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    FrankfurtEs brennt an allen Ecken und Enden

    Wenn Fußball-Fans den Trainer ihrer Mannschaft beim Vornamen rufen, ist das eigentlich Ausdruck größter Zuneigung. Nach der Derbyniederlage der Frankfurter Eintracht waren vereinzelt "Armin raus"-Rufe zu vernehmen - sicherlich kein Zeichen der Zuneigung. Vielmehr Ausdruck extremer Wut und Frustration nach der 0:1-Pleite gegen den lange belächelten Aufsteiger Darmstadt 98. "Ar-min raus" ruft sich da einfach rhythmischer als "Vee-eeh raus".

    Ratlosigkeit und Chaos bei der Frankfurter Eintracht: Die Spieler wie Haris Seferovic (links) und Marc Stendera wissen nicht mehr recht weiter.
    Ratlosigkeit und Chaos bei der Frankfurter Eintracht: Die Spieler wie Haris Seferovic (links) und Marc Stendera wissen nicht mehr recht weiter.
    Foto: dpa

    Von unserem Sportchef Jochen Dick

    Selbst der geschätzte bis geliebte Trainer Armin Veh kann sich also in Frankfurt seiner Sache nicht mehr sicher sein. Überhaupt brennt es beim hessischen Traditionsverein buchstäblich an allen Ecken und Enden. Das Darmstadt-Spiel musste für einige Minuten unterbrochen werden, weil einige Chaoten im Frankfurter Block Gästefahnen angezündet und Böller geworfen hatten. Eine Hundertschaft Polizisten, die nach dem Abpfiff auf dem Rasen eine menschliche Mittellinie bildete, verhinderte einen möglichen Platzsturm vermummter Randalierer. Der Vollständigkeit halber: Auch etliche "Lilien"-Fans benahmen sich daneben und feuerten in ihrem Block Pyrotechnik ab.

    Auch dem Mut der Frankfurter Spieler, nach dem Schlusspfiff trotz aller Schmähungen in die eigene Fankurve zu gehen, war es zu verdanken, dass aus Zwischenfällen keine Ausschreitungen wurden. Der Umgang mit den Chaoten seitens der Eintracht-Führung irritierte indes: Präsident Peter Fischer zeigte Verständnis, "dass dort nach so einem Spiel einiges an Frust und Leidenschaft ein Ventil braucht". Und weiter: Diese Ventile müsse "man nicht verstehen, die muss man aber ein Stück weit akzeptieren". Vorstandsboss Heribert Bruchhagen redete dagegen Klartext: "Ich bedauere das sehr. Man kann den Unmut auch anders äußern als auf diese Art und Weise. Das ist sehr, sehr enttäuschend."

    Das gilt für so ziemlich alles, was derzeit bei der Eintracht abläuft. Die Hoffnungsschimmer nach Vehs emotionaler Rückkehr aus Stuttgart sind längst erloschen, der Trainer lässt einen Plan und eine gezielte Personalstrategie vermissen. Spieler wie der torlose Stefan Aigner (in der Vorsaison noch neun Treffer), Bastian Oczipka oder Makoto Hasebe laufen seit Wochen folgenlos ihrer Form hinterher. Alex Meier, Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit, hat seinen bislang fünf Treffern seit sechs Spielen keinen mehr hinzufügen können. Es fehlt auch an Alternativen im Kader. Und dass beim schweren Auswärtsspiel am Sonntag in Dortmund die Innenverteidiger David Abraham (Adduktorenverletzung), Carlos Zambrano und Marco Russ sowie Mittelfeldmann Marc Stendera (alle Gelb-gesperrt) ausfallen, verschärft die Krise ungemein. In den vergangenen zwölf Pflichtspielen hat die Eintracht nur einmal gewonnen und steht nun mit 14 Punkten nur einen Zähler von Relegationsrang 16 entfernt. Veh sprach nach der Schmach gegen giftige und geschickt mit allen Tricks arbeitende Darmstädter von "einer der schwärzesten Stunden meiner Karriere".

    Der 54-Jährige hat bekanntlich schon bei weniger bedrohlichen Szenarien das Weite gesucht, dies schloss der Fußballlehrer jedoch aktuell aus: "Wenn ich eine Konsequenz ziehe, ist es die, dass ich weitermache." Ob sich das in der momentanen Lage zu einem Versprechen oder eher einer Drohung entwickelt, wird sich bis zur Winterpause zeigen. Nach der Partie in Dortmund stellt sich zum Hinrundenfinale der Tabellen-15. Werder Bremen in Frankfurt vor. "Das sollten wir gewinnen", sagte Veh. Bis dahin sollte auch das Manko abgestellt sein, das Linksverteidiger Oczipka nach dem verlorenen Hessenderby ansprach: "Viele von uns wollten den Ball gar nicht haben." Keine allzu gute Voraussetzung, um ordentlich Fußball zu spielen.

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