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    DernbachSchülerfirma betreibt Pausensnackautomaten: Gymnasiasten sind jetzt ihre eigenen Chefs

    Pausenbrot vergessen? Oder ein langweiliges Butterbrot im Ranzen? Am Dernbacher Gymnasium Raiffeisen-Campus ist das jetzt kein Problem mehr. Denn seit wenigen Wochen können sich die rund 200 Schüler der Klassen 5 bis 9 in der Pause am Automaten eine kleine Pausenmahlzeit kaufen. Ob frisch belegte Brötchen mit Wurst oder Käse, Müsliriegel, Schokolade für zwischendurch, Fruchtsaft oder Wasser - für jeden Geschmack und zu moderaten Preisen zwischen 50 Cent und 2 Euro ist hier etwas zu haben.

    Luca kümmert sich am Dernbacher Raiffeisen-Campus um das Befüllen des Pausensnackautomaten. Die Aufgaben der einzelnen Mitglieder werden in einem genauen Einsatzplan festgehalten.  Foto: Kühr
    Luca kümmert sich am Dernbacher Raiffeisen-Campus um das Befüllen des Pausensnackautomaten. Die Aufgaben der einzelnen Mitglieder werden in einem genauen Einsatzplan festgehalten.
    Foto: Kühr

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

    Das Besondere an dem neuen Angebot des Raiffeisen-Campus: Die Gymnasiasten sind ihr eigener Chef und organisieren den Pausensnackautomaten selbstverantwortlich in einer Schülerfirma. Mit Erfolg: Die Warteschlangen von Schülern belegen deutlich - der Automat wird gut angenommen.

    Verband würdigt Engagement

    Dabei ist die RC-Schülergenossenschaft nicht nur eine von wenigen Schülergenossenschaften in ganz Rheinland-Pfalz, sondern sie ist noch dazu die Genossenschaft mit den jüngsten Unternehmern an der Spitze. Grund genug, dass der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband und die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin am 28. April am Dernbacher Gymnasium die landesweite Auftaktveranstaltung zu Schülergenossenschaften starten. "Wir sind sehr stolz, dass unsere Schüler das Projekt so erfolgreich umsetzen. Die Snackbar ist gut angelaufen und erwirtschaftet schon Gewinne. Wir sind froh über das neue Angebot", sagt Schulleiter Bernhard Meffert zufrieden.

    Das Jungunternehmen wird von zwölf Neuntklässlern des Wahlpflichtfaches Wirtschaft geführt und ist nach dem Vorbild einer echten Genossenschaft organisiert - genauso wie der Raiffeisen-Campus selbst. Und so verabschiedeten die Schüler jüngst während der offiziellen Gründungszeremonie streng nach Protokoll erst die Satzung und wählten dann den Vorstand und den Aufsichtsrat, die die Schülergenossenschaft führen.

    Schüler wie Lehrer und Eltern können Anteilsscheine zu je fünf Euro erwerben und dadurch das junge Unternehmen bei Zukunftsinvestitionen unterstützen. "Die Schüler verdienen nichts. Die Gewinne werden gespart, etwa für Reparaturen, oder reinvestiert. Aber sie lernen viel, und es macht ihnen Spaß", sagt Meffert zufrieden.

    "Ziel der Schülerfirma ist es, dass die Mädchen und Jungen bereits früh unternehmerische Erfahrungen sammeln und am praktischen Beispiel Wirtschaftsabläufe kennenlernen", betont der Pädagoge. Und so erledigen die Schüler in den Bereichen Einkauf, Lagerverwaltung, Personalverwaltung, Buchhaltung und Marketing eine ganze Reihe von Aufgaben in eigener Regie: Sie stellen das Sortiment selbst zusammen, achten dabei auf Saisonartikel, kaufen die Produkte möglichst preisgünstig ein, bestücken den Automaten neu und reinigen ihn, machen die Buchhaltung, deponieren die Tageskasse im Tresor, besorgen ausreichend Wechselgeld, kümmern sich um die Werbung auf der Homepage der Schule und vieles mehr. Neuestes Projekt ist ein kurzer Werbefilm über das Pausenangebot.

    Idee kam von den Schülern selbst

    Die Idee für die Snackbar kam von den Schülern selbst. "Eigentlich wollten sie einen Kiosk eröffnen. Das geht aber erst, wenn der Neubau und die große Mensa mit Bistrobereich 2017 fertig sind und wir mehr Platz haben", sagt Meffert. Der Genossenschaftsverband hat die Gründung der RC-Snackbar von Anfang an begleitet und achtet darauf, dass die Genossenschaftsprinzipien eingehalten werden.

    "Für uns gelten dieselben Regeln wie für eine echte Genossenschaft", sagt Meffert. Betreut wird das Projekt von den Lehrerinnen des Faches Wirtschaft, Sarah Kern und Jeanette Braun, sowie von RC-Vorstand Martina Düring. Als Pate steht zudem Andreas Veith von der Westerwald Bank den Schülern mindestens einmal pro Woche zur Seite. Seinen Schülern lässt Meffert trotz dieser Unterstützung weitgehend freie Hand. "Ich mische mich nicht ein. Die Schüler sollen ihre eigene Kreativität und unternehmerische Freiheit entwickeln."

    Auch Lehrer zählen zu den Kunden
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