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    AnhausenIndustrie: Dusar in Anhausen meldet Insolvenz an

    Die Nachricht hat im Kirchspiel Anhausen und darüber hinaus reichlich Wirbel verursacht: Das Unternehmen Dusar Kunststoff- und Metallwaren GmbH im Industriegebiet Petershof hat Insolvenz angemeldet.

    Der Schriftzug "Insolvenz" zwischen Scrabble-Buchstaben

    Von unseren Redakteuren Robin Brand und Ralf Grün

    Das Amtsgericht Neuwied bestätigte auf RZ-Anfrage: "Ja, ein entsprechender Antrag liegt vor." Firmenchef Heinz Dusar nennt zwei Gründe für die Pleite: "Die Insolvenz von Praktiker hat uns Millionen gekostet. Dazu kam die Konkurrenz aus China. Das hat es enorm schwer gemacht." Auch der Kostendruck durch Großkunden habe in den vergangenen Jahren zugenommen. "Das hat sich hochgeschaukelt", sagt Dusar. "Es ist nicht leicht in der Branche. Das ist traurig." Ein wenig Hoffnung habe er aber noch, er sei in Gesprächen mit zwei möglichen Investoren.

    Völlig überraschend kommt die Nachricht für die Belegschaft wohl nicht. "Das war irgendwo absehbar", bekannte Betriebsrat Christoph Landsberg gegenüber der RZ. Seit etwa zwei Monaten habe sich die Situation zugespitzt. Einzelne Dienstleister arbeiteten nur noch auf Vorkasse mit der Firma zusammen, andere stellten die Kooperation ganz ein. "Es gab Aufträge, aber ohne Zulieferer konnten wir nicht produzieren", berichtet Landsberg. Offiziell sei die Belegschaft noch nicht informiert worden, auch die Kündigungen seien noch nicht ausgesprochen worden, erklärt Landsberg.

    Für Anhausens Ortsbürgermeisterin Heidelore Momm kommt die Insolvenz überraschend: "Ich habe zuletzt lediglich gerüchteweise mitbekommen, dass die Firma verkauft werden sollte." Mit Dusar droht ein Gewerbesteuerzahler wegzubrechen, der vor Jahren richtig Geld hat in die Kasse der Gemeinden fließen lassen. "In den vergangenen Jahren war das aber nicht mehr so", erklärt Momm. Gleichwohl bedauert sie die missliche Lage des Unternehmens vor allem mit Blick auf die Mitarbeiter. "Für die ist es wirklich schade, zumal viele aus dem Kirchspiel sind." Momm selber hat einst mehr als 14 Jahre bei Dusar gearbeitet.

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