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    KoblenzMaschine statt Mensch: Machen bald Roboter die Arbeit?

    Amazon bietet vor allem denjenigen Menschen eine Chance, die sonst oft keine haben: Männern und Frauen ohne Ausbildung, Langzeitarbeitslosen, Behinderten, Älteren. Etwa 250 Leute werden zurzeit pro Woche für das Koblenzer Logistikzentrum eingestellt und in gerade einmal drei Tagen in ihre Tätigkeit im Warenein- oder -ausgang, in der Wareneinlagerung, Kommissionierung oder Verpackung eingearbeitet.

    Der Scanner ist eine Allzweckwaffe: Er sagt dem Mitarbeiter, welchen Artikel er wo und auf welchem Wege aus dem Lager holen soll.
    Der Scanner ist eine Allzweckwaffe: Er sagt dem Mitarbeiter, welchen Artikel er wo und auf welchem Wege aus dem Lager holen soll.
    Foto: Denise Remmele

    Wenn man das hundertprozentig auf Effektivität ausgerichtete Amazon-System anschaut, stellt sich aber schon die Frage: Wie lange noch wird der Internetversandhändler Tausende Mitarbeiter beschäftigen – und wann wird die Automatisierung sie überflüssig machen?

    So werden die Waren angeliefert.
    So werden die Waren angeliefert.
    Foto: Denise Remmele

    Amazon jedenfalls investiert in die Zukunft: Im April 2012 hat der US-Konzern die Firma Kiva Systems für 775 Millionen Dollar aufgekauft. Diese hat ein System entwickelt, bei dem Lastenroboter die Regale mit den Waren direkt zu denjenigen tragen, die die Pakete packen, schreibt der „Spiegel“. Diesen werde durch Lichtsignale angezeigt, was in welches Paket gehört. Ins Lager müssen die Arbeiter nicht mehr laufen, um die bestellten Artikel zusammenzusuchen – eine enorme Vereinfachung. Ob auch in Koblenz bald Roboter durch die Lager rollen, ist noch offen, sagt Gregory Bryan, Standortleiter in Koblenz (Foto): „Wir sind derzeit noch dabei zu bewerten, wie und wo wir Kiva-Technologien bei Amazon nutzen werden.“

    Amazon will seine Produktivität weiter steigern – aber mit Mitarbeitern aus Fleisch und Blut. „Amazon wird auch weiterhin Tausende von Arbeitsplätzen in den Logistikzentren schaffen“, betont Bryan. Dabei setze man vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur – in Koblenz wurde ein eigenes Projektteam gebildet –, und auch die bis zu 2000 Saisonkräfte will man „bevorzugt mit Mitarbeitern aus der Region besetzen“. Damit tritt Bryan auch der Kritik entgegen, dass Amazon viele äußerst gering bezahlte Leiharbeiter und Kräfte aus dem Ausland anheuere, um den Bedarf zu decken.

    Vor allem die Gewerkschaften haben ein Auge auf die Arbeitsbedingungen bei dem neuen Großarbeitgeber in der Region. Verdi und der DGB hatten in den vergangenen Wochen des Öfteren Kritik geäußert. So fordern die Gewerkschaften in erster Linie die Bildung eines Betriebsrats. Offiziell behindert Amazon dies zwar nicht, dennoch gibt es nur an zwei von nun sieben deutschen Logistikzentren eine solche Arbeitnehmervertretung. Außerdem fordern Verdi und DGB einen Tarifvertrag für die Beschäftigten, die Löhne seien zu niedrig. Auch die Befristung der meisten Verträge sehen die Gewerkschaften kritisch: Bis auf das Kernteam aus Teamleitern und Co. sind alle Mitarbeiter nur bis zum Jahresende eingestellt, erst nach dem Saisongeschäft im Dezember will man sich entscheiden, wen man weiter beschäftigt.

    Eine erste Gehaltserhöhung haben die Versandmitarbeiter jetzt bekommen – zumindest eine kleine: Von bisher 9,65 Euro wurde der Stundenlohn rückwirkend auf 9,90 Euro erhöht. Ein Plus von 25 Cent. Bei acht Stunden am Tag und 20 Tagen im Monat würde dies 40 Euro mehr im Monat bedeuten.

    Stephanie Mersmann

     

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