit geliehenem Geld an der Börse spekulieren und ein kleines Zocker-Päuschen einlegen, könnten wir ja die Gelegenheit nutzen und über Fußball reden. Nein, ausnahmsweise dreht es sich mal nicht um die Heilsbringer aus Dortmund und München, über London im Ausnahmezustand oder Ticketpreise, für die sich andere ein Eigenheim bauen.

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    Nein, wir müssen – so schwer uns das auch fällt – mal über das sprechen, was der Weltverband, die Fifa, unter Fußball versteht. In diesem Selbstbedienungs-Schlaraffenland spielt der rollende Ball bekanntlich oftmals nur die untergeordnete Rolle. Was wir Außenstehende vornehmlich dann merken, wenn die Granden des Weltverbandes mal wieder wüste Entscheidungen treffen.

    Indem sie beispielsweise den Versuch starten, aus einer WM eine Hitzeschlacht zu machen (Katar 2022) oder Taiga und Tundra (Russland 2018) als ihr Ölfeld, pardon, Spielfeld entdecken. Natürlich, sie alle lieben den Fußball bei der Fifa. Vor allem aber (miss-)brauchen sie ihn. Das hat die Öffentlichkeit jetzt sogar Schwarz auf Weiß.

    Selbstreinigende Kräfte waren am Werk, als die Fifa-Ethikkommission diese Woche in ihrem Abschlussbericht über die seltsamen Bestechungspraktiken aufklärte, in die der langjährige Fifa-Boss Joao Havelange und seine Handlanger auf der einen sowie das Schweizer Marketing-Unternehmen ISL auf der anderen Seite verstrickt waren.

    Langweilig, aber wahr: Die Fifa- Entscheider mussten in der ISL-Affäre nicht einmal mit zittrigen Händen zocken, um an ihr Geld zu kommen. Nein, dieser Kick, diese Hoeneß'sche Verschwendung von Adrenalin, war ihnen beim besten Willen nicht vergönnt. Die ISL, im Besitz der Marketing-Rechte für die WM 2002 und 2006, warf in der Zentrale der Fußball-Macht in Zürich mit Bestechungsgeld nur so um sich. 140 Millionen Franken brachte die ISL in den 90er-Jahren unters Volk der Sportfunktionäre, ein großer Teil davon ging an Fußballvertreter.

    Aber wie das bei selbstreinigenden Kräften häufig so ist, sie kommen nicht in alle Ecken. Denn obgleich der heutige Fifa-Boss Sepp Blatter, seinerzeit Generalsekretär und rechte Hand von Havelange, alle Mitbieter um die Marketing-Rechte für die WM 2002 und 2006 – auch solche mit höheren Geboten – ausbremste, stellt der Abschlussbericht Blatter sozusagen einen Persilschein aus.

    Noch mal zur Erinnerung: Blatter will nichts gewusst haben von den Schmiergeldzahlungen an Havelange und Co., bevorteilte die ISL aber in einem nicht nachvollziehbaren Maße. Wie es dazu kommen konnte, dazu mochte die Ethikkommission keine Angaben machen. Die Anti-Korruptions-Organsisation „Transparency International“ (TI) reagierte dann auch entsprechend angesäuert ob des Blatter- Freispruchs erster Klasse.

    „Der Bericht spielt Blatters Rolle herunter, er ist sehr unbefriedigend und verniedlichend“, redete die TI-Sportbeauftragte Sylvia Schenk nicht um den heißen Brei herum. Sie warf Hans Joachim Eckert, dem Chef der Ethik- Spruchkammer vor, sich um die zentralen Fragen herumzudrücken. Auf weitere interessante Abschlussberichte dieser Fifa-Kommission dürfen wir uns freuen.

    Demnächst wollen die Chefethiker des Weltfußballs prüfen, ob bei der Vergabe der WM 2022 an das Emirat Katar alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Die Spannung steigt.

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