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    Ransbach-BaumbachPersonaldienstleister Advoco hat Insolvenzantrag gestellt

    Die Advoco Personaldienstleistungs GmbH & Co. KG, ein auf Personalvermittlung und -beratung spezialisiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Ransbach-Baumbach, hat am 17. Juni beim Amtsgericht Montabaur wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Das Gericht hat am 20. Juni Rechtsanwalt Jens Lieser von der Kanzlei Lieser zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

    Insolvenz
    Foto: dpa

    Rechtsanwalt Lieser verschafft sich derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation des Personaldienstleisters. In enger Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit werden in den kommenden Tagen Maßnahmen für die Insolvenzgeldvorfinanzierung in die Wege geleitet. Über das Insolvenzgeld sind die Löhne der rund 85 Mitarbeiter bis Ende Juli gesichert. Der Geschäftsbetrieb wird uneingeschränkt fortgeführt. Neben den direkten Beschäftigten von Advoco sollen auch die Löhne von Zeitarbeitskräften ausgezahlt werden, die ein über den Personaldienstleister Advoco vermitteltes befristetes Arbeitsverhältnis hatten und deren Gehälter derzeit noch ausstehen, informierte der Insolvenzverwalter auf Anfrage unserer Zeitung. "Jeder Mitarbeiter hat ein Recht auf Insolvenzgeld, und zwar drei Monate rückwirkend von der Beendigung des Arbeitsverhältnisses an", hieß es. Dabei sei es sinnvoll, diese Ansprüche vorsorglich beim Insolvenzverwalter anzumelden.

    Neben erheblichen Steuerschulden hat vor allem der Ausfall einer hohen Forderung gegenüber einem Mitgesellschafter des Unternehmens den Personaldienstleister in eine finanzielle Schieflage geführt. Lieser sieht dennoch gute Chancen, das Unternehmen aus der Krise zu führen und einen Neustart zu ermöglichen: "Das Unternehmen ist im Kern gesund und hat ein erfolgreiches operatives Geschäft." Nun geht es darum, das Unternehmen zu stabilisieren, mit Kunden zu sprechen und den Auftragsbestand zu sichern. "Advoco lebt vom Vertrauen seiner Kunden. Der Schlüssel zum weiteren Erfolg und Fortbestand sind die motivierten Mitarbeiter und die exzellenten Kontakte zu den Auftraggebern", sagt Lieser zuversichtlich.

    Der vorläufige Insolvenzverwalter wird die Mitarbeiter zusammen mit der Geschäftsführung im Rahmen einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation und die weiteren Schritte informieren. Nun gelte es, das Unternehmen zu sanieren und die Weichen für einen neuen Investor zu stellen. "Es gibt schon mehrere externe Interessenten, aber auch Personen aus dem eigenen Haus, die an der Schuldnerin interessiert sind", sagt Lieser.

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