"Millioneninvestor" vom Nürburgring hatte 50 Dollar auf dem Konto
Nürburgring/Los Angeles. Der Mann, der der geheimnisvolle Millionen-Investor am Nürburgring sein sollte, hatte damals gerade 50 Dollar auf seinem Konto. Damit wird noch deutlicher, welche Ausmaße der Schwindel am Nürburgring hatte.
Der potenzielle Investor Pierre Sloan DuPont war als vermeintlicher Spross einer US-Milliardärsfamilie die große Hoffnung des später zurückgetretenen Finanzministers Ingolf Deubel (SPD). Der Schweizer Finanzvermittler Urs Barandun, gegen den nun ermittelt wird, hatte den Kontakt hergestellt und auch einen Kontoauszug vorgelegt: Das Dokument von der Wells Fargo Bank über die Summe von mehr als 138 Millionen Euro sollte den Verantwortlichen der Nürburgring GmbH als Nachweis dafür dienen, dass DuPont auch liquide war.
Doch jetzt steht fest: Den Kontoauszug kannte man weder bei der Wells Fargo Bank noch entsprach er jemals dem Kontostand des fraglichen Kontos. Das ergab die offizielle Antwort der amerikanischen Justizbehörden auf das Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Koblenz. Die US-Behörden hatten deshalb eine Mitarbeiterin der Wells Fargo Bank in Los Angeles vernommen.
Das Konto wurde geschlossen, nachdem am 8. Juli 2009, versucht worden war, zwei Schecks über insgesamt 13,5 Mio. Dollar einzulösen. Am Tag zuvor war Finanzminister Deubel zurückgetreten und hatte eingestanden, dass die Finanzierung gescheitert war.
Mitten in die feierliche Eröffnung des Rheinland-Pfalz-Tags in Bad Kreuznach war die Warnung der Wells-Fargo-Filiale in London geplatzt, zwei von Barandun unterschriebene Schecks über 100 Millionen Euro könnten gestohlen und das Konto des Herrn DuPont nicht gedeckt sein.Wie wenig die Konten gedeckt waren, zeigt nun die Auskunft aus den USA: Nur etwas mehr als 50 Dollar waren zu dem Zeitpunkt auf dem Konto...
Für die Staatsanwaltschaft Koblenz steht mit den neuen Erkenntnissen aus den USA fest, dass gegen Barandun der Verdacht des Gebrauchens einer unechten Urkunde und damit eines Vergehens der Urkundenfälschung vorliegt. Die Übergabe eines nicht gedeckten Schecks durch Barandun könne aber "nicht ohne weiteres als Betrug angesehen werden, weil er aus diesem Verhalten nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen keinen Vermögensvorteil erlangt hat". Insbesondere sind bislang keine Zahlungen seitens der Nürburgring GmbH oder der Finanzvermittler an Barandun festgestellt worden. Der Transfer einer Provision von vier Millionen Euro an Finanzvermittler Pinebeck, der mit Barandun zusammengearbeitet hatte, konnte damals gerade noch gestoppt werden. Die Ermittlungen gegen zwei Pinebeck-Manager und Barandun wegen des Verdachts des Provisionsbetrugs stehen nun kurz vor dem Abschluss, so der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund.



















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