40.000
  • Startseite
  • » Sport
  • » Regionalsport
  • » Hockey
  • » Kreuznacher HC setzt in Liga zwei auf Fitness und Teamgeist
  • Aus unserem Archiv

    Bad KreuznachKreuznacher HC setzt in Liga zwei auf Fitness und Teamgeist

    Mit dem Brustton der Überzeugung hat Marcel Hippchen vor einem Jahr vom Aufstieg in die Erste Hallenhockey-Bundesliga gesprochen. Es war sein großes Ziel für den Kreuznacher HC. Mit tollen Spielen und einem hervorragenden dritten Platz unterstrich der Aufsteiger anschließend in der Zweiten Bundesliga seine Klasse und auch Hippchens Ambitionen. Ein Jahr später, im Dezember 2016, schlägt der Routinier ganz andere Töne an. Das Wort "Schadensbegrenzung" wiederholt er auffällig oft, wenn es um den Ausblick auf die zweite Zweitliga-Saison geht, die am morgigen Freitag mit dem Auswärtsspiel bei Frankfurt 1880 beginnt.

    Von unserem Redakteur Olaf Paare

    "Nein, vom Aufstieg kann natürlich keine Rede mehr sein. Wir kämpfen gegen den Abstieg. Es geht um Schadensbegrenzung", sagt Hippchen. Der Grund liegt auf der Hand: Sieben Leistungsträger stehen dem KHC im zweiten Umlauf in der Zweitliga-Atmosphäre nicht mehr zur Verfügung. In Sebastian Behr, Maurice Hippchen, Marco Müller, Alex Bäsel und Sven Beringer ist der komplette erste Block weggebrochen, der nicht nur die meisten Treffer erzielt, sondern auch für die größte Stabilität in engen Situationen gesorgt hat. Hinzu kommen in Alex Cunningham und Kevin Dörfler weitere Akteure, die Glanzpunkte gesetzt haben. Beringer und Cunningham waren in den vergangenen Wochen bereit, zum KHC zurückzukommen, entschieden sich schlussendlich aber für einen Verbleib beim Erstligisten TG Frankenthal. "Ich bin kein großer Freund von diesem ständigen Hin- und Herwechseln zwischen Feld- und Hallensaison", weint KHC-Trainer Christian Winkler den beiden keine Träne nach und ergänzt: "Aufgrund ihrer hohen "Qualität hätten sie sicher gespielt, aber dafür wären dann andere Jungs auf der Strecke geblieben, auf die wir in den nächsten Jahren bauen wollen."

    Der Einbau von Spielern aus der zweiten Mannschaft und der Jugend haben Winkler und der KHC zum Modell ausgerufen, um die Abwanderung der Spitzenspieler zu kompensieren. Ein Paradebeispiel dafür ist Fabio Rau. Ihn hatte Ex-Trainer Markus Hippchen bereits vor einem Jahr in der Zweitliga-Vorbereitung auf Herz und Nieren geprüft, ihn aber für zu leicht befunden und nicht in den Kader berufen. Ein Jahr später ist Rau nun ein Akteur, der in der Defensive fest eingeplant ist.

    Winkler hat aber noch einen anderen Plan entwickelt, damit die zweite Saison nicht zu einem Himmelfahrtskommando wird: Er hat das Training deutlich ausgeweitet. Viermal die Woche ließ der Coach in der Vorbereitung trainieren. Das Team sollte also topfit sein. "Es gibt im Hallenhockey drei Komponenten, die Erfolg versprechen. Die erste ist individuelle Qualität, mit der du durch einen gewonnenen Zweikampf eine Überzahl schaffst. Die haben wir nicht. Die zweite sind gefährliche Ecken. Daran arbeiten wir. Die dritte sind Fitness und das Arbeiten im Kollektiv. Darüber wollen wir erfolgreich sein", erläutert Winkler sein Rezept.

    Der Trainer wird angesichts des veränderten Kaders auch vom System seines Vorgängers mit zwei nahezu gleichstarken Blöcken abrücken und plant mit einer Neuner-Rotation - also mit fünf Stammspielern, die von vier Ergänzungen entlastet werden. Und allen Unkenrufen zum Trotz: Eine schlagkräftige Starting Five hat der KHC durchaus. Marcel Hippchen und Andreas Beißmann bringen Erstliga-Erfahrung - sie spielten einst beim Rüsselsheimer RK - mit. Jan Beringer ist ein glänzender Umschaltspieler, die Jürgensen-Brüder sind in der Offensive für Überraschungsmomente gut, und Kapitän Christopher Zerfaß kann zum Turm in der Schlacht werden. Das gilt auch für Torwart Benjamin Blaschke, der in der Vorsaison den einen oder anderen Punkt eingesackt hat.

    Beide werden auch wieder die Geschicke als Spielführer leiten. Blaschke sagt: "Die Zweite Liga war, ist und bleibt eine geile Sache für uns, weil sie eine Herausforderung auf höchstem Leistungsniveau darstellt." Ähnlich sieht das auch Zerfaß: "Wir werden uns bestimmt nicht kampflos geschlagen geben. Wir werden unsere Chancen bekommen."

    Den vielen Abgängen steht auch ein Zugang gegenüber: Frederik Jürgensen. "Ich wollte unbedingt noch einmal mit meinem Bruder Moritz zusammenspielen", nennt er den Grund für den Wechsel zurück zum Stammverein. Im Vorjahr war der in Koblenz studierende Jürgensen noch für Regionalliga-Meister HC Limburg aufgelaufen. Der Aufsteiger dürfte genauso wie der Rüsselsheimer RK einer der Konkurrenten im Abstiegskampf sein. Der Spielplan meint es gut mit dem KHC: Auf beide Teams treffen die Bad Kreuznacher erst spät. Die ersten drei Spiele gegen die vermeintlichen Favoriten aus Frankfurt, Nürnberg und Bad Dürkheim kann der KHC also zum Einspielen nutzen. Das gilt vor allem für den Auftakt am Freitagabend um 20.30 Uhr beim SC Frankfurt 80. Die Hessen sind aus der Bundesliga abgestiegen und wollen den Betriebsunfall schnellstmöglich beheben. Das dürfte nicht die Kragenweite des KHC sein. "Ich möchte in dem Spiel unbedingt sehen, dass wir konkurrenzfähig sind", sagt Winkler und ergänzt: "Das muss nicht bedeuten, dass wir punkten, sondern dass wir mithalten. Dann werden wir auch sehen, an welchen Punkten wir im Training weiter arbeiten müssen."

    Für Winkler ist es die erste Saison in der Zweiten Liga bei den Männern. "Er arbeitet völlig anders als Markus Hippchen", sagen Zerfaß und Blaschke unisono. Darauf mussten sich nach 13 Jahren unter dem alten Coach einige erst einstellen - zumal Winkler mit vielen noch zusammengespielt hat. "Das muss kein Vorteil sein. Aber ich habe nahezu alle auch schon in der Jugend trainiert, kenne die Jungs also sehr gut. Das ist auf jeden Fall ein Vorteil", sagt Winkler, der zuvor die Frauen des KHC in der zweithöchsten deutschen Klasse gecoacht hat. Winkler: "Der größte Unterschied? Bei den Frauen musstest du oft genau überlegen, was du sagst und welche Auswirkungen das hat. Die Jungs kann ich verbal auch mal härter anfassen." An der passenden Ansprache wird es also nicht liegen, wenn Schadensbegrenzung beim Kreuznacher HC in der Saison 2016/17 betrieben werden muss.

    Neben den abgebildeten Spielern gehören noch Christopher Knaul (23) und Pascal Orth (20) zum Zweitliga-Kader. Benedict Schmidt (25, Athletiktrainer) und Steffi Baumann-Zerfaß (Betreuerin) unterstützen Cheftrainer Winkler.

    Hockey Süd (EJDL)
    Meistgelesene Artikel
    Regionalsport Mix
    Fußball Männer
    Fußball Frauen
    Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

    im Rheinland

    - Westerwald

    - Mittelrhein/Mosel

    - Rhein-Lahn

    im Südwesten

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Fußball Mix
    Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

    Jugendfußball

    - im Rheinland

    - im Südwesten

    Fußballpokale

    Hallenfußball

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Sport-Lokalteile
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach